Velberts Kinderbetreuung im Fokus: Ausbau, Finanzierung und Kinderschutz
Im Februar 2026 hat die Stadt Velbert wichtige Entscheidungen im Bereich der Kinderbetreuung getroffen. Mit der Trägerübernahme einer neuen Kita an der Sontumer Straße, der Ausweitung der Betreuungskapazitäten und der Stärkung des Kinderschutzes setzt Velbert Impulse für eine zukunftsfähige Betreuungslandschaft.
Velbert setzt auf mehr Betreuungsplätze und Kinderschutz
Im Jahr 2026 hat Velbert einen bedeutenden Schritt in der Kinderbetreuung vollzogen. Die Stadt hat nicht nur die Trägerschaft einer neuen Kindertagesstätte übernommen, sondern auch die Betreuungskapazitäten insgesamt ausgebaut. Gleichzeitig wird der Kinderschutz verstärkt – ein wichtiges Signal in Zeiten steigender Gefährdungsmeldungen.
Ausbau der Betreuungsplätze: 3.136 Plätze für das Kindergartenjahr 2026/2027
Velbert hat für das Kindergartenjahr 2026/2027 insgesamt 3.136 Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege geplant. Diese Zahl spiegelt einen strategischen Ausbau wider, der auf steigende Nachfrage und demografische Veränderungen reagiert.
- 2.506 Plätze für Kinder über 3 Jahren (99 % Versorgungsquote)
- 630 Plätze für Kinder unter 3 Jahren (39 % Versorgungsquote)
- 152 Förderplätze für behinderte Kinder
Die Betreuungszeiten sind dabei auf die Bedarfe der Eltern abgestimmt: 55 % der Betreuungsplätze sind in 45-Stunden-Betreuung, 42 % in 35-Stunden-Betreuung und 3 % in 25-Stunden-Betreuung.
Ein Schwerpunkt des Ausbaus ist die neue Kindertagesstätte an der Sontumer Straße, die in Velbert-Mitte entsteht. Sie wird 5 Gruppen umfassen und 94 Plätze bereitstellen – davon 19 für Kinder unter drei Jahren und 75 für Kinder über drei Jahren.
Trägerübernahme: Die neue Kita an der Sontumer Straße
Die Stadt Velbert übernimmt die Trägerschaft der neuen Kita an der Sontumer Straße und betreibt sie künftig als kommunale Einrichtung. Dieser Schritt ist Teil einer langfristigen Strategie, die Betreuungslandschaft in der Stadt selbstbestimmt zu gestalten und zu entwickeln.
In der Zuschussberechnung für kommunale Kitas wird ein Gesamtfördersatz von 87,5 % angewandt, wobei die Stadt Velbert 12,5 % als Eigenanteil trägt. Der Landeszuschuss beträgt 40,2 %, wobei ein zusätzlicher 3 %-iger Abzug gemäß § 38 Abs. 5 KiBiz vorgenommen wird.
Für die neue Einrichtung sind im Stellenplan 2026 folgende Planstellen vorgesehen:
- 1 Kitaleitung (S15 TVöD SuE)
- 1 stv. Kitaleitung (S13 TVöD SuE)
- 12 pädagogische Fachkräfte (S8a TVöD SuE)
- 1 Hauswirtschaftskraft (25 Std./Woche, E3 TVöD VKA)
- 0,5 BTHG-Fachkraft (S8b TVöD SuE) nach Bedarf
Der Ausbau der städtischen Kita Schillerstraße in Velbert-Neviges und die Erweiterung der AWO-Kita Nierenhofer Straße in Velbert-Langenberg sind weitere Maßnahmen, die im Jahr 2026/2027 umgesetzt werden.
Stärkung des Kinderschutzes: Mehr Kontrollen und Koordination
Die Stadt Velbert hat im Februar 2026 auch Maßnahmen zur Stärkung des Kinderschutzes beschlossen. Der städtische Jugendhilfedienst wird bei behördlichen Kontrollen hinzugezogen, sobald Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung auftreten. Die Kooperation mit der Polizei und Ordnungsamt wird intensiviert, und die Mitarbeiter des Jugendhilfedienstes übernehmen eigenverantwortlich Schritte zur Abwendung von Gefährdungen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2025 wurden 439 Kinderschutzmeldungen gemeldet, das sind deutlich mehr als die 289 Meldungen aus dem Vorjahr. Die häufigsten Gefährdungsmerkmale sind:
- Psychische Gewalt: 30,8 %
- Vernachlässigung: 38,5 %
- Körperliche Gewalt: 18,5 %
- Sexuelle Gewalt: 12,3 %
Die Stadt Velbert hat ein Kinderschutzkonzept für die neue Kita an der Sontumer Straße erarbeitet und betont, dass Kinderschutz eine gemeinsame Verantwortung aller Erwachsenen in städtischen Einrichtungen ist. Kinder sollen ernst genommen und sicher sein.
Förderung der Stadtteilarbeit: Unterstützung für Familien
Velbert fördert ab 2027 die Stadtteilarbeit im Bereich der Jugendhilfe mit maximal 350.190,71 Euro jährlich. Die Förderung konzentriert sich auf niedrigschwellige, ambulante Beratungs- und Unterstützungsformen für Familien, Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, Chancen zur Teilhabe für von Armut betroffene oder bedrohte Familien zu schaffen.
Gefördert werden u. a.:
- Präventive Angebote: Sprachkreise, offene Treffs, generationsübergreifende Projekte
- Bildungsangebote: Elternkurse, Elternabende, Trainingsprogramme
- Beratung: Niederschwellige, kurzfristige Beratungen im Elternkurs STEP
- Selbsthilfe: Begleitung von Selbsthilfegruppen und Multiplikatoren
Die Stadtteilarbeit ist ein zentraler Baustein in Velberts Strategie, um soziale Ungleichheit vorzubeugen und Familien frühzeitig zu unterstützen.
Ausblick: Kinder- und Jugendförderplan 2026–2030
Der Kinder- und Jugendförderplan 2026–2030 ist ein weiteres zentrales Instrument, um die Zukunft der Kinderbetreuung in Velbert zu gestalten. Nach Verzögerungen durch den erhöhten Rücklauf der Jugendbefragung ist der Plan für den Mai 2026 vorgesehen. Er wird im Jugendhilfeausschuss zur Abstimmung vorgestellt und bildet die Grundlage für zukünftige Investitionen und Reformen.
Velbert zeigt damit, dass Kinderbetreuung, Kinderschutz und Jugendförderung nicht isoliert betrachtet werden, sondern in einem umfassenden, vernetzten System verankert sind. Die Stadt setzt auf Chancengerechtigkeit, Inklusion und Partizipation – nicht nur in der Betreuung, sondern auch in der Politik.
Quellen
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