Sportpolitik in Viersen: Schwimmquote, Kunstrasenplätze und Haushaltsplan 2026
Im Februar 2026 standen in Viersen wichtige sportpolitische Themen im Fokus. Der Sportausschuss beriet über den Haushaltsplan 2026, den Stand der Schwimmquoten und die Sanierung der Kunstrasenplätze. Die Ergebnisse zeigen einen starken Fokus auf Infrastruktur, Nachhaltigkeit und sportliche Teilhabe.
Schwimmquote steigt – aber Herausforderungen bleiben
Der Sportausschuss Viersen hat im Februar 2026 den fünften Sachstandsbericht zum Konzept zur Steigerung der Schwimmquote in der Stadt zur Kenntnis genommen. Die Quote der Nichtschwimmer in dritten Klassen ist von 40,19 % im Jahr 2024–2025 auf 35,21 % im Folgejahr leicht gesunken. In der vierten Klasse beträgt die Nichtschwimmerquote bereits 19,50 %, was auf die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen hindeutet.
Zu den Erfolgsfaktoren zählen die Schulschwimmwochen, die von neun Grundschulen mit knapp 400 Schüler*innen genutzt wurden, sowie das Landesprogramm „NRW kann schwimmen!“. Dieses bietet in den Ferien gezielte Kurse, bei denen Kinder über Wassergewöhnung bis hin zu Sicherheit im Wasser gefördert werden. Die Quote der Erreichung des Seepferdchens lag in den Sommerferien 2025 bei beeindruckenden 95 %.
Trotz dieser Fortschritte bleiben Herausforderungen. Die Umkleideräume im Bad Ransberg sind weiterhin zu klein für den Wechsel zwischen Schulklassen, und die Nachfrage nach Schwimmunterricht übersteigt in manchen Fällen die Kapazitäten. Zudem wird die Quote in einigen Grundschulen weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die Stadt plant daher gezielte Gespräche mit diesen Schulen, um Lösungsansätze zu erarbeiten.
Kunstrasenplätze: Sanierungsbedarf und Finanzierung im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war der Zustand der Kunstrasenplätze in Viersen. Insgesamt stehen acht Kunstrasenplätze zur Verfügung, darunter fünf städtische und drei durch Vereine betriebene Anlagen. Die Haltbarkeit eines Kunstrasens beträgt 12 bis 15 Jahre, weshalb in den nächsten Jahren umfangreiche Sanierungen anstehen.
So ist beispielsweise der Kunstrasenplatz im Stadion Hoher Busch (Platz 2) für 2032, die Sportanlage Helenabrunn für 2040 und die Volksbank-Arena Süchteln für 2041 zur Erneuerung vorgesehen. Der Sportausschuss diskutierte intensiv über Finanzierungsmodelle, wobei Fördertöpfe, Rücklagenbildung und alternative Finanzierungsquellen wie Stiftungen im Vordergrund standen.
Ein kritischer Punkt war auch die Nichtaufnahme des Hockeyplatzes des Viersener Tennis- und Hockeyclub 1896 e.V. (VTHC) in die Übersicht. Zudem wurde aufgezeigt, dass die Tennishalle des VTHC in der Planung steht und ein Obleutegespräch dazu geplant ist.
Haushaltsplan 2026: Sport investiert in Infrastruktur
Die Haushaltsplanberatungen 2026 brachten klare Impulse für den Sportbereich. Der Sportausschuss stimmte einstimmig (mit einer Enthaltung und einer Abwesenheit) für die Empfehlung zur Beschlussfassung. Im Haushaltsplan 2026 sind erhebliche Mittel für die Sanierung und Modernisierung von Sportstätten eingeplant.
So ist die Umrüstung von Flutlichtanlagen auf LED-Technik vorgesehen, und auch die Sanierung des Tennenplatzes am Hohen Busch (Platz 3) wird unterstützt. Fördermittel aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie aus der Sportpauschale des Landes Nordrhein-Westfalen fließen in diese Projekte.
Ein weiteres Projekt ist die Sanierung des Kunstrasenbelags in der Volksbank-Arena des ASV Süchteln. Hier werden insgesamt 300.000 € an Zuschüssen bereitgestellt, darunter 150.000 € aus der Sportpauschale. Zudem wurde ein Antrag für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ gestellt, der im Februar 2026 Ergebnisse bringen sollte.
Ausblick: Nachhaltigkeit und Teilhabe im Sport
Die sportpolitischen Entscheidungen in Viersen zeigen einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Infrastruktur und sportliche Teilhabe. Die Stadt investiert nicht nur in die Zukunft der Sportstätten, sondern auch in die Gesundheit und Beweglichkeit ihrer Bürger*innen.
Die nächsten Schritte werden zeigen, ob die Fördermittel aus dem Bundesprogramm genehmigt werden und wie die Sanierungspläne konkret umgesetzt werden können. Gleichzeitig wird der Blick auf die Schwimmquoten bleiben – mit dem Ziel, bis 2030 alle Schüler*innen in Viersen sicher schwimmen zu lassen.
Quellen
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