Monatlich 3 Min. Lesezeit

Wohnen, Integration und soziale Sicherheit in Mönchengladbach – Fokus April 2026

📍 Moenchengladbach · Nordrhein-Westfalen
Wohnen, Integration und soziale Sicherheit in Mönchengladbach – Fokus April 2026

In Mönchengladbach standen im April 2026 soziale Themen wie Wohnungspolitik, Integration und Mieterschutz im Fokus. Wir analysieren die wichtigsten Entscheidungen und Entwicklungen aus der Politik des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration.

Wohnraumvergabe und soziale Gerechtigkeit – ein neues Punktesystem in Planung

Im April 2026 hat der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration einen Antrag der AfD-Fraktion beraten, der einen neuen Ansatz für die Vergabe öffentlich geförderten Wohnraums vorsieht. Der Vorschlag sieht ein sozial ausgewogenes und ortsbezogenes Punktesystem vor, das Faktoren wie die Dauer des Hauptwohnsitzes in Mönchengladbach, Arbeitsbeziehungen im Stadtgebiet, Familiengröße und Ehrenamt berücksichtigt.

Die Begründung für diesen Schritt ist klar: Der Wohnungsmarkt ist angespannt, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wächst, und es gibt eine wachsende Wahrnehmung von Ungerechtigkeit in der Vergabe. Die Stadt plant, das Konzept in den nächsten Wochen zu entwickeln – ohne zusätzliche Kosten verursachen zu müssen.

Integration älterer Menschen mit Migrationshintergrund: Das Projekt „Pflegelots:innen für Vielfalt“

Ein weiteres zentrales Thema war die Integration älterer Menschen mit Migrationshintergrund in die Gesundheits- und Pflegeversorgung. Das Projekt „Pflegelots:innen für Vielfalt“ zielt auf die Unterstützung dieser Zielgruppe ab und setzt auf ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Lots:innen. Diese sollen dabei helfen, Anknüpfungspunkte in bestehende Angebote zu finden und eine bessere Versorgung sicherzustellen.

Die Kooperation mit über zehn Partnern, darunter AWO, Deutsches Rotes Kreuz und Seniorenrat, ist wegweisend. Der Start des Projekts ist für Anfang Juli 2026 geplant. Mit der Zielgruppe aus Türkei, Griechenland, Italien, Marokko, Ukraine und Rumänien setzt Mönchengladbach ein klares Zeichen für soziale Inklusion im Alter.

Integration durch Qualifizierung – das Projekt KLiQG⁺

Im Rahmen des IQ-Programms (Integration durch Qualifizierung) setzt Mönchengladbach auf das Projekt KLiQG⁺, das insbesondere für zugewanderte Fachkräfte in der Gesundheits- und Sozialbranche gedacht ist. Ziel ist es, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen zu fördern, Sprachbarrieren abzubauen und Berufliche Orientierung zu geben.

Das Projekt wird von 2026 bis 2028 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Europäische Sozialfonds (ESF) gefördert. Es richtet sich an Personen mit Wohnsitz in NRW und einem Sprachniveau von mindestens B1. Besonders Frauen werden durch Gründungsförderung unterstützt.

Soziale Betreuung und medizinische Assistenz für Geflüchtete

Die Stadt Mönchengladbach setzt auch weiterhin auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der freien Wohlfahrtspflege, um Geflüchtete besser zu integrieren. Eine Leistungsvereinbarung mit dem Flüchtlingsrat Mönchengladbach sieht beispielsweise eine medizinische Assistenz vor, die durch eine examinierte Krankenschwester in 70 % Stelle geleistet wird.

Die Betreuung umfasste bis 2024 bereits 1.135 Personen. Die Vereinbarungen laufen bis Ende 2026 und sind Teil eines größeren Bemühens, Geflüchtete in das Gesundheitssystem zu integrieren und den Zugang zur ärztlichen Versorgung zu verbessern.

Politische Positionen: Ablehnung des Abschiebegefängnisses

Der Stadtrat Mönchengladbach hat im April 2026 eine Resolution gegen die Einrichtung eines Abschiebegefängnisses in der Stadt verabschiedet. Der Antrag stammt von Bündnis 90/Die Grünen und wurde einhellig unterstützt. Die Resolution ist Teil einer bundesweiten Aktion unter dem Motto „Abschiebegefängnis verhindern – in Mönchengladbach und überall.“

Ausblick: Weitere Initiativen im Bereich Inklusion und Gleichstellung

Neben diesen Themen standen auch die Gleichstellung und Inklusion im Fokus. So diskutierte der Ausschuss einen Änderungsantrag zur Resolution „Solidarität mit dem Queeren Zentrum – Null Toleranz für Gewalt“. Der Antrag soll in Kürze im Stadtrat verabschiedet werden und ein klares Zeichen gegen Gewalt und für finanzielle Unterstützung der queeren Community setzen.

Zudem plant die Stadt, bis 2028 jährlich 45.000 Euro an die Verbände der freien Wohlfahrtspflege für soziale Arbeit zu zahlen. Diese finanzielle Unterstützung ist ein Meilenstein in der sozialen Arbeit der Stadt.

Fazit: Mönchengladbach setzt auf Inklusion, Integration und soziale Sicherheit

Der April 2026 war geprägt von konkreten Maßnahmen und Initiativen, die soziale Sicherheit, Gerechtigkeit und Integration in Mönchengladbach stärken sollen. Ob im Bereich der Wohnraumvergabe, der Betreuung von Geflüchteten oder der Unterstützung älterer Migranten – die Stadt zeigt sich engagiert und handlungsfähig. Gleichzeitig setzt sie ein klares politisches Statement gegen Abschiebegefängnisse und für die Gleichstellung aller Menschen. Diese Entwicklungen legen nahe, dass Mönchengladbach in den nächsten Jahren einen starken Fokus auf soziale Gerechtigkeit und Inklusion behalten wird.

Quellen

Sitzung

Weitere Beiträge aus Moenchengladbach

Zukunft des JHQ-Areals: Zwischen UfA, Gewerbeentwicklung und Naturschutz
📍 Moenchengladbach

Zukunft des JHQ-Areals: Zwischen UfA, Gewerbeentwicklung und Naturschutz

Im April 2026 standen in Mönchengladbach die Planungen für das JHQ-Areal im Fokus. Die Machbarkeitsstudie, städtebauliche Rahmenpläne und rechtliche Hürden sind entscheidend für die Zukunft des 376 Hektar großen Geländes in Rheindahlen. Dieser Blog analysiert, welche Optionen stehen, welche Risiken bestehen und welche Chancen für die Stadtentwicklung entstehen.

Weiterlesen

Früher wissen. Früher handeln.

Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.

Jetzt kostenlos testen