Wirtschaftsentwicklung in Velbert: Standortfaktoren, Investitionen und Zukunftschancen
Im Februar 2026 stand Velberts Wirtschaftsentwicklung im Fokus. Arbeitsmarkt, Flächenentwicklung, Digitalisierung und Tourismus wurden diskutiert – mit klaren Entscheidungen, aber auch Kontroversen. Ein Überblick.
Wirtschaftsentwicklung in Velbert: Zwischen Flächenbedarf, Digitalisierung und Arbeitsmarktchancen
Die Wirtschaftsentwicklung in Velbert hat sich im Februar 2026 als zentraler Diskussionspunkt in der Stadtentwicklung gezeigt. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent, knappen Flächenressourcen und Investitionen in Breitband und Stadtmarketing bewegt sich Velbert in einem spannenden Spannungsfeld zwischen Wachstumschancen und strukturellen Herausforderungen.
Im Folgenden analysieren wir die wichtigsten Entwicklungen im Bereich der Wirtschaftspolitik, mit Schwerpunkten auf Arbeitsmarkt, Flächenentwicklung, Digitalisierung und touristischen Initiativen.
Arbeitsmarkt: Steigende Zahlen, aber auch Handlungsfelder
Velberts Arbeitsmarkt bleibt eine Herausforderung. Mit 3.723 Arbeitslosen im Januar 2026 liegt die Quote von 8,2 Prozent über dem Kreisdurchschnitt Mettmanns (7,3 Prozent). Besonders die Jugendarbeitslosigkeit – mit 317 Betroffenen im Alter von 15 bis 25 Jahren – ist ein sensibles Thema. Zwar gab es einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, doch die Entwicklung bleibt kritisch.
Auch der Anteil ausländischer Arbeitsloser (1.580) ist nicht zu vernachlässigen. Dies zeigt, dass Velberts Integrationspolitik im Arbeitsmarkt noch Potenziale hat. Die Stadt könnte hier verstärkt mit regionalen Unternehmen zusammenarbeiten, um gezielte Qualifizierungsprogramme anzubieten.
Flächenentwicklung: Prioritäten und Kosten
Die Suche nach neuen Gewerbeflächen ist ein zentraler Aspekt der städtischen Wirtschaftspolitik. Mit einem Flächenbedarf von insgesamt 62 Hektar und 18 Hektar noch ungeklärter Flächen ist die Situation angespannt. Die Fläche „Große Feld“ an der Langenberger Straße wurde als wichtigste Option identifiziert. Hier ist nun die Änderung des Flächennutzungsplans entscheidend.
Andere Flächen wie die zwischen Rottberger Straße und Eintrachtstraße fallen aufgrund hoher Kosten und landschaftlicher Einschränkungen weit hinter den Erwartungen zurück. Eine Machbarkeitsstudie ist dringend erforderlich, um die Kosten-/Ertragsbilanz für die verschiedenen Flächen zu klären. Hier zeigt sich ein klassisches Problem vieler Städte: Die Balance zwischen städtebaulicher Nutzung, ökologischen Anforderungen und wirtschaftlicher Attraktivität ist schwer zu halten.
Digitalisierung und Breitbandausbau: Erfolge und Herausforderungen
Velbert hat sich im Bereich Digitalisierung klar positioniert. Der Antrag auf Fördermittel für den Breitbandausbau wurde bewilligt, und nun muss die Stadt ihren kommunalen Eigenanteil stemmen. Das Finanzierungsmodell ist klar: 50 % aus Bundesmitteln, 30 % aus Landesmitteln und 20 % aus kommunalen Mitteln. Die Stadt bereitet nun die entsprechenden Beschlussvorlagen vor, um die Projektabwicklung anzustoßen.
Ein flächendeckender Breitbandausbau ist nicht nur ein Wachstumsfaktor für Unternehmen, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor. Velbert kann mit diesem Schritt wettbewerbsfähig bleiben – vorausgesetzt, die Finanzierung kommt zügig.
Tourismus und internationale Kontakte: Eine neue Perspektive
Velbert hat in den vergangenen Monaten verstärkt auf Tourismus gesetzt. Die Präsentation der Stadt vor Reiseagenturen aus den Philippinen zeigt, dass Velbert sich international positionieren will. Ziel ist es, zukünftig Reisegruppen (10–40 Personen) anzulocken, was vor allem für die lokale Gastronomie interessant sein könnte.
Die Leerstandsquote von 7 Prozent ist ein weiteres Thema, das sich in diesem Zusammenhang ergibt. Die Stadt hat konkrete Vermarktungsperspektiven für ehemalige Modegeschäfte wie B7 und Schäffkes. Hier ist es wichtig, dass die Stadt nicht nur passiv, sondern aktiv mit Investoren zusammenarbeitet, um Leerstände zu beheben.
Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing: Budget, Kritik und Perspektiven
Der Wirtschaftsförderungsausschuss hat im Februar 2026 einen Haushalt von 44.000 Euro für Veranstaltungen im Rahmen des Stadtmarketings beschlossen. Allerdings gab es auch Kritik: So wurde ein Änderungsantrag gestellt, um Mittel für den Verein „Bücherstadt Langenberg“ zu streichen und den Zuschuss für den Festausschuss Velbert Karneval zu reduzieren. Der Beschluss fiel mit 9:3 Stimmen, wobei die SPD und FDP gegen stimmten.
Die Finanzierung von Stadtmarketing ist immer auch ein politisches Thema. Die Stadt muss hier transparente Kriterien entwickeln, um sicherzustellen, dass Gelder effektiv eingesetzt werden – und nicht in Projekte fließen, die langfristig keine Wirkung zeigen.
Ausblick: Velbert als Wirtschaftsstandort im Wandel
Velbert steht vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen. Die Flächenentwicklung, der Breitbandausbau und die touristischen Initiativen zeigen, dass die Stadt bewusst auf Wachstum setzt. Gleichzeitig müssen die Arbeitsmarktpolitik und die Finanzierung von Wirtschaftsförderungsmaßnahmen stärker auf Nachhaltigkeit und Partizipation ausgerichtet werden.
Im Jahr 2026 wird es entscheidend sein, ob Velbert die Prioritäten klar definiert, die Machbarkeitsstudien für Flächen und Projekte zügig durchführt und die Finanzierungsmodelle transparent gestaltet. Nur so kann Velbert langfristig als attraktiver Wirtschaftsstandort agieren.
Quellen
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