Rheinberg im März 2026: Haushalt, Bäume und neue Strukturen
Im März 2026 standen in Rheinberg wichtige Entscheidungen zur Haushaltsplanung, zur Ersatzpflanzung von Rosskastanien, zur Ordnung im Rathaus und zur Digitalisierung im Fokus. Hier der Monatsrückblick.
Haushalt, Bäume und Struktur: Die wichtigsten Entwicklungen im März 2026
Was diesen Monat wichtig war
- Der Haushalt 2026 wurde verabschiedet, wobei ein Defizit von über 14 Millionen Euro akzeptiert wird.
- Rosskastanien in Rheinberg sind stark gefährdet – viele Bäume müssen ersetzt werden.
- Die AfD-Abgeordnete Annette Seitz verlor ihr Ratsmandat, da sie nicht mehr in Rheinberg gemeldet war.
- Die geplante X-Bus-Linie 30 wurde aus finanziellen Gründen abgelehnt.
- Die Einrichtung einer Stabsstelle „Chief Digital Officer“ wurde im Finanzausschuss abgelehnt, bleibt aber politisch umstritten.
- Ein Sicherheitsdienst für die Notunterkunft Melkweg wird eingerichtet.
Haushalt 2026: Defizit akzeptiert, Kürzungen beschlossen
Im März 2026 verabschiedete der Stadtrat Rheinbergs Haushalt 2026 mit einem geplanten Defizit von 14,18 Millionen Euro. Dieser Haushaltsspiegel wurde unter Berücksichtigung von mehreren Ausschuss-Empfehlungen beschlossen. Zahlreiche Projekte und Budgetpositionen wurden gekürzt oder entfallen, darunter:
- 3.000 Euro für das Projekt „Rheinberg summt“,
- 45.000 Euro Eigenanteil für ein LEADER-Projekt,
- 65.000 Euro Pauschalmittel für die Ortsteile.
Zudem wurde beschlossen, einen Sicherheitsdienst an der Notunterkunft Melkweg auszuschreiben und eine Machbarkeitsstudie für Wärmenetze mit 75.000 Euro Budget zu finanzieren. Ebenfalls neu: die Einführung eines verbindlichen Finanzcontrollings mit Monats- und Quartalsabschlüssen sowie ein fester Haushalts-Zeitplan.
Rosskastanien in Rheinberg: Bäume sterben aus, müssen ersetzt werden
Die Rosskastanien in Rheinberg stehen vor einem großen Problem: Ein Bakterium namens Pseudomonas syringae bedroht die Bäume, gegen das keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel existieren. Im Rahmen einer Bestandsaufnahme wurden insgesamt 16 Rosskastanien untersucht, wobei 10 Bäume befallen waren. Am Kirchplatz und Kattewall wiesen bis zu 18 von 31 Bäumen Schäden auf.
Einige Bäume, wie Rosskastanie 83 am Kattewall, sind bereits abgestorben und tragen Fruchtkörper von Pilzen wie dem Samtfußrüling, weshalb eine Fällung vorgesehen ist. Empfohlen wird, stark geschädigte Jungbäume gegen zukunftsfähige Baumarten auszutauschen, um langfristig Verkehrssicherheitsrisiken zu vermeiden.
Mandatsverlust von Annette Seitz und neue Strukturen
Ab 1. November 2025 verlor Annette Seitz (AfD) ihr Ratsmandat, da sie nicht mehr in Rheinberg gemeldet war. Dieser Mandatsverlust wurde im März 2026 einstimmig bestätigt. Die Verwaltung wurde angewiesen, die Rechtmäßigkeit der Wahl zu prüfen und 551,45 Euro an Aufwandsentschädigung von Frau Seitz zurückzufordern.
Zudem wurden in der Ratssitzung am 24. März 2026 neue Strukturen beschlossen:
- Einführung einer Stabsstelle „Chief Digital Officer (CDO)“ (zwar abgelehnt im Finanzausschuss, aber politisch weiter diskutiert),
- Einrichtung einer Stabsstelle für die Grundsteuer B,
- Gründung eines Bürgerbeirats zur Energie- und Wärmewende.
Digitalisierung und Sicherheit: Kontroverse Diskussionen
Die Digitalisierung blieb ein zentrales Thema. Obwohl der Vorschlag der Verwaltung, eine Stabsstelle „Chief Digital Officer“ einzurichten, abgelehnt wurde, forderten mehrere Fraktionen, insbesondere die CDU und Bündnis 90/Die Grünen, eine klare digitale Strategie. Die CDU kritisierte den Sachstandsbericht der Verwaltung, während Bündnis 90/Die Grünen den Vorschlag unterstützte.
Zur Sicherheit wurde beschlossen, einen Sicherheitsdienst an der Notunterkunft Melkweg einzurichten. Die SPD sprach sich dafür aus, auch Sozialarbeit und klare Hausordnungen zu fördern. Die CDU-Fraktion beantragte die Verschiebung der Beratung, da keine konkreten Verursacher ermittelt wurden.
Überblick: Tendenzen und Herausforderungen
Der März 2026 zeigt, dass Rheinberg mit mehreren Herausforderungen konfrontiert ist: finanzielle Unsicherheit, Bäume in Gefahr, politische Strukturveränderungen und der Druck, digitale und soziale Innovationen voranzutreiben. Gleichzeitig bleibt die Stadt in der Pflicht, transparent zu bleiben – sei es bei Haushaltsentscheidungen oder bei der Befassung mit Baumfällungen.
Die Diskussionen um die Digitalisierung und Sicherheit zeigen, dass auch in kleineren Städten wie Rheinberg moderne Themen eine große Rolle spielen. Die Einrichtung von Bürgerbeiräten und Stabsstellen könnte zukünftig dazu beitragen, Entscheidungsprozesse zu verbessern und mehr Bürger:innen einzubeziehen.
Fazit und Ausblick
Der März 2026 war in Rheinberg geprägt von Haushaltsentscheidungen, politischen Entwicklungen und Herausforderungen in der Stadtentwicklung. Der geplante Haushaltsdefizit von über 14 Millionen Euro wird die nächsten Monate prägen, genauso wie die Fällung und Ersatzpflanzung von Rosskastanien. Auch die Diskussionen um die Digitalisierung und Sicherheit zeigen, dass Rheinberg sich in einen Wandel begibt.
Im April gilt es, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen – insbesondere im Bereich der Finanzplanung und der Umsetzung des Sicherheitsdienstes. Zudem wird es interessant zu beobachten sein, ob die Diskussion um die Digitalisierung und den „Chief Digital Officer“ in der nächsten Ratssitzung weitergeführt wird.
Quellen
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