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Wirtschaftsentwicklung in Dessau-Roßlau: Fokus auf Flächennutzung, Solarparks und Klimafonds

Economic Development 📍 Dessau-Rosslau · Sachsen-Anhalt
Wirtschaftsentwicklung in Dessau-Roßlau: Fokus auf Flächennutzung, Solarparks und Klimafonds

Im April 2026 hat Dessau-Roßlau wichtige Entscheidungen im Bereich Wirtschaftsentwicklung getroffen. Der Fokus lag auf Flächennutzungsänderungen, dem Bau eines Solarparks und der Einrichtung eines Klimafonds. Diese Maßnahmen zeigen, wie die Stadt Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit strategisch miteinander verknüpft.

Wirtschaftsentwicklung in Dessau-Roßlau: Wie Städteplanung und Energiepolitik Hand in Hand gehen

Dessau-Roßlau hat sich im April 2026 als aktive und vorausschauende Stadt im Bereich Wirtschaftsentwicklung gezeigt. In mehreren Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus wurden wegweisende Entscheidungen getroffen, die sowohl die regionale Wirtschaft als auch die Klimaneutralität stärken sollen. Diese Maßnahmen spiegeln eine klare strategische Ausrichtung wider: Wirtschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze, sondern sollen in Dessau-Roßlau bewusst miteinander verbunden werden.

Flächennutzungsplanänderungen und Nahversorgung in Mosigkau

Ein zentrales Thema in der Sitzung des Ausschusses am 21. April 2026 war die 19. Änderung des Flächennutzungsplans für den Stadtteil Dessau. Ziel ist es, den Bebauungsplan Nr. 71 „Nahversorgung Mosigkau“ aufzustellen, um die bestehende Lücke in der Nahversorgung zu schließen. Der Antragsteller übernimmt die gesamten Kosten des Verfahrens, wodurch die Stadt keine finanziellen Belastungen trägt.

Die Etablierung eines Nahversorgers mit bis zu 800 m² Verkaufsfläche wurde bereits gutachterlich befürwortet. Dieses Projekt ist nicht nur für die lokale Bevölkerung von großer Bedeutung, sondern auch für den Handelssektor der Stadt. Die Verwaltung ist verpflichtet, einen städtebaulichen Vertrag zur Kostenübernahme abzuschließen, was Transparenz und Verbindlichkeit sichert.

Der Gewerbe- und Solarpark Lukoer Straße: Wirtschaft und Klimaschutz in einem Projekt

Ein weiteres bedeutendes Projekt, das im April 2026 beschlossen wurde, ist der Bebauungsplan Nr. 228 „Gewerbe- und Solarpark Lukoer Straße“. Der Plan wurde in der Fassung vom 19. Januar 2026 gebilligt, und die Planbegründung samt Umweltbericht wurden offiziell genehmigt. Durch das Projekt entstehen nicht nur Gewerbe- und Industrieflächen, sondern auch eine beträchtliche Solarfläche, die erneuerbare Energien lokal bereitstellt.

Die Sülzle Holding GmbH & Co. KG übernimmt sämtliche Kosten für das Bauleitplanverfahren und die notwendigen Gutachten. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie private Investoren in städtische Projekte eingebunden werden können – ohne dass die Stadt finanziell belastet wird. Gleichzeitig wird die Umweltverträglichkeit durch Gutachten wie den artenschutzrechtlichen Fachbeitrag und das schalltechnische Gutachten sichergestellt.

Der Klimafonds: Wie Einnahmen aus erneuerbaren Energien genutzt werden

Ein weiterer Meilenstein in Dessau-Roßlau ist die Planung eines verbindlichen Verfahrens zur Verwendung von Einnahmen nach § 6 EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz) und dem Beteiligungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt. Die Stadt hat beschlossen, bis Ende 2026 ein transparentes und verbindliches Verfahren aufzustellen, um die Einnahmen aus erneuerbaren Energien gerecht und nachhaltig zu verteilen.

Die Verteilung erfolgt dabei auf drei Wege:

  • 35 % der Einnahmen werden an Stadtbezirke und Ortschaften nach Einwohnerschlüssel verteilt.
  • 5 % gehen an Stadtbezirke, die unmittelbar an EE-Anlagen angrenzen.
  • 60 % fließen in einen Klimafonds der Stadt, der Projekte im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung fördert.

Der Klimafonds wird vom EEA Energieteam verwaltet, das jährlich Vorschläge für die Mittelverwendung erarbeitet, die vom Stadtrat beschlossen werden müssen. Ziel ist es, auch kleinere Projekte und Initiativen zu unterstützen, beispielsweise im Bereich Energieberatung, Energieeffizienz oder Energiearmut. Zudem können Mittel auch für Maßnahmen im Bereich Stadtgrün und für die BUGA genutzt werden.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einer installierten PV-Leistung von 320.000 kWp bis 2030 könnten jährlich rund 550.000 € an Einnahmen generiert werden. Davon erhalten die Ortschaften insgesamt 192.500 € als „freies“ Budget, zusätzlich 27.500 € für Ortslagen mit EEG-Nähe.

Ausblick: Wirtschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktoren

Die Entscheidungen, die Dessau-Roßlau im April 2026 getroffen hat, zeigen, wie eine Stadt wirtschaftlich wachsen und gleichzeitig nachhaltig handeln kann. Die Kombination aus Nahversorgung, Gewerbebau und Solarparks sowie der kluge Umgang mit Einnahmen aus erneuerbaren Energien bilden eine solide Grundlage für zukünftige Entwicklungen.

Die Einrichtung des Klimafonds ist besonders hervorzuheben, da sie einen transparenten und verbindlichen Rahmen für die Verteilung von Mitteln schafft. Dies stärkt nicht nur die Akzeptanz bei der Bevölkerung, sondern auch die langfristige Investitionssicherheit für private Partner. Dessau-Roßlau beweist damit, dass Wirtschafts- und Klimapolitik voneinander profitieren können – und dass eine Stadt durch kluge Planung und Partnerschaften eine nachhaltige Zukunft gestalten kann.

Quellen

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