Klimaschutz in Braunschweig – Fortschritte und Herausforderungen im April 2026
Im April 2026 hat Braunschweig in mehreren zentralen Themenfeldern Klimaschutzpolitik vorangetrieben – von der Fortschreibung der Treibhausgasbilanz bis zur kommunalen Wärmeplanung. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen wie Altholzverbrennung und Verkehrsemissionen im Fokus.
Klimaschutz in Braunschweig: Zwischen Bilanz, Planung und Pilotprojekten
Der April 2026 war in Braunschweig ein Monat intensiver klimapolitischer Arbeit. Zahlreiche Entscheidungen und Diskussionen im Umwelt- und Grünflächenausschuss spiegelten die Dynamik wider, mit der die Stadt auf ihre Klimaziele hinarbeitet. Gleichzeitig blieben offene Fragen und kritische Debatten, die zeigen, dass der Weg zu einer klimaneutralen Stadt noch nicht abgeschlossen ist.
Aktualisierung der Treibhausgasbilanz – Ein Zwischenstand mit Einschränkungen
Im April 2026 wurde die Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) der Stadt Braunschweig bis 2023 aktualisiert und im Umwelt- und Grünflächenausschuss zur Kenntnis genommen. Die Bilanz deckt den Zeitraum von 2020 bis 2023 ab, doch einige relevante Entwicklungen, wie der Kohleausstieg 2024, sind noch nicht berücksichtigt. Zudem haben externe Faktoren wie die Coronapandemie und die Gaspreiskrise 2022/2023 die Ergebnisse beeinflusst.
Die Daten zeigen, dass Erdgas weiterhin einen hohen Anteil an der Wärmeversorgung ausmacht. Hier setzt Braunschweig mit der kommunalen Wärmeplanung (KWP) an – ein Thema, das im April einen entscheidenden Meilenstein erreichte.
Kommunale Wärmeplanung (KWP) – Der Schlüssel zur klimaneutralen Wärmeversorgung
Im April 2026 wurde der Endbericht der KWP beschlossen. Nach den gesetzlichen Vorgaben des BundesWärmeplanungsgesetzes (WPG) und des Niedersächsischen Klimagesetzes (NKlimaG) ist Braunschweig verpflichtet, bis 2026 eine Wärmeplanung vorzulegen. Die Stadt hat diese Pflicht erfüllt und dabei die Zukunft der Wärmeversorgung auf den Prüfstand gestellt.
Die Planung sieht einen deutlichen Ausbau des Fernwärmenetzes vor – der Anteil an der Gesamtwärme soll bis 2040 auf 50 % steigen. Gleichzeitig wird die Elektrifizierung der Wärmeversorgung durch Wärmepumpen als zentraler Hebel adressiert. Lokale erneuerbare Energien wie Solar, Wind, Geothermie und Abwärme aus industriellen Prozessen spielen eine entscheidende Rolle. Mit einer vollständigen Nutzung der Potenziale ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung möglich.
Die KWP wird in den nächsten fünf Jahren fortgeschrieben und ist ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategie Braunschweigs. Für die Umsetzung sind 18 konkrete Maßnahmen in den Bereichen Wärmenetze, dezentrale Versorgung und Energieeinsparung definiert.
Naturwald-Entwicklung im Querumer Forst – Ein Pilotprojekt für mehr Klimaresilienz
Ein weiteres Highlight des Aprils war die Fortsetzung des Projekts „Naturwald-Entwicklung im Querumer Forst“. Initiiert von der SPD- und Grünen-Fraktion, soll jede Geburt in Braunschweig künftig mit dem Auskauf von 10 m² Waldfläche aus der forstwirtschaftlichen Nutzung verbunden werden. Im Jahr 2025 wurden 2.768 Geburten beurkundet, was einem Nutzungsverzicht von 27.680 m² entspricht.
Das Projekt ist nicht nur ein symbolischer Akt, sondern auch ein Schritt hin zu stärkerer Biodiversität und Klimaresilienz. Begleitend dazu plant die Stadt die Aufstellung von Informationstafeln im Querumer Forst, um die Bevölkerung über das Vorhaben zu informieren.
Herausforderungen: Altholzverbrennung und CO2-Emissionen
Trotz der positiven Entwicklungen bleiben Herausforderungen. So wurden im April auch kritische Diskussionen zur Altholzverbrennung im Heizkraftwerk geführt. Die Verbrennung von Altholz, insbesondere von A2- und A3-Holz, führt zu erheblichen CO2-Emissionen. Zudem ist der LKW-Transport des Altholzes von Lengede nach Braunschweig ein emissionsrelevanter Faktor.
Die Stellungnahme zur Sachstandsanfrage betonte, dass Alternativen wie Elektro-LKWs, Wasserstoffantriebe oder Bahntransport geprüft werden. Zudem wird A2-Holz, das in der Holzindustrie als Rohstoff für neue Holzplatten genutzt werden könnte, bevorzugt. Die zentralen Fragen, wie der Anteil von A2-Holz an der Verbrennung und die Planung einer klimafreundlicheren Transportumstellung, bleiben Gegenstand weiterer Debatten.
Fazit: Braunschweig auf Kurs – mit Raum für Optimierung
Der April 2026 hat gezeigt, dass Braunschweig aktiv auf seine Klimaziele hinarbeitet. Die kommunale Wärmeplanung, die Fortschreibung der Treibhausgasbilanz und das Pilotprojekt im Querumer Forst sind deutliche Signale für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Gleichzeitig bleiben Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Verkehrsemissionen und der Holzverbrennung, die im nächsten Schritt adressiert werden müssen.
Braunschweig hat den richtigen Kurs eingeschlagen – nun gilt es, die geplanten Maßnahmen konsequent umzusetzen und dabei transparent zu bleiben. Nur so kann die Stadt bis 2040 ihre Ziele der klimaneutralen Wärmeversorgung und der klimaresilienten Stadtkultur erreichen.
Quellen
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