Mobilität im Oberbergischen Kreis – März 2026: Tarifreformen, grenzübergreifende Zusammenarbeit und Verkehrsplanung
Im März 2026 standen im Oberbergischen Kreis entscheidende Entwicklungen im Bereich Mobilität im Fokus. Der Kreisentwicklungsausschuss beschäftigte sich unter anderem mit der Umsetzung des Mobilitätskonzepts, der VRS-Tarifreform und der Sicherstellung kreisgrenzenüberschreitender Verkehrsleistungen. Ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen und Entwicklungen.
Tarifreform und Sondertarif: Preise im ÖPNV neu verhandelt
Die VRS-Tarifreform hat im Oberbergischen Kreis eine zentrale Rolle gespielt. Im Zuge der geplanten Fusion der Verbundtarife VRS und AVV zum „Rheinlandtarif“ und der Reduzierung der Preisstufen entstand die Notwendigkeit, die Preishärten für OVAG-Kunden abzufedern. Die aktuelle Preisstufe 2a wird in die neue Preisstufe 2 eingestuft, wodurch der Preis für Erwachsene von 3,90 € auf 5,50 € steigt – eine Steigerung von über 40 %.
Um den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, wurde ein Sondertarif für Fahrten zwischen Kommunen im Oberbergischen Kreis eingeführt. Dieser Sondertarif beträgt 4,50 € und reduziert die Preiserhöhung um 1,00 €. Die Finanzierung erfolgt durch den Verzicht der OVAG auf Mehreinnahmen, insgesamt bis zu 320.000 € über einen Zeitraum von 24 Monaten.
Die Reform bringt sowohl Risiken als auch Chancen mit sich: Während OVAG-Kunden finanziell stärker betroffen sind, ermöglicht der Sondertarif eine gewisse Entlastung. Gleichzeitig soll der Luftlinientarif „eezy.nrw“ stärker beworben werden, um alternative, preisgünstigere Optionen für Pendler zu schaffen.
Kreisgrenzen überwinden: Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis
Eine weitere zentrale Thematik war die Sicherstellung kreisgrenzenüberschreitender Verkehrsleistungen. Eine delegierende öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis wurde abgeschlossen. Diese Vereinbarung betrifft mehrere Buslinien, die zwischen beiden Kreisen verkehren, darunter die Linien 261, 310, 421 und 440.
Die Finanzierung dieser Linien bleibt weitgehend unverändert, doch die Verantwortung für ihre Organisation wird neu verteilt. Linien wie 335 und 426 verkehren unter Gemeinschaftskonzessionen mit Beteiligung von wupsi und OVAG, wobei die Finanzierung gemäß den Vereinbarungen erfolgt. Die Vereinbarung ersetzt eine ältere Finanzierungsvereinbarung vom November 2015 und soll die Koordination im Verkehrsverbund verbessern.
Diese Zusammenarbeit ist insbesondere für Pendler, die zwischen beiden Kreisen arbeiten oder leben, von zentraler Bedeutung. Sie unterstreicht den Trend, den öffentlichen Nahverkehr über kommunale Grenzen hinweg zu koordinieren und so die Mobilität im Raum zu verbessern.
Mobilitätskonzept und OFT-Projekt: Fortschritte und Herausforderungen
Im März 2026 wurde ein Bericht zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts vorgelegt. Das Mobilitätskonzept, das bereits im Juni 2025 vom Kreistag beschlossen wurde, soll den ÖPNV im Oberbergischen Kreis nachhaltig verbessern. Der aktuelle Sachstand zeigt, dass einige Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, andere jedoch aufgrund von personellen Engpässen oder organisatorischen Schwierigkeiten verzögert werden.
Ein weiteres Highlight war der Abschlussbericht zum Förderprojekt „Oberberg fährt im Takt!“ (OFT!), das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wurde. Ziel des Projekts war es, den ÖPNV im Oberbergischen Kreis moderner und attraktiver zu gestalten. Dazu zählten die Einführung von monti-Bussen, die Verbesserung der Fahrgastinformation sowie Angebotsausweitungen in der Region.
Trotz der Förderung blieb vieles unverändert. Fahrpersonalmangel und der Sonderfahrplan der OVAG behinderten die geplanten Maßnahmen. Nicht verausgabte Mittel sollen nun in 2026 in bereits begonnene Projekte investiert werden, um die langfristige Stabilität des ÖPNV sicherzustellen.
Fazit: Mobilität als Schlüssel für regionale Entwicklung
Die März-Verhandlungen im Oberbergischen Kreis zeigen, dass Mobilität ein zentraler Baustein für die regionale Entwicklung ist. Die Tarifreformen, die grenzübergreifende Zusammenarbeit und die Fortschritte im Mobilitätskonzept unterstreichen die Notwendigkeit, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und finanzierbar zu gestalten. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen wie Personalmangel und finanzielle Risiken bestehen.
In den kommenden Monaten wird es darauf ankommen, wie gut die Sondertarifmodelle funktionieren und ob die Kooperation mit Nachbarkreisen zu einer stabilen und attraktiven Verkehrsplanung führt. Der Oberbergische Kreis bewegt sich in Richtung einer nachhaltigen Mobilität – doch der Weg dorthin erfordert politischen Mut, finanzielle Planung und eine starke Bürgerbeteiligung.
Quellen
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