Bochum im Fokus: Urban Development und Bebauungsplan 1034 Hüttenstraße
Im Januar 2026 hat Bochum einen Meilenstein in der städtischen Entwicklung gesetzt: Der Bebauungsplan 1034 für das ehemalige Druckereigelände der Laupenmühlen Druck GmbH wurde genehmigt. Der Plan legt den Grundstein für ein neues Wohnquartier mit 200 Wohneinheiten, gefördertem Wohnraum und einer Kita. Gleichzeitig setzt der Plan Impulse für Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Infrastruktur.
Wohnraum, Klima und Nachhaltigkeit: Der Bebauungsplan 1034 als Meilenstein für Bochum
Mit der Genehmigung des Bebauungsplans 1034 für das Gelände der ehemaligen Druckerei Laupenmühlen hat Bochum einen entscheidenden Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung getan. Das Projekt, das sich im Stadtbezirk Weitmar an der Hüttenstraße und An der Landwehr West befindet, ist Teil der Innenentwicklung und orientiert sich an den Zielen des Klimaplan Bochum 2035. Es zeigt, wie städtische Flächen in der Ruhrmetropole zukunftsfähig genutzt werden können – mit einem Fokus auf soziale Mischung, ökologische Nachhaltigkeit und klimafreundliche Infrastruktur.
Wohnraum mit sozialem und ökologischem Gewinn
Das geplante Wohnquartier umfasst insgesamt etwa 200 Wohneinheiten, verteilt auf drei Baukörper. Ein besonderer Fokus liegt auf der sozialen Mischung: mindestens 30 % der Wohnungen sind gefördertes Wohnen, darunter auch seniorengerechter Wohnraum. Ein weiterer Baustein der Planung ist die Einrichtung einer Kindertagesstätte, die die Nahversorgung im Quartier verbessert und die Attraktivität des Standorts steigert.
Die baulichen Festsetzungen sind ambitioniert: Die maximale Gebäudehöhe beträgt 109 Meter über Normalhöhennull (NHN), wobei eine Staffelung an das Gelände angepasst wird. Die Geschossflächenzahl (GFZ) liegt bei 2,1, die Grundflächenzahl (GRZ) bei 0,8. Eine Tiefgarage mit 101 Kfz-Stellplätzen sowie 377 Fahrradabstellplätzen sichert die Verkehrsanbindung, ohne die Wohnqualität durch oberirdische Parkflächen zu beeinträchtigen.
Klimaschutz und Biodiversität im Fokus
Die Planung integriert umfassende Maßnahmen zur Klimaanpassung und Klimaschutz. Dachbegrünung, Bepflanzungspflichten und eine durchdachte Entwässerung tragen zur Reduktion von Niederschlagswasserabflüssen bei und verbessern das lokale Mikroklima. Ziel ist es, einen Beitrag zur Entwicklung einer klimaneutralen „Schwammstadt“ Bochum bis 2035 zu leisten.
Ein weiteres wichtiges Element ist die Biodiversität: Extensiv begrünte Dächer, Anpflanzung standortgerechter Gehölze und die Erhaltung zweier bestehender Bäume (Platane und Ahorn) sorgen für eine lebendige ökologische Struktur im Quartier. Das ökologische Defizit von –3.925 ÖP wird durch eine Kompensationsfläche in Weitmar ausgeglichen.
Verkehr und Infrastruktur: Auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität
Die Anbindung des Quartiers ist gut in das bestehende Verkehrsnetz integriert. ÖPNV-Haltestellen liegen in 350–450 Metern Entfernung, und die Straßenbahnlinien sowie S-Bahn ermöglichen eine flächendeckende Erreichbarkeit. Der Verkehrsaufkommen-Index bleibt in Qualitätsstufe B–C, was auf eine moderate Verkehrsbelastung hindeutet. Die Planung setzt bewusst auf eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs (MIV), was im Einklang mit dem Leitbild Mobilität 2030 steht.
Städtebauliche Verträge und rechtliche Sicherheit
Ein städtebaulicher Vertrag sichert die langfristige Umsetzung der Planung. Er regelt beispielsweise die Ausgleichsmaßnahmen für Biodiversität, Entwässerung, geförderten Wohnraum und die Wegeverbindung zum Iduna Park. Die Rechtsgrundlagen des Verfahrens basieren auf dem Bundesbaugesetzbuch (BauGB), der BauNVO und weiteren Verordnungen, wodurch die Planung rechtlich abgesichert ist.
Der Weg zur Genehmigung: Ein mehrjähriges Verfahren
Der Planungsprozess war langwierig: Der Aufstellungsbeschluss fiel bereits im November 2022, und die Öffentlichkeitsbeteiligung fand im Februar 2023 statt. Nach mehr als zwei Jahren Planungszeit und einer umfassenden Prüfung durch Behörden und Experten wurde der Bebauungsplan genehmigt. Gutachten zu Umwelt, Verkehr, Artenschutz und Bodenschutz liegen vor und wurden berücksichtigt.
Ausblick: Ein Vorbild für zukünftige Quartiere
Der Bebauungsplan 1034 ist mehr als nur ein Wohnquartier – er ist ein Modellprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung in Bochum. Er zeigt, wie Wohnraum, Klimaschutz und Biodiversität in Einklang gebracht werden können. Mit seiner Fertigstellung wird das Gelände ein neues Gesicht erhalten, das sowohl für die Bewohner:innen als auch für das Stadtbild Bochums von Bedeutung sein wird.
Quellen
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