Krefeld im April 2026: Entscheidungen, Debatten und Impulse für die Zukunft
Im April 2026 standen in Krefeld wichtige Entscheidungen zum Haushalt, zur Klimapolitik, zur Verkehrsgestaltung und zur Sozialpolitik im Fokus. Hier ist der Monatsrückblick.
Krefeld: Impulse für Klima, Haushalt und Bürgerbeteiligung
Was diesen Monat wichtig war
- Haushalt 2026: Der Haushaltsentwurf wurde vorgestellt, und die Realsteuerhebesätze wurden festgelegt. Die Grundsteuer A liegt bei 265 v.H., B bei 680 v.H., und die Gewerbesteuer bei 475 v.H.
- Klima und Wärmeplanung: Die Stadt stellte die Ergebnisse der Klimaanalyse vor und begann mit der Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung.
- Bürgerbeteiligung: Mehrere Anträge zur Bürger*innenbeteiligung wurden beraten, darunter zur Einrichtung einer kleinen Hundewiese in der Innenstadt.
- Verkehr und Mobilität: In mehreren Bezirken wurden Maßnahmen zur Radverkehrsförderung und zur Sicherheit an Schulen beschlossen.
- Soziale Sicherheit: Der Ausschuss für Soziales lehnte einen Antrag auf einen städtischen Kältebus ab, unterstützte aber ein Konzept für Drug-Checking in der Drogenhilfe.
- Naturschutz: Der Naturschutzbeirat entschied über die Errichtung von Weideunterständen, Kunstrasenflächen und boten Stellungnahmen zu Befreiungen nach BNatSchG ab.
Haushalt 2026 – Klarheit für die Zukunft
Der Haushalt der Stadt Krefeld für das Jahr 2026 stand im April im Mittelpunkt mehrerer Sitzungen. Die Bezirksbezogenen Haushaltsmittel wurden in die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung verwiesen, um eine nachhaltige Finanzplanung zu gewährleisten. Einstimmig wurden die Hebesätze für Grundsteuer, Gewerbesteuer und Realsteuer festgelegt. Die Realsteuerhebesätze bleiben stabil, wodurch eine Planungssicherheit für Eigentümer und Mieter entsteht.
Im Finanzausschuss wurde zudem der Wirtschaftsplan 2026 des Kommunalbetriebs Krefeld vorgestellt, der ein Investitionsvolumen von knapp 96 Millionen Euro umfasst. Ermächtigungsübertragungen für Investitionsmaßnahmen wurden genehmigt, um Projekte, die aufgrund von Bauverzögerungen in das Jahr 2026 verlegt wurden, weiter voranzutreiben.
Klima und Energie – Krefeld setzt auf Wärmepumpen und Nahwärmenetze
Im Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft wurde die kommunale Wärmeplanung diskutiert. Die Stadt will ab 2026 eine Klimaanalyse in städtische Planungen einbinden und ein Handlungskonzept entwickeln. Der Fokus liegt auf Wärmepumpen und Nahwärmenetzen. Wasserstoff soll nur noch in zwingend notwendigen Fällen genutzt werden.
Ein Antrag der Ratsgruppe LUKS forderte die Streichung der „Wasserstoffmöglichkeitsgebiete“ und eine stärkere Berücksichtigung von Biogaspotenzialen und Abwärme-Einspeisung. Der Rat wird in der Juni-Sitzung über die kommunale Wärmeplanung entscheiden.
Bürgerbeteiligung und Verkehr – Nähe zum Bürger bleibt zentral
In der Bezirksvertretung Mitte wurde ein Antrag auf eine kleine, ausgewiesene Hundewiese in der Innenstadt eingebracht, basierend auf einer Bürgeranregung. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation an Schulen diskutiert, darunter Elternhaltestellen und bessere Beschilderung. In der Bezirksvertretung West wurde zudem die Umbenennung der Bezirkssportanlage in „Rainer-Knötschke-Sportpark“ beschlossen.
Die Stadt setzt zudem verstärkt auf digitale und analoge Formen der Bürgerbeteiligung. In mehreren Gremien wurden Änderungsanträge zur Einbindung der Bevölkerung beraten, darunter auch zur Schließung von Straßen für den Autoverkehr und zur Förderung des Radverkehrs.
Soziale Sicherheit und Gesundheit – Unterstützung im Alltag
Im Sozialausschuss wurde entschieden, ein Konzept für Drug-Checking im Drogenhilfezentrum zu erarbeiten, mit finanzieller Unterstützung aus Landesmitteln. Gleichzeitig wurde ein Antrag auf einen städtischen Kältebus mit Mehrheit abgelehnt. Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Fraktionen im Umgang mit sozialen Herausforderungen denken.
Die Stadt setzt zudem auf eine neue Regelung in der Feldstraße, wo das Eingangstor künftig nur noch nach Klingeln geöffnet wird. Eine Einwohnersprechstunde ist geplant, um Ängste und Fragen der Anwohner zu klären.
Naturschutz und grüne Infrastruktur – Schutz und Gestaltung
Der Naturschutzbeirat beschloss die Errichtung von Weideunterständen und befestigten Flächen in Naturschutzgebieten. Gleichzeitig wurde ein Antrag auf einen Igelpfad abgelehnt, da keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen vorgelegen hätten. Bei der Diskussion um Kunstrasenplätze wurde betont, dass nur gesetzliche Regelungen und wissenschaftlich belegte Werte berücksichtigt werden.
Ausblick: Krefeld weiter in Bewegung
Der April 2026 war geprägt von klaren Entscheidungen, aber auch von Debatten, die zeigen, wie facettenreich die Herausforderungen in der Stadt sind. Ob im Haushalt, im Klimaschutz oder in der Bürgerbeteiligung – Krefeld setzt Impulse, die für die Zukunft der Stadt von Bedeutung sein werden.
Quellen
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