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Schulpolitik in Lohmar: Mehrklasse am Gymnasium und die Herausforderungen im April 2026

Education and Public Facilities 📍 Lohmar · Nordrhein-Westfalen
Schulpolitik in Lohmar: Mehrklasse am Gymnasium und die Herausforderungen im April 2026

Im April 2026 standen in Lohmar wichtige Entscheidungen im Bereich Bildung im Vordergrund. Eine dringliche Mehrklasse am Gymnasium und Spannungen im Schulausschuss zeigen die Herausforderungen im Umgang mit steigender Nachfrage nach Schulplätzen.

Steigende Nachfrage und die Dringlichkeitsentscheidung

Die Bildung einer fünften Eingangsklasse am Gymnasium Lohmar für das Schuljahr 2026/2027 war dringend notwendig, da insgesamt 141 Schülerinnen und Schüler sich angemeldet hatten – mehr als die bisherige Kapazität von 120 Plätzen erlaubte. Rund 124 davon wohnten in Lohmar. Die Verwaltung entschied dringlich über die Einrichtung der Klasse, da eine reguläre Sondersitzung des Schulausschusses zeitlich nicht mehr möglich war. Dies führte jedoch zu Kritik, insbesondere aus der GRÜNE Fraktion, die das Vorgehen als rechtswidrig und nicht transparent empfand.

Die Dringlichkeitsentscheidung wurde am 18. März 2026 getroffen und am 15. April 2026 im Schulausschuss zur Genehmigung vorgelegt. Obwohl der Schulausschuss die Entscheidung nicht genehmigte, blieb die Klasse bestehen, um Chaos in der Anmeldeplanung zu vermeiden. Die Bezirksregierung Köln genehmigte die Einrichtung der fünften Klasse am 20. März 2026.

Spannungen im Schulausschuss: Rechtliche und organisatorische Herausforderungen

Der Schulausschuss kritisierte die Dringlichkeitsentscheidung der Verwaltung als unnötig und rechtswidrig. Die GRÜNE Fraktion warf der Verwaltung vor, das Mitwirkungsrecht des Ausschusses umgangen zu haben. Besonders kritisch wurde die späte Abstimmung zwischen Schulleitung und Verwaltung hervorgehoben, was zu einer Fehleinschätzung der tatsächlichen Kapazitäten führte.

Außerdem stellte die GRÜNE Fraktion Fragen zu den räumlichen Möglichkeiten an der Gesamtschule, die laut Verwaltung nicht ausreichten, um vier Lohmarer Kinder aufzunehmen, obwohl die Klassenfrequenz dies theoretisch ermöglicht hätte. Die Verwaltung argumentierte, dass die Klassenfrequenz an der Gesamtschule bereits den Richtwert von 25–29 erreicht habe und die räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft seien. Der Schulausschuss forderte daraufhin, die vier abgelehnten Kinder doch an der Gesamtschule aufzunehmen.

Vorgezogene Schulentwicklungsplanung: Die Zukunft der Schulen in Lohmar

Um langfristig Planungssicherheit zu schaffen, beauftragte die Stadt Lohmar ein externes Fachbüro mit einer vorgezogenen Schulentwicklungsplanung. Ziel ist es, die zukünftige Entwicklung der Schulen – Gymnasium, Gesamtschule und Primarbereich – zu analysieren und Entscheidungsbasis für die Organisation, Zügigkeit und Raumplanung zu schaffen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf etwa 8.000 Euro, die aus dem Haushaltsplan abgedeckt werden.

Diese Planung ist insbesondere wegen der steigenden Anmeldungen an den weiterführenden Schulen notwendig. Für das kommende Schuljahr wurden 162 Kinder an der Gesamtschule aufgenommen, wobei 160 Lohmarer und zwei aus Overath waren. Gleichzeitig ist die Gesamtschule aktuell in allen Stufen 6-zügig geführt, was die räumliche Belastung deutlich macht.

Fazit: Transparenz, Rechtssicherheit und Planungssicherheit im Fokus

Die Entscheidungen im April 2026 zeigen, dass die Bildungspolitik in Lohmar auf einem spannungsgeladenen Grat zwischen steigender Nachfrage, rechtlicher Sicherheit und organisatorischer Planung steht. Die Dringlichkeitsentscheidung zur Mehrklasse am Gymnasium brachte zwar kurzfristige Lösungen, aber auch langfristige Reibungsverluste. Die Kritik aus dem Schulausschuss unterstreicht die Notwendigkeit, künftig Anmeldezeiträume und Sitzungen besser zu koordinieren, um die Mitwirkungsrechte zu wahren.

Die vorgezogene Schulentwicklungsplanung bietet nun die Chance, langfristig verlässliche Entscheidungen zu treffen. Vor allem die Frage, wie die Nachfrage nach Schulplätzen in den kommenden Jahren beantwortet werden kann, wird eine zentrale Rolle spielen.

Quellen

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