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Wirtschaftsförderung in Viersen: Herausforderungen und Perspektiven 2026

Economic Development 📍 Viersen · Nordrhein-Westfalen
Wirtschaftsförderung in Viersen: Herausforderungen und Perspektiven 2026

Im Februar 2026 standen in Viersen entscheidende Diskussionen zur Wirtschaftsförderung im Fokus. Der Haushalt, Quartiersbüros, Gewerbeflächen und die Entwicklung der Innenstädte waren zentrale Themen. Ein Überblick.

Wirtschaftsförderung in Viersen: Wie die Stadt ihre Zukunft sichert

Die Wirtschaftsförderung ist in Städten wie Viersen ein zentraler Hebel für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum. Im Februar 2026 standen in Viersen mehrere wegweisende Entscheidungen an, die den Ausblick auf die wirtschaftliche Zukunft der Stadt prägen. Besonders auffällig ist die Diskussion um Gewerbeflächen, Quartiersbüros und die Entwicklung der Innenstädte. Gleichzeitig zeigt sich ein hohes Maß an Planungsbereitschaft und Investitionsbedarf – vor allem in soziale und wirtschaftliche Strukturen.

Quartiersbüros: Stabilität und Investition in die Zukunft

Die Quartiersbüros „DülkenBüro“ und „SüchtelnBüro“ sind in Viersen nicht nur Orte der Sozialarbeit, sondern auch zentrale Anlaufstellen für wirtschaftliche und kulturelle Initiativen. Im Februar 2026 wurde einstimmig (außer bei einer Enthaltung) beschlossen, diese Strukturen zu verstetigen.

Für das DülkenBüro, das als Vorbild gilt, sind zukünftig neue Räumlichkeiten im Neubau Am Kesselsturm geplant. Der Bedarf an Personal und Finanzierung wird mit jährlich etwa 100.000 EUR ab 2027 kalkuliert – eine Investition, die den langfristigen Charakter der Arbeit unterstreicht. Süchteln hingegen wird vorerst vom Fachbereich 60 betreut, bis ab 2026–2028 eine externe Neuvergabe erfolgen könnte.

Die Quartiersbüros sind dabei nicht nur soziale Akteure, sondern auch Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie fördern Integration, schaffen Netzwerke und tragen zur Stabilität der Stadtteile bei. Die Verstetigung dieser Strukturen ist somit ein klares Signal für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Gewerbeflächenmangel: Ein Problem mit Konsequenzen

Ein zentrales Problem für Viersen bleibt der Mangel an Gewerbeflächen. Im Februar 2026 wurde deutlich: Viersen verfügt über 140 Hektar weniger Gewerbefläche als vergleichbare Städte. Nur noch drei Flächen sind über die Gewerbe- und Messegesellschaft (GMG) verfügbar. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Gewerbeflächen hoch – besonders von Discountermärkten wie Lidl, die bereits Flächen reserviert haben.

Die Stadt hat zwar noch ein Potential von ca. 153 ha Flächen – unter anderem in Form von Brachflächen und Rücktauschflächen –, doch die Aktivierung dieser Flächen erfordert Planung, Investitionen und politische Entscheidungen. Ohne ausreichend Flächen für Wirtschaftsunternehmen bleibt Viersen langfristig wettbewerbsbedroht, insbesondere gegenüber Städten im Rhein-Kreis Neuss.

Innenstadtentwicklung: Digitalisierung und Marketing

Die Innenstädte Viersen, Dülken und Süchteln entwickeln sich zwar positiv, stehen aber unter hohem Veränderungsdruck. Strukturwandel im Einzelhandel, steigende Mietkosten und veränderte Konsumgewohnheiten fordern die Stadt heraus. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt Viersen auf Förderprogramme, wie das „Zukunftsfähige Innenstädte“-Programm, das Mietkosten reduziert und leerstehende Ladenlokale mit vergünstigten Konditionen anmietet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die digitale Transformation. Mit der Software LeAn® wird künftig der Leerstand digital verwaltet. Zudem ist ein Passantenfrequenzmesssystem in Planung, um die Effekte von Veranstaltungen und Maßnahmen messen zu können. Social-Media-Kanäle wie Instagram und Facebook werden intensiv genutzt, um das Stadtbild zu stärken und die Frequenz in den Innenstädten zu erhöhen.

Ausblick: Wie Viersen wirtschaftlich bestehen kann

Die Herausforderungen, vor denen Viersen im Februar 2026 stand, sind ernst: Mangel an Gewerbeflächen, ungleichmäßige Versorgung mit Lebensmittelgeschäften und der Druck, die Innenstädte attraktiv zu halten. Gleichzeitig zeigt sich aber auch ein klares Bemühen, Strukturen zu stabilisieren und Investitionen in Quartiersarbeit, Marketing und digitale Lösungen zu tätigen.

Die Verstetigung der Quartiersbüros, die Planung neuer Räume und der Ausbau der Innenstadtentwicklung zeigen, dass Viersen nicht nur reagiert, sondern auch aktiv gestaltet. Die Frage ist, ob diese Maßnahmen ausreichen, um den wirtschaftlichen Anforderungen der Zukunft standzuhalten – und ob Viersen sich als attraktiver Wirtschaftsstandort behaupten kann.

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