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Soziale Sicherheit in Frankfurt (Oder): Fokus auf Pflege, Demenz und Armutsprävention

📍 Frankfurt-Oder · Brandenburg
Soziale Sicherheit in Frankfurt (Oder): Fokus auf Pflege, Demenz und Armutsprävention

Im März 2026 setzte sich die Stadt Frankfurt (Oder) intensiv mit sozialen Themen auseinander. Die Nachbarschaftshilfe, die neue Demenzberatung und der Arbeitsplan des Ausschusses für Gleichstellung, Gesundheit, Soziales und Integration standen im Fokus. Wir analysieren, wie die Stadt auf Herausforderungen wie Pflegebedürftigkeit, Demenz und Armut reagiert.

Soziale Sicherheit und Pflege: Neue Angebote und Strukturen in Frankfurt (Oder)

In der Stadt Frankfurt (Oder) nimmt das Thema Sozialwesen in der politischen Agenda immer mehr Gewicht zu. Im März 2026 diskutierte der Ausschuss für Gleichstellung, Gesundheit, Soziales und Integration (GGSI) verschiedene Initiativen, die darauf abzielen, die Lebensqualität der Bürger*innen zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit fand dabei die Nachbarschaftshilfe sowie die Vorstellung einer neuen Demenzberatung.

Nachbarschaftshilfe: Pflegebedürftige im Alltag unterstützen

Die Nachbarschaftshilfe in Frankfurt (Oder) ist ein konkretes Angebot, das pflegebedürftigen Menschen in der häuslichen Umgebung Unterstützung anbietet. Anspruchsberechtigt sind Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1, die in der häuslichen Versorgung leben. Die Hilfestellungen reichen von Einkaufs- und Hauswirtschaftshilfen bis hin zu Begleitungen zu Arztbesuchen oder gemeinsamen Bewegungsübungen.

Ein zentraler Aspekt ist, dass die Nachbarschaftshilfe ehrenamtlich geleistet wird – es handelt sich nicht um ein bezahltes Arbeitsverhältnis. Die Helfer*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung von maximal 10 € pro Stunde oder 131 € pro Monat. Um die Qualität zu sichern, werden sie in einer kostenfreien Schulung auf ihre Aufgaben vorbereitet.

Die Nachbarschaftsagentur, in Zusammenarbeit mit dem MehrGenerationenHaus MIKADO, ist zuständig für die Organisation und Betreuung. Interessierte können sich direkt per E-Mail oder telefonisch melden. Die Abrechnung erfolgt über die Pflegekassen, was die Integration in das bestehende System erleichtert.

Demenzberatung: Ein neuer Ansatz für Betroffene und Angehörige

Ein weiteres Highlight war die Vorstellung der neuen Demenzberatung durch das Wichern-Beratungszentrum. Dieses Angebot ist monatlich für Betroffene, Angehörige und Interessierte zugänglich und bietet Orientierung bei Versorgungsfragen, Entlastungsangeboten und Alltagsunterstützung. Die Beratung wird ergänzt durch quartalsweise Fortbildungen zu Themen wie Kommunikation mit Menschen mit Demenz oder rechtliche Fragestellungen.

Ein besonderes Plus ist die mobile Beratung, die Menschen, die das Beratungszentrum nicht besuchen können, direkt anbietet. Zudem ist ein Podcast in Planung, der als digitales Angebot Menschen erreicht, die nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können. Ein Netzwerkaufbau mit Ärzten, Pflegediensten und Selbsthilfegruppen ist zentraler Bestandteil der Strategie.

Armutsprävention und soziale Integration: Herausforderungen und Lösungsansätze

Neben der Pflege und Demenzberatung standen auch die Themen Armut und soziale Integration im Fokus. In der Themensammlung für den Arbeitsplan des GGSI-Ausschusses 2026 wurden Vorschläge diskutiert, wie die Stadt Frankfurt (Oder) die sozioökonomische Situation verbessern kann. Schwerpunkte waren hierbei Wohnungslosigkeit, Wohnhilfe, Schuldnerberatung und Altersarmut.

Die Diskussion um die Entwicklung einer kommunalen Armutspräventionsstrategie ist ein Zeichen dafür, dass die Stadt aktiv auf soziale Ungleichheit reagiert. Niedrigschwellige Hilfen, finanzielle Unterstützung und die Stärkung von Selbsthilfegruppen sind dabei zentrale Elemente. Zudem wurden Vorschläge zur besseren Integration durch Sprachkurse und barrierefreie Dienstleistungen in Behörden diskutiert.

Ausblick: Stärkung sozialer Strukturen als langfristige Herausforderung

Die Maßnahmen, die im März 2026 in Frankfurt (Oder) diskutiert wurden, zeigen, dass die Stadt sich bewusst mit sozialen Themen auseinandersetzt. Die Nachbarschaftshilfe und die Demenzberatung sind konkrete Beispiele dafür, wie lokale Initiativen zur Stabilisierung der Gesellschaft beitragen können. Gleichzeitig bleibt die Armutsprävention eine zentrale Herausforderung, die langfristige Planung und Kooperation erfordert.

Die Einbindung von ehrenamtlichen Strukturen, die Stärkung der Digitalisierung in der Sozialarbeit und die Sicherung von Fachkräften im Sozialsektor sind weitere zentrale Themen, die in den kommenden Monaten im Fokus stehen werden. Frankfurt (Oder) zeigt, dass soziale Sicherheit nicht nur ein staatliches, sondern auch ein gesellschaftliches Projekt ist.

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