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Wuppertal im Februar 2026 – Haushaltskrise, Pflegeplanung und Mobilitätsmaßnahmen

Wuppertal im Februar 2026 – Haushaltskrise, Pflegeplanung und Mobilitätsmaßnahmen

Der Februar 2026 brachte in Wuppertal wichtige Entscheidungen zum Haushalt, zur Pflegeplanung und zur Verkehrspolitik. Hier ist der Monatsrückblick mit den wichtigsten Entwicklungen für Bürger*innen.

Wuppertal im Februar: Zwischen Haushaltsnotstand und Zukunftsvisionen

Was diesen Monat wichtig war

  • Der Haushaltsentwurf 2026/2027 zeigt weiterhin ein Defizit von über 150 Mio. € – die Stadt bleibt in der Haushaltskrise.
  • Die Alten- und Pflegeplanung für Wuppertal ist auf Kurs: 80 neue Pflegeplätze sind bis 2030 geplant.
  • Die Stadt senkt die Tempo-30-Zonen aus – auch auf Elias-Eller-Straße und Loherstraße.
  • Der Beirat Bürgerbeteiligung hat neue Geschäftsordnungen beschlossen – mehr Transparenz ist geplant.
  • Die Inklusionsarbeit in Wuppertal wird weiter ausgebaut – ein barrierefreier Jahresbericht ist online einsehbar.

Haushalt: Zwischen Defiziten und Liquiditätskrediten

Wuppertal bleibt weiterhin in der finanziellen Schieflage. Der Haushaltsplanentwurf 2026/2027 sieht ein Defizit von 157,55 Mio. € für 2026 und 157,43 Mio. € für 2027 vor. Die Investitionspläne bleiben hoch: 217,6 Mio. € für 2026 und 208,4 Mio. € für 2027.

Die Stadt beantragt im Rahmen des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte“ Liquiditätskredite in Höhe von 851 Mio. €, um die anhaltende Krise zu überbrücken. Der Haushaltssicherungskonzept-Entwurf wird in der Ratssitzung am 26.01.2026 vorgestellt – eine offizielle Genehmigung durch die Kommunalaufsicht ist noch ausständig.

Der Schuldenstand der Stadt beträgt aktuell 1.500 Mio. € an Liquiditätskrediten. Die Kommunalfinanzkrise in NRW verschärft sich weiter: Die Gesamtschulden stiegen um 6,1 Mrd. € auf 55,4 Mrd. €.

Pflegeplanung: Auf Kurs für 2030

Die Örtliche Alten- und Pflegeplanung 2024 wurde einstimmig empfohlen. Die Planung geht davon aus, dass sich die ältere Bevölkerung bis 2030 vor allem in den Stadtteilen Elberfeld, Barmen und Uellendahl-Katernberg konzentrieren wird.

Die Stadt plant bis 2030 80 neue vollstationäre Pflegeplätze und 95 zusätzliche Tagespflegeplätze. Der aktuelle Bestand beträgt 3.743 vollstationäre Pflegeplätze und 951 Betreuungstage in Gruppenbetreuung.

Zudem wurde das Beratungsnetzwerk Pflege aufgelöst, und der Jahresbericht des Inklusionsbüros 2024/2025 wurde als barrierefreies PDF veröffentlicht.

Verkehr: Tempo 30 und E-Scooter-Regelungen

Im Bereich der Verkehrsführungsmaßnahmen hat Wuppertal entschieden, die Tempo-30-Zonen auszuweiten. Neue Tempo-30-Strecken wurden auf der Elias-Eller-Straße und der Loherstraße/Rudolfstraße beschlossen. Zudem wurde die Busspur auf der Bundesallee/Kluse beibehalten.

Im Hinblick auf E-Scooter wurden klare Regeln festgelegt, darunter eine konsequente Ahndung von Fehlverhalten durch das Ordnungsamt. Die Stadt möchte so die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und gleichzeitig eine klare gesetzliche Grundlage schaffen.

Bürgerbeteiligung: Transparenter Beirat

Der Beirat Bürgerbeteiligung hat eine überarbeitete Geschäftsordnung beschlossen, die auf den Leitlinien für Bürgerbeteiligung der Stadt basiert. Der Beirat ist als beratendes Gremium angesiedelt und hat keine verbindliche Beschlusskraft. Die neue Geschäftsordnung dient als Grundlage für die Zukunft und fördert Transparenz und Partizipation.

Inklusion: Barrierefreiheit als Standard

Inklusion und Barrierefreiheit bleiben zentrale Themen in Wuppertal. Der Beirat der Menschen mit Behinderung forderte, dass Gremiensitzungen und Veranstaltungen zukünftig barrierefrei gestaltet werden. Das Inklusionsbüro berät seit 2016 zu Themen wie Barrierefreiheit und fördert kleine Inklusionsprojekte.

Der Jahresbericht des Inklusionsbüros 2024/2025 ist als barrierefreies PDF online einsehbar – ein Schritt in Richtung einer inklusiveren Stadtgesellschaft.

Ausblick: Herausforderungen und Chancen

Der Februar 2026 zeigt: Wuppertal steht vor großen Herausforderungen – vor allem in der Haushalts- und Finanzpolitik. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die Stadt auf Zukunftsvisionen baut: in der Pflegeplanung, in der Inklusionsarbeit und in der Bürgerbeteiligung. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die geplanten Maßnahmen den Druck auf die Stadt abfedern können – und ob Wuppertal den Weg aus der Krise schafft.

Quellen

Sitzung

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