Mobilitätspolitik in Braunschweig: Fokus auf Sicherheit, Infrastruktur und Verkehrsberuhigung im Februar 2026
Im Februar 2026 setzte Braunschweig mit einer Vielzahl von Maßnahmen in der Mobilitätspolitik neue Impulse. Der Fokus lag auf Verkehrsberuhigung, Sicherheitsverbesserungen und der Anpassung der Infrastruktur an die Bedürfnisse von Fußgängern, Radfahrern und Anwohnern. Dieser Blog-Bericht analysiert die wichtigsten Entscheidungen und Entwicklungen.
Verkehrsberuhigung setzt sich durch – Erfolg der Calvördestraße
Die Umsetzung der Einbahnstraßenregelung in der Calvördestraße ist ein gutes Beispiel für die Wirkung verkehrsberuhigender Maßnahmen. Seit ihrer Einführung im Januar 2025 ist ein deutlicher Rückgang des Durchgangsverkehrs zu verzeichnen. Die Kamerazählungen zwischen August 2024 und September 2025 zeigen, dass die Regelung nicht nur die Zahl der Kfz-Fahrzeuge reduzierte, sondern auch die Anwohner*innen langfristig akzeptierten. Zwar gab es am Beginn erhebliche Beschwerden, doch im Laufe des Jahres 2025 sank die Zahl der Verstöße gegen die Fahrtrichtung, und viele Rückmeldungen waren positiv. Die Erfahrung der Calvördestraße könnte ein Vorbild für andere Stadtteile sein, die ähnliche Probleme mit Durchgangsverkehr haben.
Sicherheit für Fußgänger*innen und Behindertenverkehr
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherstellung von Sichtbeziehungen für mobilitätseingeschränkte Personen und Rettungsfahrzeuge. Im Zusammenhang mit dem Überweg an der Juliusstraße 2 wurden Sperrflächen auf der Fahrbahn markiert, um das Parken direkt vor der Querungshilfe zu unterbinden. Dadurch wird nicht nur die Ein- und Ausfahrt für Rettungsfahrzeuge und Behindertenbeförderung verbessert, sondern auch die allgemeine Verkehrssicherheit gesteigert. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen laufender Markierungsarbeiten, was zeigt, dass solche Verbesserungen oft ohne zusätzliche Investitionen umsetzbar sind.
Radinfrastruktur weiterentwickelt – von Piktogrammen bis zu Radbügeln
Die Stadt baut ihre Radinfrastruktur weiter aus, insbesondere im Westlichen Ringgebiet. So wurde beschlossen, ein größeres Fahrradpiktogramm am Radweg „Am Hohen Tore“ zu installieren, um die Orientierung von Radfahrer*innen zu verbessern. Gleichzeitig wurden Anfragen zu Fahrradbügeln an der Celler Straße gestellt, wobei die Verwaltung gegen eine weitere Ausweitung argumentierte. Grund: Die verbleibende Gehwegbreite von 1,50 m sei nicht ausreichend, um auch den Fußgängerverkehr zu gewährleisten. Dies spiegelt den anhaltenden Streit um den Verkehrsraum wider, bei dem Kompromisse zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern immer wieder neu ausgehandelt werden müssen.
Öffentliches W-LAN als Teil der Quartiersentwicklung
Ein weiteres Highlight war die Initiative der SPD-Fraktion, öffentliches W-LAN an zentralen Quartiersplätzen zu errichten. Vorgeschlagene Standorte waren unter anderem der Frankfurter Platz, der Westbahnhof und der Johannes-Selenka-Platz. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Quartiersentwicklung, die nicht nur den Verkehr, sondern auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern will. Der Antrag wurde vom Stadtbezirksrat 310 positiv aufgenommen und ist ein Beispiel dafür, wie digitale Infrastruktur in städtische Mobilitätskonzepte eingebunden werden kann.
Fazit: Mobilitätspolitik im Wandel
Der Februar 2026 zeigt, dass Braunschweig auf dem Weg ist, ein Mobilitätskonzept zu entwickeln, das auf Sicherheit, Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit setzt. Die Erfolge in der Calvördestraße, die Sicherheitsmaßnahmen an Überwegen und die Ausweitung der Radinfrastruktur sind Schritte in die richtige Richtung. Gleichzeitig bleibt die Balance zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern eine Herausforderung – insbesondere wenn es um die Verteilung des Verkehrsraums geht. In den kommenden Monaten wird es wichtig sein, Pilotprojekte zu evaluieren und Erfahrungen zu nutzen, um die Mobilitätspolitik weiter zu verfeinern.
Quellen
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