Monatlich 2 Min. Lesezeit

Lübecks Stadtentwicklung im Fokus: Wohnungsmarkt, Verkehr und Inklusion

Lübecks Stadtentwicklung im Fokus: Wohnungsmarkt, Verkehr und Inklusion

Im Februar 2026 standen in Lübeck wichtige Entscheidungen zum Wohnungsmarkt, zur Verkehrsplanung und zur Inklusion im urbanen Raum im Mittelpunkt. Der Bauausschuss diskutierte und beschloss Maßnahmen, die den Stadtraum für die Zukunft gestalten. Ein Überblick.

Wohnungsmarkt: Strategie zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums

Lübeck hat im Februar 2026 einen Meilenstein in der Wohnungspolitik erreicht: Die Wohnungsmarktstrategie wurde einstimmig verabschiedet. Ziel ist es, bis 2045 rund 5.000 neue Wohneinheiten zur Verfügung zu stellen. Derzeit sind 3.180 Wohneinheiten mit Baurecht und 1.680 in Planung. Um die Nachfrage zu decken, setzt die Stadt auf typisierte Bauformen, Erleichtertes Bauen und den kommunalen Grundstückserwerb.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherstellung von gefördertem Wohnraum: Bis 2045 sollen 10.000 geförderte Wohnungen entstehen, wobei mindestens 30 % der neuen Bebauungspläne geförderte Wohnungen beinhalten müssen. Zudem wird das Erbbaurecht mit über 50 % geförderter Wohnungen mit einem reduzierten Erbbauzins belohnt.

Die Strategie sieht außerdem soziale Mischung und die Entwicklung attraktiver Quartiere vor. Dabei spielen Quartierskonzepte und Drittel-Mix eine zentrale Rolle. Die Stadt will mit diesen Maßnahmen langfristig einen stabilen und lebendigen Wohnungsmarkt schaffen, der auch für Familien, Junggebliebene und Senioren attraktiv bleibt.

Verkehrsplanung: Sicherheit und Barrierefreiheit im Fokus

Ein zentrales Thema war die Umgestaltung des Mühlentorplatzes. Der Bauausschuss entschied sich für Variante 2, bei der der Platz zur signalisierten Kreuzung umgestaltet wird. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit – insbesondere für Rad- und Fußverkehr – zu erhöhen. Die Kosten werden mit 3 Mio. EUR geschätzt, und die Maßnahme ist im Zuge der Brückensanierung 2026–2027 geplant.

Zudem wurden Maßnahmen zur Radwegeentwicklung beschlossen. Der Radweg entlang der Dummersdorfer Str. wird saniert und bis zur Kobaltstr. verlängert. Auch in der Quadebekstraße wird ein Lückenschluss geschaffen, um die Verbindung zwischen Kronsforde und Rothenhausen sicherer zu gestalten.

Im Bahnhof Skandinavienkai wurde zudem die Erneuerung des Gleises 11 genehmigt. Hierbei entstanden zusätzliche 700.000 EUR an Mehrkosten, die dennoch freigegeben wurden, um die Infrastruktur auf dem neuesten Stand zu halten.

Inklusion und barrierefreier Stadtraum

Die Stadtentwicklung in Lübeck legt verstärkt Wert auf Barrierefreiheit und Inklusion. So wird der Kinderspielplatz Schenkendorfstraße grundüberholt, wobei inklusive Geräte und barrierefreier Zugang berücksichtigt werden. Kritik gab es an der fehlenden Matschanlage und einem Sandkasten, was in der Planung berücksichtigt werden soll.

Auch bei der Wohnraumplanung ist Barrierefreiheit ein zentrales Thema. In Neubauten mit mindestens drei Wohnungen pro Geschoss ist barrierefreier Wohnraum gesetzlich vorgeschrieben. Die TRAVE mbH, die rund 7 % des städtischen Wohnungsbestandes verwaltet, setzt bereits bei Neubau und Sanierung auf barrierearmen Wohnraum.

Ausblick: Stadtentwicklung als Prozess der Anpassung

Die Entscheidungen aus dem Februar 2026 zeigen, dass die Stadtentwicklung in Lübeck ein langfristiger Prozess ist, der sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Die Wohnungsmarktstrategie, die Verkehrsplanung und die Fokussierung auf Inklusion sind Schritte in Richtung einer lebenswerten, nachhaltigen und sozialen Stadt.

Im Jahr 2026 wird es weitere Dialogveranstaltungen und Planungsschritte geben, insbesondere bei der Nutzung des Schlachthofareals und der Bauleitplanung. Die Stadt will mit diesen Maßnahmen nicht nur den Wohnraum sichern, sondern auch die Stadtstruktur weiterentwickeln und den Welterbecharakter der Altstadt bewahren.

Quellen

Sitzung

Weitere Beiträge aus Luebeck

Sportinfrastruktur in Lübeck: Herausforderungen, Sanierungen und Zukunftsvisionen im Februar 2026
Culture and Community 📍 Luebeck

Sportinfrastruktur in Lübeck: Herausforderungen, Sanierungen und Zukunftsvisionen im Februar 2026

Im Februar 2026 standen in Lübeck die Herausforderungen der Sportinfrastruktur im Fokus: Viele Sporthallen sind veraltet, Sanierungen laufen, und neue Projekte wie das „Haus des Sports“ werden realisiert. Der Schul- und Sportausschuss thematisierte barrierefreie Angebote, inklusive Sportangebote und die Zukunft der städtischen Ausstattung.

Weiterlesen

Früher wissen. Früher handeln.

Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.

Jetzt kostenlos testen