Mainz setzt auf umfassende Mobilitätsoffensive – Fuß- und Radverkehr im Fokus
Im Februar 2026 hat Mainz entscheidende Schritte in Richtung einer klimafreundlichen, sicheren und barrierefreien Mobilität gesetzt. Der Ausschuss für Mobilität verabschiedete die 3x11-Ziele, stärkte das Vision-Zero-Konzept und legte den Grundstein für ein integriertes Rad- und Fußverkehrsnetz.
Mainz im Umbruch: Mobilität neu gedacht
Im Jahr 2026 ist Mainz auf einem entscheidenden Weg, um die Zukunft der Mobilität in der Region neu zu definieren. Der Fokus liegt dabei auf einem nachhaltigen, sicheren und barrierefreien Verkehrssystem, das den Bedürfnissen von Fußgängern, Radfahrern und der gesamten Bevölkerung gerecht wird. Im Februar 2026 setzte die Stadt einen Meilenstein, als der Stadtrat die 3x11-Ziele zur Förderung von Fuß- und Radverkehr verabschiedete. Diese Maßnahmen sind Teil eines breiteren Bemühens, Mainz bis 2035 in eine klimaneutrale, lebendige und lebenswerte Stadt zu entwickeln.
BYPAD-Verfahren abgeschlossen – Mainz als Modellstadt
Im Mittelpunkt der Februar-Sitzung stand das BYPAD-Verfahren, ein bundesweit einzigartiges Qualitätsmanagement-Modell, das Mainz als Vorreiter in der Fuß- und Radverkehrsförderung positioniert. Die Planungsgemeinschaft PGV-Alrutz hat 9 Module durchgeführt, darunter Themen wie Sicherheit, Kommunikation und barrierefreie Infrastruktur. Die Ergebnisse führten zu einem integrierten Qualitätsplan, der auf die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern achtet und konkrete Zielwerte definiert.
Die Abstimmung im Stadtrat mit 12 Ja-Stimmen und 2 Nein-Stimmen zeigt, dass die Mehrheit hinter dem Projekt steht. Die Zertifizierung des Verfahrens ist für 2026 geplant, wodurch Mainz nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern bundesweit als Modellstadt für nachhaltige Mobilität wahrgenommen werden kann.
Sicherheit und Klimaschutz im Vordergrund
Ein zentrales Ziel der Mainzer Mobilitätsstrategie ist Vision Zero, das bis 2035 keine tödlichen oder schweren Verletzungen im Straßenverkehr mehr dulden will. Dieses Ziel ist eng verknüpft mit der Steigerung des Fußverkehrsanteils auf 25 % bis 2035, was nicht nur zur Klimaschutzstrategie beiträgt, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt erhöht.
Die Barrierefreiheit ist dabei als Querschnittsaufgabe verankert. Insbesondere die Rheinbrücken und das Kopfsteinpflaster in der Altstadt sind Gegenstand intensiver Überprüfung. Zudem wird illegales Parken auf Gehwegen rigoros bekämpft, um die Verkehrssicherheit für alle zu gewährleisten.
Radverkehr: Ausbau, Sicherheit und Innovation
Der Radverkehr spielt eine entscheidende Rolle in Mainz' Klimaoffensive. Mit einem Ziel von 80 % der Wege bis 2035 über den Umweltverbund (Fuß- und Radverkehr, ÖPNV) setzt die Stadt auf eine umfassende Netzentwicklung. Der Radverkehrsanteil ist zwar bereits von 9,5 % (2008) auf 25,9 % (2023) gestiegen, doch die Verkehrsleistung liegt noch unter dem Zielwert von 20 %.
Die Stadt plant den Ausbau von Fahrradstraßen und ein Radnetz mit drei Netzebenen, darunter auch Pendlerrouten in die Nachbargemeinden. Bike+Ride-Angebote an Verkehrsknotenpunkten und die Ausweitung des Mietrad-Systems meinRad Mainz, inklusive Lastenrad-Verleih, sollen die Attraktivität des Radverkehrs weiter steigern.
Zur Sicherheit und Winterdienst wird ein besonderes Augenmerk auf ARAS-Systeme und Lichtsignalanlagen gelegt. Zudem ist die Ausstattung der Polizei mit einem Pedelec-Staffel geplant, um die Beobachtung des Radverkehrs zu verbessern.
Monitoring und Finanzierung – Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Ein weiteres wichtiges Element der Mainzer Mobilitätsstrategie ist die Monitoring-Strategie. Die Stadt plant eine Mobilitätsbefragung alle 5 Jahre und ein Infrastruktur-Monitoring alle 2 Jahre. Dies ermöglicht es, die Maßnahmen kontinuierlich zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen.
Finanziell setzt Mainz auf ein jährliches Budget von 500.000 € für konsumtive Radverkehrsmaßnahmen. Investive Projekte können durch Landes- und Bundesförderung unterstützt werden. Zudem wird ein neuer Haushaltstitel für den Fußverkehr etabliert, was die Transparenz und Planbarkeit verbessert.
Fazit: Mainz auf Kurs zur klimafreundlichen Mobilitätsstadt
Die Entscheidungen des Mainzer Ausschusses für Mobilität zeigen, dass die Stadt einen klaren Kurs in Richtung einer nachhaltigen, sicheren und barrierefreien Mobilität eingeschlagen hat. Mit dem Abschluss des BYPAD-Verfahrens, der Etablierung der 3x11-Ziele und der Integration von Vision Zero in die Planung ist Mainz auf dem Weg, eine Vorbildfunktion in der Region und darüber hinaus zu übernehmen. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie gut die Strategie umgesetzt wird – und ob Mainz tatsächlich bis 2035 eine Stadt ist, in der sich alle sicher und klimafreundlich bewegen können.
Quellen
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