Jugendpolitik in Frankfurt (Oder): Herausforderungen, Entwicklungen und Perspektiven im März 2026
Im März 2026 standen in Frankfurt (Oder) jugendpolitische Themen im Fokus – von der Betreuung in Kindertagesstätten über inklusive Kinder- und Jugendhilfe bis hin zu Bildungs- und Integrationsprojekten. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen, Entscheidungen und Hintergründe.
Wohnen und Betreuung: Kitas im Wandel
Die Situation in den Kindertagesstätten (Kitas) in Frankfurt (Oder) ist in Bewegung. Die Zahl der betreuten Kinder ist im Vergleich zu früheren Jahren rückläufig – von 5.477 (2023) auf 5.215 (2025). Besonders auffällig ist der Rückgang in Krippen (-12,7 %) und Kitas (-4,3 %). In einigen Stadtteilen wie Beresinchen hat sich die Auslastung von 83,9 % auf 76,3 % verringert.
Im Jugendhilfeausschuss wurde eine Vorlage zur Handhabung freier Kapazitäten eingebracht. Ziel ist es, leerstehende Räume für andere städtische Zwecke, etwa für Senioren oder Stadtteilarbeit, zu nutzen. Ein Workshop im 2. Quartal 2026 wird mögliche Szenarien erörtern. Diese Schritte zeigen, wie die Stadt auf demografische und räumliche Entwicklungen reagiert – mit dem Ziel, Ressourcen effizienter einzusetzen.
Inklusive Kinder- und Jugendhilfe: Neues Modell ab 2028
Die Kinder- und Jugendhilfe in Frankfurt (Oder) steht vor einer tiefgreifenden Neustrukturierung. Mit der Novellierung des SGB VIII durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) wird bis 2028 ein Modell der „Gesamtzuständigkeit“ realisiert. Das bedeutet: Kinder mit und ohne Behinderung werden zukünftig unter einem Dach unterstützt. Ziel ist eine bessere, gleichberechtigte Teilhabe und eine vereinfachte Verwaltung.
Die Stadt setzt dabei auf die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit (ICF-CY) zur Bedarfsfeststellung. Zudem wird die Rolle der Verfahrenslotsen ausgebaut, die junge Menschen mit Behinderung und deren Familien bei Verwaltungsverfahren unterstützen. Diese Lotsen arbeiten nach den §§ 52 ff Brandenburgischen Kinder- und Jugendgesetzes (BbgKJG) und sind entscheidend, um Hürden im System zu überwinden.
Bildung und Armutsprävention: Kitas als soziale Integrationsorte
Die Armutsprävention in Frankfurt (Oder) hat einen neuen Impuls erhalten: Über 850 Kinder und Jugendliche wurden im Rahmen des Armutspräventionskonzeptes befragt. Die Ergebnisse fließen in die Planung von Maßnahmen ein, die auf soziale Teilhabe und Bildungschancen abzielen.
Ein zentrales Projekt ist das Landesprogramm „Kiez-Kita – Bildungschancen eröffnen“, das bis zu 8 Kitas mit zusätzlichen Personalressourcen unterstützt. Zudem entstehen zwei neue Kitas – „Hans und Hanka“ und „Coole Kiste“ – ab August 2026. Die Einrichtungen sollen vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen gelegen sein und den Zugang zu Bildung und Betreuung verbessern.
Zusätzlich wurde der „Familienwegweiser“ überarbeitet, der Eltern bei der Orientierung durch das Angebotsspektrum unterstützt. Die Druckversion wird vor den Sommerferien 2026 veröffentlicht.
Jugendförderung und Demokratie: Projekte als Brücke
Frankfurt (Oder) setzt auf Jugendprojekte, um soziale Teilhabe und politische Bildung zu fördern. Mit Mitteln aus dem Jugendfonds der „Partnerschaft für Demokratie“ wurden Projekte wie die „3. Kinderkonferenz“, „Klangfarben der Vielfalt“ oder das Theaterprojekt „Theater als Empathie-Brücke“ gefördert.
Ein weiteres Highlight ist das Projekt „Oder-Kunst-Promenade“, das kulturelle und soziale Integration verbindet. Zudem fördert die Stadt Qualifizierungsmaßnahmen wie die Ausbildung von Schülermediator*innen – ein Schritt, um Jugendliche stärker in die Schulentwicklung einzubeziehen.
Ausblick: Strukturelle Anpassung und Partizipation
Die Jugendpolitik in Frankfurt (Oder) zeigt sich in einem Prozess der Anpassung. Die Herausforderungen reichen von demografischen Veränderungen über rechtliche Neuerungen bis hin zu neuen Partizipationsformen. Die Stadt setzt dabei auf inklusive Strukturen, flexible Finanzierung und enge Netzwerke mit Schulen, Kitas und sozialen Organisationen.
Im Jahr 2026 wird es entscheidend sein, ob die geplanten Maßnahmen – wie die Neustrukturierung der Jugendhilfe oder die Ausweitung der Kiez-Kitas – nachhaltig umgesetzt werden können. Gleichzeitig gilt es, junge Menschen stärker in die politische und gesellschaftliche Gestaltung einzubeziehen.
Quellen
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