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Sportinfrastruktur in Lübeck: Herausforderungen, Sanierungen und Zukunftsvisionen im Februar 2026

Sportinfrastruktur in Lübeck: Herausforderungen, Sanierungen und Zukunftsvisionen im Februar 2026

Im Februar 2026 standen in Lübeck die Herausforderungen der Sportinfrastruktur im Fokus: Viele Sporthallen sind veraltet, Sanierungen laufen, und neue Projekte wie das „Haus des Sports“ werden realisiert. Der Schul- und Sportausschuss thematisierte barrierefreie Angebote, inklusive Sportangebote und die Zukunft der städtischen Ausstattung.

Der Zustand der Sporthallen: Altbau, Sanierungsbedarf und Nutzungsmöglichkeiten

Lübecks Sportinfrastruktur steht vor einer Zäsur. Viele der Sporthallen an Innenstadt-Schulen sind über hundert Jahre alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Ausstattung und Raumgröße. Nur die Turnhalle des Johanneums, die zwischen 2015 und 2022 grundlegend saniert wurde, gilt als weitgehend zeitgemäß. Die restlichen elf Sporthallen der Innenstadt-Schulen sind vor 1928 gebaut und daher stark sanierungsbedürftig.

Die DIN 18032, die aktuelle Norm für Sporthallen, wird von den meisten Hallen nicht erfüllt. Die Turnhallen der Domschule (1878) und der Berend-Schröder-Schule (123 Jahre alt) sind nicht für Ballsportarten geeignet. Auch die Turnhalle der Ernestinenschule, obwohl grundsätzlich für Ballsport nutzbar, weist einen Ausbau auf, der den heutigen Standards nicht entspricht.

Zwar sind einige Sanierungsmaßnahmen geplant – etwa die Dachsanierung der Johanneum-Halle oder Verkehrssicherungsmaßnahmen an der Domschule –, doch aufgrund der Haushaltslage bleibt vieles unklar. Die finanziellen Ressourcen reichen nicht aus, um alle Hallen auf den neuesten Stand zu bringen.

Inklusive Sportangebote und barrierefreie Infrastruktur

Ein zentrales Thema im Februar 2026 war die Umsetzung barrierefreier Sportanlagen. Die Stadt Lübeck setzt auf inklusive Sportangebote, die für alle Bevölkerungsgruppen nutzbar sind. Die Sport- und Freizeitanlage Falkenwiese, eröffnet 2019, ist ein Vorreiterprojekt mit barrierefreien Wegen, gut befahrbaren Laufbahnen und inklusiven Sportgeräten.

Im Jahr 2026 wird die Falkenwiese eine neue Zweifeldhalle erhalten, die auch zu barrierefreien Sanitärräumen führen soll. Ebenso geplant ist das „Haus des Sports“ in der Falkenwiese, das Ende 2026 fertiggestellt werden soll und vollständig barrierefrei ausgestattet sein wird.

Auch in anderen Stadtteilen wie St. Lorenz Nord und Kücknitz laufen Projekte zur inklusiven Sportgestaltung. Der Sport- und Bürgerpark in St. Lorenz Nord wird barrierefreie Wege und ein inklusives Umkleidegebäude bieten. In Kücknitz ist ein Adrenalinpark auf der Sportanlage Mühlbachtal geplant, der inklusive Elemente integrieren soll.

Mietverträge, neue Hallen und Zukunftsvisionen

Da viele Schulturnhallen nicht ausreichend ausgestattet oder nicht für Ballsport geeignet sind, mietet die Stadt Lübeck seit Jahren Sporthallen von Sportvereinen. So wird für den Schulsport an der Hanse-Schule die Großsporthalle des TuS Lübeck genutzt, und für die Emanuel-Geibel-Schule und das Katharineum die Mehrzweckhalle des LBV Phönix v. 1903.

Zusätzlich wird seit November 2025 bis März 2026 die beheizbare Traglufthalle des Lübecker Racket-Clubs genutzt. Für den Winter 2026 ist zudem der Aufbau eines beheizbaren Beachdomes mit drei Beachvolleyballfeldern in der Possehlstraße geplant.

Langfristig zielt Lübeck auf eine umfassende Neuausrichtung der Sportinfrastruktur ab. Neben der Falkenwiese und dem „Haus des Sports“ ist auch eine neue 2-Feld-Sporthalle inklusive Sportplatz-Umkleidegebäude in der Falkenwiese geplant. Diese Projekte sollen nicht nur die Auslastung der bestehenden Hallen entlasten, sondern auch neue Sportangebote ermöglichen und die Attraktivität der Stadt als Sportstandort steigern.

Ausblick: Herausforderungen und Chancen

Die Sportinfrastruktur in Lübeck steht aktuell an einem Wendepunkt. Zahlreiche Hallen sind veraltet, Sanierungen sind notwendig, und der Ausbau der Sportangebote muss neu geplant werden. Gleichzeitig bietet die Stadt mit Projekten wie dem „Haus des Sports“ oder den inklusiven Sportanlagen in Falkenwiese und St. Lorenz Nord auch Visionen für die Zukunft.

Die Herausforderung besteht darin, die finanziellen Mittel so zu verteilen, dass dringend benötigte Sanierungen durchgeführt werden können, ohne die Umsetzung neuer Projekte zu gefährden. Zudem ist es wichtig, die Zusammenarbeit mit Sportvereinen zu stärken, um die Lücken in der städtischen Sportausstattung zu füllen.

Mit einem klaren Fokus auf Barrierefreiheit, Inklusion und moderne Ausstattung kann Lübeck seine Sportinfrastruktur neu denken und für alle Bürger zugänglich und attraktiv gestalten.

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