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Schulhöfe neu geordnet – Bildung und Freizeit in Solingen

Education and Public Facilities 📍 Solingen · Nordrhein-Westfalen
Schulhöfe neu geordnet – Bildung und Freizeit in Solingen

Im Februar 2026 hat Solingen eine neue Schulhofbenutzungsordnung beschlossen, die den städtischen Schulhöfen eine multifunktionale Nutzung ermöglicht. Gleichzeitig setzte sich der Ausschuss für Schule und Weiterbildung mit Themen wie Schulabsentismus und der Zukunft der Offenen Ganztagsschulen auseinander. Dieser Blog gibt einen detaillierten Überblick über die Entscheidungen und Hintergründe.

Multifunktionale Nutzung von Schulhöfen: Eine neue Ära in Solingen

Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung hat im Februar 2026 eine grundlegende Neuregelung der Nutzung städtischer Schulhöfe beschlossen. Die neue Schulhofbenutzungsordnung ist nicht nur ein rechtlicher Rahmen, sondern auch ein Schritt hin zu einer besseren Nutzbarkeit städtischer Infrastruktur für Bildung, Freizeit und Nachhaltigkeit.

Die Ordnung wird erstmals seit 1996 überarbeitet und erweitert die Nutzungsmöglichkeiten der Schulhöfe außerhalb der regulären Schulzeiten. Ziel ist es, diese Flächen nicht nur als Spielplätzen, sondern auch als Orte des gemeinsamen Lernens, Bewegung und sozialen Austauschs zu nutzen. Besonders in Städten wie Solingen, in denen die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche begrenzt sind, ist dies ein entscheidender Schritt.

Neue Regeln – neue Chancen

Die neue Ordnung erlaubt beispielsweise Fahrradfahren auf den Schulhöfen und erweitert die Zugänglichkeit auf Wochenenden und Feiertage. Zudem sind Ballspiele mit Softbällen, Rollschuhlaufen und Inline-Skating erlaubt. Diese Regelungen sollen den Radverkehrsanteil erhöhen und gleichzeitig den Spiel- und Bewegungsbedarf junger Menschen stillen.

Gleichzeitig wurden klare Grenzen gezogen: Fahrzeuge mit Akku oder Motor sowie der Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen sind untersagt. Die Aufsichtspflicht bleibt bei den Erziehungsberechtigten, und die Stadt Solingen haftet nicht für Schäden, die durch Benutzer verursacht werden. Diese Regelung ist notwendig, um rechtliche Risiken abzusichern und gleichzeitig die Verantwortung der Eltern zu betonen.

Die Ordnung wird zunächst an Grundschulen angewandt und soll später auf weiterführende Schulen ausgeweitet werden. Die Kosten für die neue Beschilderung an den Schulhöfen liegen bei etwa 500 Euro pro Standort – ein Investitionsschritt, der sich in der langfristigen Nutzung der Flächen widerspiegelt.

Schulabsentismus: Ein zentraler Herausforderungsbereich

Ein weiteres zentrales Thema des Ausschusses war der Umgang mit Schulabsentismus. In Solingen ist die Abwesenheit von Schülern, insbesondere ab der Klasse 7, ein langfristiges Problem, das sich auf die Bildungs- und Berufsaussichten der Betroffenen negativ auswirkt.

Im Februar 2026 wurde eine statistische Erhebung vorgestellt, die zeigt, dass die Zahl der Fälle in der Sekundarstufe I (Sek I) im Jahr 2023/24 mit 296 Fällen gestiegen ist, im Folgejahr wieder auf 195 gesunken. In der Sekundarstufe II (Sek II) und Berufskollegs gab es 2023/24 sogar einen Anstieg auf 306 Fälle. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Schulabsentismus ein strukturelles Problem bleibt.

Die Stadt setzt auf multiprofessionelle Kooperationen und innovative Lösungen wie das Projekt SamS-Raum (Schule als Lebensraum) oder Langzeitpraktika, die den Übergang Schule-Beruf glatter gestalten. Zudem wird die Ausweitung der Schulsozialarbeit angestrebt, um schulvermeidendes Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu begleiten.

Offener Ganztag: Neuorganisation und Zukunftsperspektiven

Ein weiterer Schwerpunkt war die Neuorganisation der Übermittagsbetreuung an Offenen Ganztagsschulen. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird die Betreuung bis 14 Uhr angeboten, mit flexibleren Modellen an Modellschulen („ÜMI Flex“). Die Finanzierung erfolgt einkommensabhängig, was Gerechtigkeit und Zugänglichkeit stärkt.

Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans, den Offenen Ganztag als zentralen Bildungs- und Präventionsort zu etablieren. Gleichzeitig wird der sogenannte ABC-Klassen-Diskurs thematisiert – eine Initiative zur Vorbereitung vierjähriger Kinder auf die Grundschule. Solingen kritisiert die Umsetzung als zu kostenintensiv und pädagogisch fragwürdig, setzt stattdessen auf integrierte Sprachförderung.

Ausblick: Bildung als Schlüssel für die Zukunft Solingens

Die Entscheidungen des Ausschusses für Schule und Weiterbildung im Februar 2026 zeigen, dass Solingen auf mehreren Ebenen aktiv ist: von der Nutzung von Schulhöfen über die Bekämpfung von Schulabsentismus bis hin zur Zukunft der Offenen Ganztagsschulen.

Die neuen Regeln für die Schulhöfe sind ein Beispiel dafür, wie Bildungseinrichtungen auch außerhalb des Unterrichts zum Leben beitragen können – als Orte der Bewegung, der sozialen Integration und der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig zeigt der Umgang mit Schulabsentismus, dass Solingen auf komplexe Herausforderungen mit strukturierten, multiprofessionellen Strategien reagiert.

In einer Zeit, in der Bildung immer stärker als Schlüssel zur Teilhabe und Zukunftsfähigkeit verstanden wird, sind diese Schritte ein wichtiger Meilenstein für die Stadt Solingen.

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