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Velberts Integrationspolitik: Fokus auf Chancengerechtigkeit, Sprachförderung und soziale Arbeit

📍 Velbert · Nordrhein-Westfalen
Velberts Integrationspolitik: Fokus auf Chancengerechtigkeit, Sprachförderung und soziale Arbeit

Im Februar 2026 hat der Velberter Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration wichtige Entscheidungen getroffen, die die Integration von Migranten, insbesondere aus Südosteuropa, stärken. Der Fokus lag auf dem Projektbüro SOE, Sprachförderung und der Wiedereröffnung des Kreisservicecenters.

Velberts Integrationspolitik im Fokus: Chancengerechtigkeit, Sprachförderung und soziale Arbeit

Velbert setzt in der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf niedrigschwellige Angebote, strukturelle Unterstützung und langfristige Partizipation. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration hat im Februar 2026 mehrere relevante Entscheidungen getroffen, die die Zukunft der Integration in der Stadt prägen könnten.

Das Projektbüro für Menschen aus Südosteuropa: Erfolge und Herausforderungen

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Vorstellung des Projektbüros für Menschen aus Südosteuropa (SOE-Büro), das seit 2024 von der Stadt Velbert finanziert wird. Das Büro ist eine zentrale Anlaufstelle für Familien mit Unterstützungsbedarf in Themen wie Wohnen, Arbeit, Bildung, Gesundheit und Sprache.

Im Jahr 2025 erreichte das SOE-Büro etwa 625 Personen durch 1.982 Beratungseinheiten. Die Zielgruppe ist dabei überwiegend aus Bulgarien, Rumänien, der Ukraine, Türkei und Griechenland. Häufige Anliegen betreffen Existenzsicherung (Jobcenter, Wohngeld), Gesundheit (Krankenversicherung, Ärzte), Bildung (Schulanmeldung, Sprachkurse) und Rechtsfragen.

Die Arbeit des SOE-Büros ist von Erfolgen gekrönt: Frauen werden selbstbewusster, schneller in Sprachkurse und Arbeit eingebunden und übernehmen Vorbildfunktion. Gleichzeitig bestehen jedoch Herausforderungen wie Sprachbarrieren, formale Anforderungen und geringe Bildungsvoraussetzungen.

Die Stadt Velbert investiert jährlich rund 220.000 Euro in das SOE-Büro, wobei die Kosten pro Beratungsfall bei etwa 113 Euro liegen. Die Zusammenarbeit mit Behörden, Schulen und freien Trägern wird als überwiegend positiv bewertet, doch es gibt einen klaren Wunsch nach strukturellen Anpassungen, um den Zugang zu den Angeboten zu erleichtern.

Sprachförderung: KiKoS-Grundschule und KiKoS-Family

Ein weiteres zentrales Thema war die Vorstellung der Sprachförderangebote „KiKoS-Grundschule“ und „KiKoS-Family“, die von der Stadt Velbert gemeinsam mit der AWO im Kreis Mettmann durchgeführt werden. Aktuell sind etwa 35 Kinder in der Grundschule angemeldet, wobei 10–15 Kinder regelmäßig an der Förderung teilnehmen.

Diese Angebote sind Teil der Bemühungen, Kindern mit Migrationshintergrund den Übergang in das deutsche Bildungssystem zu erleichtern. Die Sprachförderung ist kostenfrei und soll die Teilhabe an Schule und Gemeinschaft stärken.

Wiedereröffnung des Kreisservicecenters: Ein Antrag mit politischem Gewicht

Ein weiterer Entscheidungspunkt war die Anfrage der SPD-Fraktion zur Wiedereröffnung des Kreisservicecenters in Velbert. Das Servicecenter, das unter anderem die Ausländerbehörde beherbergen könnte, war im Jahr 2023 aufgrund fehlender Räumlichkeiten abgelehnt worden. Die SPD argumentierte mit der Chancengerechtigkeit und der Entzerrung der Situation in Mettmann.

Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration stimmte einstimmig einem Antrag zu, in dem der Bürgermeister gebeten wird, sich bei der Landrätin für die Wiedereröffnung einzusetzen. Die Verwaltung bestätigte, dass der Bürgermeister dies tun wird.

Der Integrationspreis der Stadt Velbert: Würdigung und Motivation

Im Rahmen der Sitzung wurde auch über die Richtlinien für den Förderpreis für Chancengerechtigkeit und Integration diskutiert. Der Preis, der seit 2026 alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit bis zu 3.000 Euro dotiert und soll Engagement für Integration und Teilhabe würdigen.

Der Ausschuss stimmte der neuen Richtlinie einstimmig zu, wobei der Preisname von „Integrationspreis“ in „Förderpreis für Chancengerechtigkeit und Integration“ geändert wurde, um den erweiterten Fokus auf Chancengleichheit zu unterstreichen.

Ausblick: Integration als kontinuierlicher Prozess

Die Entscheidungen des Ausschusses zeigen, dass Velbert sich bewusst für eine integrationsfreundliche Politik einsetzt – nicht nur durch finanzielle Mittel, sondern auch durch strukturelle und soziale Unterstützung. Die Wiedereröffnung des Kreisservicecenters, die Stärkung der Sprachförderung und die Arbeit des SOE-Büros sind Schritte in diese Richtung.

In den kommenden Monaten wird es besonders wichtig sein, die Erfolge der bisherigen Maßnahmen zu bewerten und neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Velbert zeigt, dass Integration kein einmaliger Akt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der von der Politik, der Verwaltung und der Gesellschaft getragen werden muss.

Quellen

Sitzung

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