Gelsenkirchen: Stadtentwicklung 2026 – Kanalsanierung, Verkehrssicherung und Klimaschutz im Fokus
Im Februar 2026 standen in Gelsenkirchen umfangreiche Maßnahmen im Bereich Stadtentwicklung und Bauwesen im Mittelpunkt. Mit einem Investitionsvolumen von 19,6 Mio. € setzt die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH auf Kanalsanierungen, ökologische Verbesserungen und Synergien mit Verkehrsvorhaben. Gleichzeitig laufen umstrittene Baumaßnahmen und Planänderungen – von Bahnübergängen bis zu Bebauungsplänen – und prägen das Bild der städtischen Entwicklung.
Gelsenkirchen 2026: Stadtentwicklung im Umbruch – Kanal, Verkehr und Klimaschutz
In der zweiten Hälfte des Februars 2026 führte Gelsenkirchen eine Reihe zentraler Entscheidungen in der städtischen Entwicklung durch. Die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH legte ein umfassendes Bauprogramm mit einem Investitionsvolumen von 19,6 Millionen Euro vor, das über 30 Maßnahmen umfasste. Gleichzeitig wurden bedeutende Planänderungen und Baumaßnahmen in Verkehr und Bebauung beschlossen. Der Fokus lag dabei auf Infrastruktur, Klimaschutz und der Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums.
Kanalsanierung und ökologische Modernisierung: Der Schwerpunkt der Abwassergesellschaft
Die Abwassergesellschaft Gelsenkirchen mbH legte in der Sitzung des Betriebsausschusses GELSENKANAL am 18. Februar 2026 das Bauprogramm 2026 vor. Mit insgesamt 30 Maßnahmen und einem Budget von 19,6 Millionen Euro setzt die Stadt auf eine umfassende Sanierung des Kanalnetzes. Besonders hervorzuheben ist die Kombination von Kanalbau mit Verkehrsvorhaben, die Synergieeffekte ermöglichen – wie bei der Fritz-Reuter-Straße oder der Pannhütte, wo die Asphaltwahl vom Referat Verkehr übernommen wird.
Ein weiteres Highlight ist der Umbau des Emschersystems, der nicht nur die Abwasserbeseitigung verbessert, sondern auch ökologische Vorteile schafft. Ähnlich vorgehen wird Gelsenkirchen bei den Sellmannsbach und Kinnbach, wo ökologische Verbesserungen bis 2027 geplant sind. Diese Maßnahmen sind Teil des langfristigen Abwasser- und Niederschlagswasserbeseitigungskonzepts (ABK/NBK) und zeigen, dass Gelsenkirchen nicht nur auf Funktion, sondern auch auf Nachhaltigkeit setzt.
Verkehrssicherung und Infrastruktur: Bahnübergänge und Fahrradwege
Ein weiteres zentrales Thema war die Sicherheit an Bahnübergängen. Im November 2025 fand eine umfassende Verkehrsschau statt, die elf Bahnübergänge überprüfte. Im Zuge dessen wurden Maßnahmen geplant, die bis 2027 in die Umsetzung gehen sollen. Dazu zählen die Sanierung von Gehwegen und Fahrbahnen an der Bülsestraße sowie der Umbau der Horster Straße mit Ziel der doppelten Gleisführung der Straßenbahn. Auch die Sichtweite an Bahnübergängen wird verbessert, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.
Im Bereich der Fahrradinfrastruktur setzt Gelsenkirchen auf bessere Sichtbarkeit und Werbung. Eine stadtweite Werbekampagne, inklusive Erklärvideos und Merchandise, soll die Nutzung von Fahrradabstellanlagen steigern. Besonders hervorzuheben ist die Anlage am ZOB in Buer, die 14-tägig gereinigt wird und zusätzliche Wegweiser erhält.
Bauplanung und Bebauungsänderungen: Neue Zeche Westerholt und Cranger Straße
Im Bereich der städtebaulichen Planung rückte die Bebauungsplanänderung „Neue Zeche Westerholt, südwestlicher Teilbereich“ ins Rampenlicht. Die Änderung, die im Juli 2025 beschlossen wurde, betrifft etwa 34 Hektar an der Stadtgrenze zu Herten. Ziel ist es, den Geländeniveau und Planstraßen an technische Veränderungen anzupassen, wie z. B. unterirdische Leitungsverlegung. Die Sanierungsmaßnahmen werden von der RAG AG durchgeführt, und 13 Gebäude der Zeche Westerholt, die unter Denkmalschutz stehen, sollen wiederverwendet werden.
Ein weiteres Projekt ist die Baumaßnahme an der Cranger Straße, die im April 2022 begonnen hat. Mit Gesamtkosten von 8,8 Millionen Euro und einer Fertigstellung Ende 2026 ist die Sanierung ein langfristiges Projekt. Ursprünglich für 2025 geplant, verzögerte sich das Vorhaben aufgrund von unplanmäßigen Leitungsarbeiten und einer Neuplanung der Kanaltrasse. Dennoch bleibt der Fokus auf eine nachhaltige und rechtsichere Entwicklung.
Klimaschutz und zukunftsorientierte Planung
Gelsenkirchen hat sich explizit für den Klimaschutz entschieden. Der Rat hat den Klimanotstand ausgerufen, und auch bei der Bebauungsplanänderung wird betont, dass keine erhebliche Klimarelevanz erwartet wird. Ziel ist es, die Stadtentwicklung in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. Dies spiegelt sich auch in den Investitionen in ökologisch verbesserten Kanalsystemen und der Förderung der Fahrradinfrastruktur wider.
Ausblick: Gelsenkirchen im Wandel
Die Entscheidungen des Februars 2026 zeigen, dass Gelsenkirchen in der städtischen Entwicklung einen klaren Kurs verfolgt: Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Sicherheit stehen im Vordergrund. Mit Investitionen in das Abwassernetz, der Modernisierung von Verkehrsanlagen und der Sicherung von Bahnübergängen setzt die Stadt auf eine zukunftsfähige Entwicklung. Gleichzeitig bleibt sie sensibel für die Bedürfnisse der Bürger durch transparente Planung und umfassende Beteiligung.
Quellen
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