Wohnraumknappheit und Vermarktung: Urban Development in Warendorf im März 2026
Der Stadtbezirk Freckenhorst-Hoetmar in Warendorf hat sich im März 2026 intensiv mit der Vermarktung von Baugrundstücken beschäftigt, insbesondere in den Baugebieten „Kiebitzfeld“ und „Grüner Markenweg“. Gleichzeitig wurden Verkehrsversuche und Straßenumbenennungen diskutiert, die die Zukunft der städtischen Mobilität und Identität beeinflussen.
Wohnraumvermarktung: Neue Wege in Einen
Die Vermarktung von Baugrundstücken in Warendorf ist ein zentrales Thema, das sowohl politische als auch wirtschaftliche Spannungen aufzeigt. Im Baugebiet „Kiebitzfeld“ in Einen blieben bislang alle Doppelhausgrundstücke unverkauft, obwohl es ein hohes Interesse von Investoren gab. Um die Situation zu entschärfen und den Wohnraumbedarf zu decken, wurde ein Antrag gestellt, die Vergabekriterien zu erweitern.
Mechtildis Wissmann, stellvertretend für die Ortsunion Einen-Müssingen, und die CDU-Ratsmitglieder verfolgten dabei das Ziel, auch Investoren den Zugang zu ermöglichen. Die Änderung sieht vor, dass Doppelhausgrundstücke entweder zur eigenen Nutzung (215 €/qm) oder zur Fremdnutzung (260 €/qm) erworben werden können. Gleichzeitig bleibt die Priorisierung für Erwerber, die ein Grundstück zur eigenen Nutzung und ein angrenzendes zur Vermietung erwerben, bestehen.
Diese Maßnahme ist nicht nur eine Antwort auf die stagnierende Vermarktung, sondern auch ein Schritt zur finanziellen Entlastung der Stadt. Investoren können hier eine Rolle spielen, ohne dass die Stadt auf ihre Selbstnutzungsverpflichtungen verzichten muss.
Verkehrsversuche und Straßenumbenennungen
Neben der Wohnraumvermarktung standen auch Themen der städtischen Mobilität im Fokus der März-Sitzungen. Der temporäre Verkehrsversuch auf dem Stiftsmarkt in Freckenhorst wurde positiv bewertet. Eine Online-Umfrage mit 1.064 Teilnehmern zeigte, dass 979 Befragte den Versuch als Erfolg ansahen. Die Verkehrsberuhigung führte zwar zu einem Rückgang der Durchfahrten, aber der Stiftsmarkt wird nun als ruhiger und angenehmer wahrgenommen.
Die Verwaltung plant, den Verkehrsversuch bis zur dauerhaften Umgestaltung fortzuführen. Dabei sind Verbesserungsvorschläge wie mehr Barrierefreiheit, zusätzliche Begrünung und Beleuchtung geplant. In den Wintermonaten könnte zudem eine Anpassung der Pollerregelung zu mehr Parkplätzen führen.
Zudem wurden Straßenumbenennungen beschlossen: Die Wagenfeldstraße wird in Dorfkamp und die Heinrich-Tenhumberg-Straße in Langkamp umbenannt. Der Prozess war begleitet von Bürgerbeteiligung und stellte politische Spannungen auf, insbesondere im Hinblick auf einen Aussetzungsantrag der FWG-Fraktion. Letztlich wurde die Umbenennung einstimmig beschlossen. Die Kosten liegen bei insgesamt 7.900 Euro.
Projektentwicklung: Brinkhaus-Gelände und Emsseepark
Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung des Brinkhaus-Geländes. Ein externes Büro soll mit der Projektsteuerung beauftragt werden, um die Planungen bis zur Entwurfsphase voranzutreiben. Dies ist notwendig, um spätere Planungsfehler zu vermeiden und den Verkaufsprozess nach der Ems-Umgestaltung 2029 zu ermöglichen. Die Kosten für die Projektsteuerung werden auf 320.000 Euro geschätzt, wobei 60 % gefördert werden.
Außerdem wird die Planung von Grillplätzen im Emsseepark und Schließfächern in der Innenstadt geprüft. Diese Projekte sind Teil der Bemühungen, die Stadt für mehr Naherholung und alltagstaugliche Infrastruktur attraktiver zu gestalten.
Ausblick
Die Entscheidungen des März 2026 zeigen, dass Warendorf sich aktiv mit der Herausforderung der Wohnraumvermarktung, der Verkehrsberuhigung und der städtischen Entwicklung auseinandersetzt. Die Erweiterung der Vergabekriterien für Baugrundstücke ist ein pragmatischer Schritt, um Investoren einzubinden und gleichzeitig die Selbstnutzungsverpflichtungen zu bewahren. Gleichzeitig zeigt die positive Bewertung des Stiftsmarkt-Versuchs, dass Warendorf auf dem richtigen Weg ist, städtische Räume für das Leben und den Aufenthalt zu optimieren.
In den kommenden Monaten wird es besonders wichtig sein, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung bei der dauerhaften Umgestaltung des Stiftsmarktes und der Entwicklung des Brinkhaus-Geländes umzusetzen. Nur durch eine klare Vision und praxisnahe Planung kann Warendorf langfristig als lebenswerte Stadt bestehen.
Quellen
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