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Mobilität in Mönchengladbach: Linienanalyse, Fahrgastnachfrage und Zukunft der Nahverkehrsplanung im April 2026

📍 Moenchengladbach · Nordrhein-Westfalen
Mobilität in Mönchengladbach: Linienanalyse, Fahrgastnachfrage und Zukunft der Nahverkehrsplanung im April 2026

Im April 2026 standen in Mönchengladbach die Fortschritte in der Nahverkehrsplanung, die Analyse der Fahrgastnachfrage sowie die Bewertung der Verspätungslage im Fokus. Die Stadt arbeitet intensiv an der Optimierung ihres ÖPNV-Angebots, um Nachfrage und Effizienz zu steigern.

Mobilität in Mönchengladbach: Linienanalyse, Fahrgastnachfrage und Zukunft der Nahverkehrsplanung im April 2026

Im April 2026 setzte die Stadt Mönchengladbach ihre Arbeit an der Fortschreibung des Nahverkehrsplans (NVP) fort. Der aktuelle NVP, der 2017 beschlossen und 2019 finalisiert wurde, ist nun in der Phase der Überarbeitung, um den sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Analyse der Fahrgastnachfrage, der Auslastung der Linien und der Bewertung von Verspätungen.

Nahverkehrsplanung und Auslastungsanalyse

Die Stadt hat eine Voruntersuchung gestartet, um die Stärken und Schwächen des bestehenden Nahverkehrsnetzes zu identifizieren. Ziel ist es, die Auslastung zu optimieren und die Effizienz des ÖPNV zu steigern. Die NEW mobil & aktiv GmbH stellte detaillierte Daten über Soll- und Ist-Fahrtzeiten bereit, die eine klare Übersicht über die Verspätungslage ermöglichen.

Die Auswertung zeigt, dass die mittlere tägliche Fahrgastzahl im Stadtbusangebot an Werktagen bei etwa 3.100 liegt, an Samstagen bei 2.100 und an Sonn- und Feiertagen bei rund 1.000. Diese Zahlen geben einen ersten Eindruck von der Nachfrageentwicklung im Tagesverlauf. Besonders hohe Werte wurden bei Linie 004 zwischen Hamburgring und Marienplatz sowie Marienplatz und Schelsen beobachtet. Im Gegensatz dazu gibt es Abschnitte wie Genhülsen, die praktisch keine Fahrgäste aufweisen.

Verspätungsanalyse und Störfaktoren

Ein weiterer Fokus lag auf der Verspätungsanalyse. Linie 008 erwies sich dabei als besonders störanfällig. Sie verläuft durch Tempo-30-Zonen, schmale Straßen und Abbiegungen, was zu erheblichen Verzögerungen führt. Zwischen Annakirchstr. und Nordpark ist mehr als jede zweite Fahrt verspätet, und im Bereich Breiter Graben – Nordpark kommt es häufig zu Verspätungen von über fünf Minuten. Diese Streckenabschnitte sind daher dringend auf Optimierungen angewiesen.

Linienoptimierung und Taktzeiten

Die Linien in Mönchengladbach sind in verschiedene Kategorien eingeteilt: Radiallinien, Tangentiallinien, Schnellbuslinien, Nachtbuslinien und Halbmesserlinien. Die Taktzeiten variieren je nach Wochentag. Linie 001, die beide Zentren (Mönchengladbach und Rheydt) bedient, verfügt an Werktagen über einen Takt von 20 Minuten, an Samstagen wechselt der Takt zwischen 20 und 30 Minuten, an Sonn- und Feiertagen zwischen 30 und 60 Minuten.

Im Rahmen der Voruntersuchung wurden auch Handlungsempfehlungen formuliert. So wird für Linie 008 vorgeschlagen, die späten Fahrten zwischen Europaplatz und Nordpark Busbahnhof zu optimieren. Linie 007 könnte durch eine Verkürzung bis Lockhütte entlastet werden, und Linie 009 bietet Einsparpotenziale bei den letzten Fahrten nach Mitternacht.

Verkehrsflüsse und Infrastruktur

Die Stadt nutzt ein automatisiertes Zählsystem, das Ein- und Aussteiger sowie die Besetzung der Bussen erfasst. Diese Daten dienen der Erstellung von „Belastungsteppichen“, die die Verkehrsflüsse nach Stundengruppen und Fahrplanzeiten darstellen. So können Engpässe und Streckenabschnitte mit hoher Nachfrage gezielt identifiziert werden.

Ein Beispiel hierfür ist Linie 015, bei der zwischen Kaiser-Friedrich-Halle und Waldhausener Höhe hohe Verspätungen auftreten. Die Linie 016 hingegen ist durch den Bahnübergang in Wickrath und die Orffstraße stark beeinträchtigt, was zu einer Kumulation von Verspätungen führt.

Zukunft der Mobilität in Mönchengladbach

Die Stadt arbeitet intensiv an der Zukunft der Mobilität. Neben der Optimierung des Nahverkehrsplans stehen auch die Schaffung von Tempo-30-Zonen, die Förderung des Radverkehrs und die barrierefreie Gestaltung des ÖPNV im Fokus. Im Jahr 2027 und 2028 sind 23 neue Tempo-30-Zonen geplant, die den Schutz von Fußgängern und Fahrradfahrern stärken sollen. Zudem werden Infrastrukturmaßnahmen wie Haltestellenausbauten und Verkehrsberuhigungen geprüft.

Im Bereich des Radverkehrs ist die Vervollständigung der Radverkehrsanlage an der Blumenberger Straße ein weiteres zentrales Projekt. Zudem wird eine fahrradfreundliche Verbindung zwischen Rheydt Innenstadt und Schloss Rheydt geprüft.

Fazit

Die Mobilitätssituation in Mönchengladbach ist in einem intensiven Transformationsprozess. Mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans und der Optimierung der Linienstruktur setzt die Stadt auf ein effizientes, nachhaltiges und benutzerfreundliches ÖPNV-Angebot. Die Datenbasierte Planung und die Einbindung der Bürgermeinung sind entscheidende Faktoren für den Erfolg dieser Maßnahmen. In den kommenden Jahren wird es spannend zu beobachten sein, wie sich die Mobilität in der Stadt weiterentwickelt.

Quellen

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