Lübeck setzt auf Klimaneutralität: Energieagentur und Wakenitz-Renaturierung im Fokus
Im Februar 2026 hat der Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung in Lübeck entscheidende Weichen für den Klimaschutz und die ökologische Entwicklung gestellt. Die Einrichtung einer kommunalen Energieagentur und umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung der Wakenitz stehen im Mittelpunkt.
Klimaneutralität in Lübeck: Energieagentur und Renaturierungsprojekte
Im Februar 2026 setzte Lübeck mit der 20. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung bedeutende Impulse für den Klimaschutz. Die Diskussionen umfassten sowohl strategische Planungen wie den Masterplan Klimaschutz als auch konkrete lokale Projekte zur Gewässerschutz- und Biodiversitätsförderung. Besonders hervorzuheben sind die Pläne zur Einrichtung einer kommunalen Energieagentur sowie die Renaturierungsmaßnahmen für die Wakenitz.
Energieagentur: Ein zentraler Ansatz für die Klimaschutzstrategie
Die Einrichtung einer kommunalen Energieagentur oder eines Kompetenzzentrums für Klimaneutralität wurde einstimmig beschlossen. Ziel ist die Schaffung einer zentralen „One-Stop-Agency“ für Beratung, Unterstützung, Beteiligung und Vernetzung im Bereich Klimaschutz und Energie. Die Energieagentur soll Bürger:innen, Unternehmen, Organisationen und Vereine vernetzen und lokale Akteure einbinden.
Die Aufgabenpalette ist breit gefächert: Kampagnen zur Wärmewende, Beratung für Gebäudeeigentümer:innen, Fördermittelberatung, Unterstützung bei der Gründung von Bürgerenergiegenossenschaften, Entwicklung von Quartiersprojekten und Organisation von Informationsveranstaltungen. Ein fachkundiger Beirat wird eingerichtet, um den Informationsfluss und Dialog zu stärken.
Bis zur Bürgerschaftssitzung im Juli 2025 soll ein Konzept vorgelegt werden, das die finanziellen und personellen Anforderungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten darstellt. Die Energieagentur soll zudem eine regionale Ausweitung ermöglichen, sofern umliegende Gemeinden Interesse zeigen. Partner:innen wie Stadtwerke, Wirtschaftsförderung, Handwerkskammer und Hochschulen werden in die Arbeit einbezogen.
Wakenitz-Renaturierung: Gewässerschutz und Biodiversitätsförderung
Ein weiteres zentrales Projekt ist die Renaturierung der Wakenitz. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Gewässerqualität und die Förderung der Biodiversität in diesem sensiblen Ökosystem. Ein Gewässerpflegeplan wird erstellt, der Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten und Lebensräume beinhaltet.
Ein Pilotprojekt zur Renaturierung des Schilfs an den Ufern der Wakenitz ist geplant. Auch der Niemarker Landgraben wird als Pilotfläche genutzt, um Schadstoffeinträge in die Wakenitz zu minimieren. Maßnahmen wie Uferschutzstreifen, Retentionsflächen und die Entfernung nährstoffreicher Schlammablagerungen sind Teil des Konzepts.
Zur Überwachung der ökologischen Entwicklung wird ein Monitoring für Flora und Fauna im Naturschutzgebiet Wakenitz eingeführt. Die Kosten für alle Maßnahmen sollen bis zur Haushaltssitzung 2026 ermittelt werden. Gleichzeitig wird geprüft, ob Landes- oder Bundesmittel beantragt werden können.
Klimaschutzpolitik und politische Hintergründe
Der Ausschuss lehnte einen von der AfD eingebrachten Antrag zur Aussetzung des Masterplans Klimaschutz bis 2035 mit 14 zu 1 Stimmen ab. Die Stadt bleibt damit auf Kurs, ihre Klimaneutralitätsziele bis 2035 zu erreichen. Die in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden fortgeführt, wobei auch alternative Ansätze wie eine Verschiebung bis 2045 diskutiert wurden.
Die Energieagentur wird nicht nur als Servicestelle für Bürger:innen agieren, sondern auch als Kommunikationsbrücke zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Veranstaltungsformate wie „Tag der offenen Tür“ oder „offene Heizungskeller“ sollen dabei helfen, Sanierungsmaßnahmen und klimaneutrale Technologien konkret vorzustellen.
Ausblick: Vom Konzept zur Umsetzung
Die beschlossenen Maßnahmen markieren einen entscheidenden Schritt in Lübecks Klimaschutzstrategie. Die Energieagentur wird in den kommenden Monaten konkretisiert, und die Renaturierungsprojekte an der Wakenitz treten in die Umsetzung. Die Einbindung von lokalen Akteuren, die Vernetzung mit regionalen Partnern und die breite gesellschaftliche Unterstützung sind dabei entscheidend.
Mit diesen Initiativen setzt Lübeck ein Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung und zeigt, wie Klimaschutz und ökologische Wiederherstellung Hand in Hand gehen können.
Quellen
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