Jugendpolitik in Speyer im Fokus: Von demokratischer Mitgestaltung bis zur Ferienbetreuung
Im Februar 2026 stand in Speyer die Arbeit mit und für Jugendliche im Vordergrund. Der 9. Jugendstadtrat setzte sich erstmals zusammen, während gleichzeitig Entscheidungen zur Ferienbetreuung und zur Finanzierung von Ganztagsangeboten gefällt wurden.
Jugendpolitik in Speyer: Von demokratischer Mitgestaltung bis zur Ferienbetreuung
Die Stadt Speyer hat sich im Februar 2026 deutlich in Richtung Jugendpolitik bewegt. Mit der konstituierenden Sitzung des 9. Jugendstadtrats und gleichzeitig laufenden Planungen zur Ferien- und Freitagsbetreuung zeigte die Verwaltung, wie breit das Spektrum jugendrelevanter Themen im Rathaus ist. Ziel ist es, Jugendliche aktiv in politische Strukturen einzubinden, gleichzeitig aber auch die Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung und Freizeitgestaltung zu verbessern.
Der 9. Jugendstadtrat: Ein neuer demokratischer Impuls
Am 9. Februar 2026 fand die erste Sitzung des 9. Jugendstadtrats statt – ein Meilenstein in der lokalen Jugendbeteiligung. Rebeca de Souza Batista wurde zur Vorsitzenden gewählt, Christian Häuser und Isabel Breitling übernahmen die Stellvertretung. Mit insgesamt 28 Mitgliedern im Alter von 12 bis 18 Jahren (13 Mädchen, 15 Jungen) ist der Jugendstadtrat ein Spiegelbild der jungen Bevölkerung in Speyer.
Die Wahlbeteiligung lag mit 60,2 % (2025) auf einem moderaten Niveau, was im Vergleich zu 2023 (67,6 %) rückläufig ist. Dies zeigt, dass es Raum für Verbesserungen bei der Wahlkampfförderung und der Öffentlichkeitsarbeit gibt. Der neue Gremiumsleiterin und ihren Kolleginnen und Kollegen wird jedoch durch den beschlossenen Wertekodex ein klares politisches Fundament mitgegeben – ein Instrument gegen Diskriminierung und für freiheitlich-demokratische Grundwerte.
Ferien- und Freitagsbetreuung: Strukturelle Herausforderungen und neue Wege
Ein weiterer Schwerpunkt des Februars war die Fortentwicklung der Betreuungsangebote für Grundschulkinder. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 18. Februar 2026 wurde beschlossen, den Caritasverband Speyer mit der Freitagsbetreuung im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) zu beauftragen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird ein Betreuungsangebot am Freitagnachmittag (12:00–16:00 Uhr) an fünf Grundschulstandorten angeboten. Jeder Standort bietet bis zu 30 Plätze, insgesamt also 150 Betreuungsplätze.
Zugleich wird ein einkommensabhängiges Beitragsmodell eingeführt: Elternbeiträge für die Freitagsbetreuung sind abhängig vom bereinigten Einkommen und variieren je nach Familiengröße. Schwächere Familien, beispielsweise SGB II-Empfänger, fallen weitgehend aus der Beitragspflicht heraus. Die Stadt erwirtschaftet hierdurch jährlich etwa 50.000 Euro, was die Kosten (60.000 Euro) nur teilweise deckt.
Im Sommer 2026 wird zudem die Ferienbetreuung in der „Walderholung“ ausgebaut – bis 2027 sollen die Kapazitäten auf 200 Plätze erhöht werden. Eltern konnten bereits in einer Befragung signalisieren, dass sie in den Sommerferien besonders stark auf Betreuungsangebote angewiesen sind (76 %). Die Stadt plant, das Angebot sukzessive zu erweitern und auch andere Standorte in Betracht zu ziehen.
Kita-Fusionen und Ressourcenoptimierung
Ein weiteres wichtiges Thema war die Fusion der Katholischen Kindertagesstätten Mariä Himmelfahrt und Don Bosco. Diese Entscheidung wurde aufgrund der rückläufigen Geburtenzahlen getroffen, um Ressourcen zu bündeln und die Qualität der Betreuung zu sichern. Der neue Standort wird in der Maximilianstraße 67b eingerichtet, und dort sollen 120 Betreuungsplätze für Ü2-Kinder angeboten werden. Die Fusion ist Teil der Kita-Bedarfsplanung für 2026/2027 und wurde mit den Kita-Beiräten abgestimmt.
Ausblick: Jugendpolitik als zentraler Zukunftsfaktor
Die Entwicklungen im Februar 2026 zeigen, dass Speyer Jugendpolitik als einen zentralen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Stadt versteht. Der neue Jugendstadtrat bietet eine demokratische Plattform, auf der junge Menschen ihre Stimme erheben können. Gleichzeitig wird Investition in Betreuungsstrukturen und Ferienangebote als Schlüssel für eine nachhaltige Jugendförderung betrachtet.
In den nächsten Monaten wird es besonders wichtig sein, die Ergebnisse der Elternbefragungen und die Auslastung der Betreuungsangebote zu evaluieren. Gleichzeitig gilt es, die Wahlbeteiligung im Jugendstadtrat zu steigern und die Transparenz der Arbeit zu erhöhen – beides zentrale Voraussetzungen für eine lebendige Jugendbeteiligung.
Quellen
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