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Viersen investiert in klimagerechte Stadtentwicklung und Bauplanung

Environment and Climate 📍 Viersen · Nordrhein-Westfalen
Viersen investiert in klimagerechte Stadtentwicklung und Bauplanung

In Viersen werden im April 2026 entscheidende Weichen für eine zukunftsorientierte und klimafreundliche Stadtentwicklung gestellt. Der Fokus liegt auf der Integration von Klimaschutz in die Bauleitplanung, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Anpassung an Klimafolgen.

Klima und Bauplanung: Wie Viersen die Zukunft gestaltet

Die Stadt Viersen hat sich im April 2026 mit einer Vielzahl von Initiativen und Reformen auf den Weg gemacht, eine klimagerechte Stadtentwicklung zu ermöglichen. In einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und -planung wurden entscheidende Maßnahmen verabschiedet, die die Stadt in Richtung Klimaneutralität und nachhaltige Bauweise lenken sollen. Im Fokus standen dabei insbesondere der Handlungsleitfaden „Klimagerechte Bauleitplanung“, die Umsetzung klimafreundlicher Energiestandards und die rechtliche Verankerung von Klimaschutzzielen.

Klimagerechte Bauleitplanung als Standard

Die Einführung eines Handlungsleitfadens und einer Checkliste für klimagerechte Bauleitplanung ist ein Meilenstein in Viersen. Diese Dokumente sollen künftig als fester Bestandteil in die Bauplanung eingehen, um Klimabelange und Klimaschutzfragen frühzeitig in den Planungsprozess einzubinden. Themen wie Stadtklima, Energieversorgung, Frei- und Grünflächen sowie Mobilität werden dabei systematisch berücksichtigt.

Die Checkliste dient als internes Verwaltungsinstrument und wird in die Begründung des Bebauungsplans aufgenommen. Der Leitfaden hingegen richtet sich an Investoren, Politik und Verwaltung und unterstützt sie bei der Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen. Ziel ist es, bis 2035 die CO₂-Emissionen auf unter 2 Tonnen pro Person und Jahr zu senken – ein ambitioniertes Ziel, das mit der neuen Planungsperspektive in Viersen konkret umgesetzt werden soll.

Rechtliche Grundlagen und Verpflichtungen

Die Stadt Viersen agiert nicht isoliert, sondern folgt einer Vielzahl von landes- und bundesrechtlichen Vorgaben. Das Klimaanpassungsgesetz NRW (KlAnG) verpflichtet Kommunen, Klimafolgen in ihre Planungen einzubeziehen. Gleichzeitig ist das Bundes-Klimaanpassungsgesetz, das im Juli 2024 in Kraft trat, verpflichtend und schreibt ein Berücksichtigungsgebot sowie ein Verschlechterungsverbot für Grundstücke und Bauwerke vor.

Weitere relevante Gesetze sind das Wärmeplanungsgesetz (WPG) und das Landeswärmeplanungsgesetz (LWPG), die eine dekarbonierte Wärmeversorgung bis 2045 vorsehen. Zudem schreibt die Bauordnung NRW (BauO NRW) eine schrittweise Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen vor, wobei eine Mindestabdeckung von ca. 30 % verbindlich ist.

Diese rechtlichen Grundlagen bilden die Grundlage für die neuen Planungsinstrumente in Viersen und zeigen, wie stark die Stadt in der Verantwortung steht, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in die Bauplanung zu integrieren.

Monitoring und Planungsinstrumente

Um die Umsetzung der neuen Maßnahmen zu überwachen und zu optimieren, setzt Viersen auf verschiedene Monitoring- und Analysewerkzeuge. Das Siedlungsflächenmonitoring 2026 gibt einen Überblick über die Entwicklung von Wohnbau- und Gewerbeflächen. In 2026 wurden 130,02 ha Flächenreserven gezählt, wobei die Wohnbauflächen um 3,7 % zugenommen haben, während die Gewerbeflächen um 18,8 % zurückgegangen sind.

Zusätzlich dienen Stadtklimaanalysen, Starkregenhinweiskarten und kommunale Starkregengefahrenkarten der Risikobewertung und Klimafolgenanalyse. Die Stadt kann so Gutachten zur Stadtklima-Modellierung beauftragen, um die Auswirkungen ihrer Planungen zu analysieren und zu optimieren.

Ausblick: Viersen als Modellstadt für Klimaschutz

Viersen bewegt sich auf einem klaren Kurs, der Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung als zentrale Säulen einer modernen Stadtplanung verbindet. Mit der Einführung des Handlungsleitfadens, der Einhaltung landes- und bundesrechtlicher Vorgaben sowie der Nutzung moderner Monitoring-Tools hat die Stadt ein solides Fundament gelegt.

Die Herausforderung besteht nun darin, diese Maßnahmen auch in der Praxis umzusetzen und dabei Investoren, Bürger und Behörden gleichermaßen zu gewinnen. Viersen hat gezeigt, dass es möglich ist, Klimaschutz und Stadterneuerung zu verbinden – und das nicht nur aus Sorge um die Zukunft, sondern als Chance für eine lebenswerte, resiliente und nachhaltige Stadt.

Quellen

Sitzung

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