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Wohnungsbaubeschleunigung und Verkehrswende in Hagen: Die entscheidenden Entwicklungen im Februar 2026

Wohnungsbaubeschleunigung und Verkehrswende in Hagen: Die entscheidenden Entwicklungen im Februar 2026

Im Februar 2026 standen in Hagen zentrale Themen der Stadtentwicklung, vom Bauturbo über Barrierefreiheit bis hin zur Umnutzung leerer Ladenlokale, im Mittelpunkt. In diesem Deep-Dive-Blog analysieren wir die wichtigsten Entscheidungen und Debatten aus dem Stadtentwicklungsausschuss.

Stadtentwicklung in Hagen: Wo beschleunigt, wo blockiert?

Die Stadt Hagen hat sich im Februar 2026 klar positioniert: Wohnraum muss beschleunigt entstehen, Verkehr muss barrierefrei werden, und die Digitalisierung im urbanen Raum darf nicht an der Planung scheitern. Der Stadtentwicklungsausschuss debattierte in dieser Richtung intensiv und setzte mehrere wegweisende Entscheidungen um – nicht ohne politische Spannungen und kritische Hinterfragungen.

Wohnungsbaubeschleunigung: Der Bauturbo im Einsatz

Der wohl bedeutendste Entscheid im Februar war die Zustimmung zur Anwendung des Bauturbo-Modells gemäß der BauGB-Novelle 2025. Mit einer einstimmigen Entscheidung (13 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung) hat Hagen den Weg für beschleunigte und vereinfachte Bauprozesse freigemacht – unter klaren Voraussetzungen.

Die neue Regelung sieht vor, dass Projekte ab 10.000 m² Fläche oder mit städtebaulicher Bedeutung dem Stadtentwicklungsausschuss unterliegen. Unter dieser Schwelle bleiben sie in der Zuständigkeit der laufenden Verwaltung. Zentral ist hierbei, dass die Bauverpflichtung durch einen städtebaulichen Vertrag gesichert werden muss – also nicht jedes Projekt automatisch profitiert, sondern auch für die Stadtentwicklung verbindlich ist.

Zudem gelten klare Ausschlüsse: Der Bauturbo darf nicht in Industrie- oder Naturschutzgebieten angewendet werden. Umweltfolgen müssen nachgewiesen sein, und Klimaschutz darf nicht außer Acht gelassen werden. Die Verwaltung wird quartalsweise über die Anwendung des Instruments berichten, was Transparenz schafft, aber auch politische Kontrolle ermöglicht.

Barrierefreiheit: Hagen bleibt im Rückstand

Im Bereich der Mobilität und Barrierefreiheit hat Hagen ein ambitioniertes Ziel: bis 2027 120 barrierefreie Haltestellen im VRR-Gebiet zu realisieren. Stand Februar 2026 liegt die Stadt jedoch nur bei 17 % – auf der vorletzten Stelle im Verkehrsverbund. Das macht den Druck für die nächsten Monate deutlich.

In der Sitzung wurden neun Haltestellen für den barrierefreien Ausbau im 9. Bauabschnitt ausgewählt, unter anderem in Helfe Mitte und der Vereinsstraße. Dazu gehören Verlegungen, barrierefreie Querungen und Einbahnstraßen. Die Maßnahmen werden durch den VRR in Leistungsphasen 1–4 gefördert, was eine finanzielle Grundlage schafft.

E-Scooter-Regelung: Sicherheit und Ordnung im Fokus

Die HAK-Fraktion hat mit einem Antrag auf ein kommunales E-Scooter-Ordnungskonzept Druck gemacht. Ziel ist es, die Abstellorte zu regulieren, Sicherheit zu erhöhen und das Stadtbild zu verbessern. Vorgeschlagen werden feste „Parkzonen“ in der Innenstadt, am Bahnhof und an stark frequentierten Bereichen. Abstellverbote vor Altenheimen, Kliniken und Bushaltestellen sind dabei zentral.

Die Maßnahmen umfassen auch ein Meldeportal per QR-Code und geofencing-Regeln mit Scooter-Anbietern. Vorbilder wie Heilbronn und Freiburg zeigen, dass solche Regelungen funktionieren – Hagen will nun im nächsten Jahr testen, ob die novellierte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in der Praxis tragfähig ist.

Umnutzung leerer Ladenlokale: Wohnraum aus Gewerbeimmobilien

Ein weiterer Schwerpunkt war die Umnutzung leerer Ladenlokale in Wohnraum. Ein Projekt der EWG in der Birkenstraße, bei dem ehemalige Gewerbeimmobilien in behindertengerechte Wohneinheiten umgewidmet werden, wurde im Rahmen des Bauturbos unterstützt. Die Stadt bietet hier Beratungsgespräche an und ermöglicht flexible Beteiligungsformen, um bürokratische Hürden zu minimieren.

Fazit: Hagen baut Brücken – aber nicht überall

Die Stadt Hagen hat im Februar 2026 wichtige Impulse für mehr Wohnraum, mehr Barrierefreiheit und bessere Mobilität gesetzt. Mit dem Bauturbo wird ein Instrument aus der Hand genommen, das in anderen Städten bereits Früchte trägt. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Hagen im Bereich der Barrierefreiheit noch Nachholbedarf hat.

Die politischen Debatten zeigen zudem, dass nicht alle Wege unumstritten sind – von der Aufhebung einer Fernbus-Haltestelle bis hin zu Kritik an der Bauverwaltung. Doch die Entscheidungen aus dem Stadtentwicklungsausschuss markieren einen klaren Kurs: Hagen will sich nicht nur anpassen, sondern aktiv gestalten – mit Tempo, aber auch mit Verantwortung.

Quellen

Sitzung

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