Solingens Klimaschutz in der Umsetzung: Was sich im Februar 2026 bewegt hat
Im Februar 2026 hat Solingen in der Umwelt- und Klimapolitik deutlich Tempo aufgenommen. Von der Renaturierung der Itter über Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen bis hin zur kommunalen Wärmeplanung – die Stadt setzt auf mehrere Fronten Maßstäbe.
Klimaschutz in Solingen: Ein intensiver Monat mit langfristigen Impulsen
Der Februar 2026 hat gezeigt, dass Solingen nicht nur Ziele formuliert, sondern auch aktiv umsetzt. In der Umwelt- und Klimapolitik bewegen sich viele Projekte, die sowohl ökologisch als auch gesellschaftlich relevant sind. Die Stadt verfolgt dabei ein breites Portfolio an Maßnahmen – von der Renaturierung von Flüssen über den Ausbau erneuerbarer Energien bis hin zur Förderung klimafreundlicher Mobilität.
Renaturierung und Biodiversität: Die Itter und das MARS-Projekt
Renaturierung der Itter – ein Schritt für den ökologischen Fortschritt
Die Renaturierung der Itter zwischen km 11,94 und 12,12 ist ein Meilenstein in Solingens Naturschutzstrategie. Die Entfernung von Ufermauern und die Befestigung der Ufer mit Wasserbausteinen tragen dazu bei, den Fluss natürlicher und lebenswerter zu gestalten. Die Maßnahme erwirtschaftete insgesamt 6.885 Ökologische Pluspunkte (ÖP), was nicht nur eine ökologische, sondern auch eine messbare Leistung darstellt.
Doch die Renaturierung ist nicht nur ein ökologisches Projekt – sie ist auch ein sozialer Erfolg. Durch die Einbindung der Bevölkerung und die Schaffung lebenswerter Räume entlang des Flusses wird der Stadtraum nachhaltig geprägt.
MARS: Biodiversität wird sichtbar
Das Projekt MehrArtenRäume Solingen (MARS), das im UN-Dekade-Projektwettbewerb 2025 ausgezeichnet wurde, ist ein weiteres Beispiel für die Vorreiterrolle Solingens. Mit einer Förderung von 340.000 € und der Entwicklung von fünf Pilotflächen in vier Stadtbezirken fördert MARS urbanen Biodiversität. Durch Aktionstage, Naturboxen und Bildungsangebote wird die Natur für Bürger:innen erfahrbar gemacht.
Das Projekt ist ein Modell für andere Städte – und das nicht nur in NRW. Der geplante Leitfaden, der aus dem Projekt entstehen soll, wird künftig eine nationale Rolle spielen.
Kreislaufwirtschaft im Gesundheitssektor: Circular.Care.Solingen
Gesundheit und Klimaschutz – zwei Seiten einer Medaille
Mit dem Projekt Circular.Care.Solingen setzt Solingen einen neuen Standard im Gesundheitssektor. Ab November 2025 startet das dreijährige Projekt, das im Rahmen des NRW-Programms „Circular Economy – CircularCities.NRW“ durchgeführt wird. Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck des Gesundheitswesens zu reduzieren, durch:
- Nachhaltige Beschaffung
- Abfallvermeidung
- Wiederverwertung
- CO₂-Reduktion
In der ersten Projektphase wird das Städtische Klinikum an modernisierten Abfallmanagementsystemen arbeiten. In der zweiten Phase sollen weitere Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen einbezogen werden. In Deutschland verursacht der Gesundheitssektor 5 % des Rohstoffverbrauchs – das Projekt hat also nicht nur lokale, sondern auch überregionale Relevanz.
Kommunale Wärmeplanung: Der Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung
Klimaneutralität bis 2045 – wie das geht
Die kommunale Wärmeplanung von Solingen ist ein weiterer Meilenstein in der Klimapolitik. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten. Die Planung beruht auf einer detaillierten Analyse des Energieverbrauchs und der Emissionsfaktoren.
- Endenergieverbrauch Wärme 2022: 86,15 GWh
- Zieljahr 2045: 510,68 GWh
- Hauptenergieträger 2022: Erdgas
- Hauptenergieträger 2045: Strom
Die Stadt setzt dabei auf erneuerbare Energien, insbesondere Oberflächennahe Geothermie, und plant den Ausbau der Wärmenetze. Die Wärmenetze sollen sich von 10 km (2022) auf 52,20 km (2045) ausdehnen. Die Lanuk hat die Planung positiv bewertet – das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft.
Ausblick: Wie sich die Klimapolitik weiterentwickelt
Solingen hat in den vergangenen Jahren einen klaren Kurs gesetzt: Klimaschutz, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Mobilität sind nicht nur Themen – sie sind Handlungsfelder. Der Februar 2026 hat gezeigt, dass die Stadt in der Umsetzung konsequent bleibt.
Was bleibt abzuwarten, ist, wie die Projekte im Jahr 2026 bis 2028 weiterentwickelt werden. Die Wärmeplanung, das MARS-Projekt und Circular.Care sind nur einige Beispiele für die Vielfalt der klimapolitischen Arbeit in Solingen. Die Stadt bewegt sich auf einem guten Weg – und hat damit die Möglichkeit, auch überregional Vorbild zu sein.
Quellen
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