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Langenhagen setzt auf klimafreundliche Stadtentwicklung und nachhaltigen Wohnungsbau

Langenhagen setzt auf klimafreundliche Stadtentwicklung und nachhaltigen Wohnungsbau

In Langenhagen ist Stadtentwicklung eng mit Klimaschutz, E-Mobilität und sozialer Wohnraumförderung verknüpft. Im Februar 2026 wurden entscheidende Schritte in Richtung Klimaneutralität bis 2035 und nachhaltige Baukonzepte getan.

Klimaneutralität 2035: Langenhagen setzt auf Photovoltaik, Wärmewende und Klimaschutzkonzepte

Die Stadt Langenhagen hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesteckt: Bis 2035 möchte sie klimaneutral sein. Dafür wurden konkrete Zwischenziele formuliert, wie die Reduzierung der CO2-Emissionen um 50 % bis 2028 (gegenüber 2020) und eine jährliche Reduzierung um 6,95 %. Die Energiepolitik spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Ein Meilenstein ist das kommunale Wärmekonzept, das am 03.11.2025 beschlossen wurde. Es sieht vor, bis 2028 mindestens drei Quartierskonzepte mit Energiekonzepten umzusetzen. Gleichzeitig wird der kommunale Energieverbrauch seit 2020 um 5 % pro Jahr gesenkt, wobei Stromverbrauch und Wärmebedarf unter ständiger Überwachung stehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Photovoltaik. Langenhagen will jährlich mindestens 25 MW an PV-Leistung installieren. Stand Januar 2023 sind bereits 10,7 MW installiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2020 (6,22 MW). Unternehmen über 100 kWp werden in das Konzept einbezogen, um den Zubau zu beschleunigen.

Zusätzlich fördert die Stadt Energiesparprojekte an Schulen und plant Energiesparwettbewerbe ab 2025. Die „Energiekarawane“ – eine aufsuchende Energieberatung – soll Bürger*innen direkt vor Ort unterstützen, etwa durch Thermografie-Spaziergänge oder KlimaStarkTage.

Wohnraumförderung: 250 Einheiten bis 2028 – mit Schwerpunkt auf sozialem Wohnungsbau

Die Stadt Langenhagen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 insgesamt 250 zusätzliche Wohneinheiten zu schaffen. Davon sollen mindestens 75 sozialer Wohnungsbau sein. Im Innenstadtbereich sind 80 Wohneinheiten vorgesehen, wobei 30 % davon gefördert mit Belegrechten sein sollen.

Bislang wurden bereits 273 Wohneinheiten genehmigt – davon 72 im sozialen Wohnungsbau. Dabei ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern auch die Qualität: Brachflächen in Gewerbegebieten sollen für Wohnbau genutzt werden, und soziale Durchmischung wird durch gezielte Wohnraumschaffung gestärkt.

Ein weiteres Projekt ist die geplante Zweifeld-Schulsporthalle im Westbereich. Sie verbindet schulischen und vereinsmäßigen Sportbedarf und wird vorrangig über Bundesinvestitionsmittel finanziert. Die Planung ist bereits in den Leistungsphasen 0 bis 3 angelaufen.

Biodiversität und Grünflächen: 500 qm jährlich für mehr Artenvielfalt

Langenhagen setzt auch auf eine nachhaltige Entwicklung von Grünflächen und Biodiversität. Ziel ist es, bis 2028 jährlich 500 qm Biodiversitätsflächen zu schaffen. 2024 wurden bereits diese Fläche erreicht, und bis 2025 sind 194 qm umgesetzt.

Zusätzlich sollen artenreiche Staudenpflanzungen und klimaresiliente Baumpflanzungen verstärkt werden. 80 % der Baumpflanzungen seit 2024 sind klimaresilient – ein Ziel, das 2024 bereits mit 89 % erreicht wurde. Die Stadt fördert heimische Gehölze und schreibt klare Vorgaben für Pflanzgut, um den ökologischen Wert zu sichern.

Bebauungsplan 713B: Wohnentwicklung in Schulenburg mit Kompensationsflächen

Ein zentrales Thema in der städtischen Planung ist der Bebauungsplan 713B, der die nördöstliche Erweiterung des Baugebiets „Dorfstraße“ bis zur Straße Krummer Kamp vorsieht. Die Planfläche umfasst 28.811 m² und bietet Platz für ca. 75 Wohneinheiten. Ziel ist eine klimagerechte Wohnbebauung mit Erschließungs- und Grünkonzept.

Die CDU-Fraktion beantragte eine Änderung des Bebauungsplans, um Gebäudeklassen 3 und 4 auszuschließen und stattdessen Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser zu bevorzugen. Die Stadt erwarb zudem eine Kompensationsfläche in der Gemarkung Schulenburg (38.730 m²) zur Ausgleichsmaßnahme.

Die geotechnische Untersuchung bestätigte, dass die Versickerungseignung im Planungsgebiet bedingt geeignet ist. Der Grundwasserstand liegt bei 2,2–2,8 m Tiefe, was eine wasserdichte Bauweise erfordert. Die Erschließung und Infrastruktur, einschließlich Löschwasserversorgung, sind in den Planungen berücksichtigt.

Fazit: Langenhagen als Modellstadt für nachhaltige Stadtentwicklung

Langenhagen verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in der Stadtentwicklung. Mit Klimaschutzzielen, sozialer Wohnraumförderung, Biodiversitätsentwicklung und geplanter Infrastruktur setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und soziale Durchmischung. Die geplanten Maßnahmen bis 2028 zeigen, dass die Stadt bereit ist, ambitionierte Ziele in die Praxis umzusetzen.

Die Herausforderung besteht nun darin, die Umsetzung zu überwachen und bei Bedarf anzupassen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Langenhagen auch in der Umsetzung die gleiche Dynamik wie in der Planung entfaltet – und ob sie tatsächlich bis 2035 klimaneutral sein kann.

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