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Wohnungsnot, Barrierefreiheit und soziale Integration in Solingen – Ein Fokus-Monat im April 2026

Wohnungsnot, Barrierefreiheit und soziale Integration in Solingen – Ein Fokus-Monat im April 2026

Im April 2026 standen in Solingen soziale Angelegenheiten und Wohnungspolitik im Mittelpunkt. Der Seniorenbeirat, das Jobcenter und die Integrationsarbeit präsentierten zahlreiche Initiativen, um Wohnungsnot, digitale Exklusion und soziale Ungleichheit zu bekämpfen.

Wohnungsnot, Barrierefreiheit und soziale Integration in Solingen – Der April 2026

Im April 2026 hat die Stadt Solingen intensiv über soziale Angelegenheiten und Wohnungspolitik beraten. Die Themen reichen von der Bekämpfung der Wohnungsnot über Barrierefreiheit für Senior:innen bis hin zu digitaler Exklusion und der Unterstützung geflüchteter Menschen. In einer Vielzahl von Sitzungen wurden konkrete Maßnahmen und Entwicklungen diskutiert, die das Ziel verfolgen, soziale Teilhabe und Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen zu sichern.

Barrierefreiheit und Ambulante Pflege

Ein zentraler Punkt war die Forderung nach einem barrierefreien Stadtumbau. Der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderung forderten einstimmig den Anbau am Familienbad Vogelsang mit einem barrierefreien Therapiebecken. Gleichzeitig wurde das Konzept „Solingen – deine seniorengerechte Stadt“ weiterentwickelt. Ziel ist die Schaffung von Standards in öffentlichen Gebäuden, Verkehr, Beleuchtung und Einkaufsflächen, die für alle nutzbar sind.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Prinzip „ambulant vor stationär“. Dieses Modell verfolgt den Gedanken, Menschen mit Pflegebedarf möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zu unterstützen. Dazu wurden Beratungsangebote für Senior:innen, Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige in die Stadtverwaltung integriert. Diese Beratungen sollen nicht nur praktische Hilfestellungen bieten, sondern auch zur Selbstbestimmung beitragen.

Wohnungsnot und Obdachlosenhilfe – Ein wachsendes Problem

Die Wohnungsnot in Solingen hat sich weiter verschärft. Insbesondere durch Zwangsgeräumungen, Klinikentlassungen und Brandereignisse ist die Zahl der wohnungslosen Menschen gestiegen. Die städtischen Notunterkünfte sind mit 100 Plätzen überbelegt, was zu einem Verstoß gegen wohnrechtliche Standards führt. Zudem nimmt die verdeckte Wohnungslosigkeit – also die Unterbringung bei Freunden oder Familien – zu, insbesondere bei Frauen.

Das Projekt ProMie+ hat sich als Erfolg erwiesen. Bis April 2026 konnten 135 wohnungslose Menschen in einen stabileren Wohnraum vermittelt werden. Das Projekt, das bis 2027 läuft, kombiniert die Arbeit einer Sozialarbeiter:in mit einer Immobilienfachkraft und bietet bis zu 12 Monate Betreuung nach der Vermittlung. Es wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU gefördert.

Ein weiteres Problem ist die steigende Zahl psychisch auffälliger Menschen in Notunterkünften. Dazu wurde im November 2024 eine monatliche psychiatrische Sprechstunde in den Einrichtungen eingeführt. Eine enge Kooperation mit der LVR Klinik, GISS und PTV unterstützt die psychische Versorgung.

Digitale Exklusion und analoge Teilhabe

Auch die digitale Exklusion stand in den Fokus. Viele Senior:innen verfügen nicht über Mobiltelefone oder können Technik nicht leisten. Dagegen fordert der Seniorenbeirat klare Regeln: analoge Alternativen müssen in Behörden, im Nahverkehr und bei Bankgeschäften erhalten bleiben. Die Resolution zur Fahrpreiserhöhung und Digitalisierung im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aus dem November 2025 wird aufrechterhalten. Ein Rechtsgutachten des Netzwerks Datenschutzexpertise bestätigte, dass ein Anspruch auf analoge Alternativen besteht.

Die Forderung nach telefonischer Erreichbarkeit und Sprechstunden statt ausschließlich digitaler Angebote wurde auch in den Behörden aufgegriffen. Dies ist ein Schritt, um digitale Spaltung zu vermeiden und soziale Teilhabe zu gewährleisten.

Integration und Chancengerechtigkeit

Die Integrationsarbeit in Solingen bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Mit über 23 VZÄ und einem Finanzvolumen von knapp 2,3 Millionen Euro setzt die Stadt auf ein breites Angebot an Sprachkursen, Orientierungskursen und Beratungsleistungen. Der Mobiler Übersetzungsdienst (MÜD) hat 2025 bereits 676 Einsätze absolviert und somit Sprachbarrieren abgebaut.

Die Lenkungsgruppe Integration wurde neu besetzt, und es wird ein einheitliches Logo verwendet, um die landesweite Identität zu stärken. Ziel bleibt, dass Integration als Prozess verstanden wird – Ankommen, Teilhaben, Gestalten. Die Stadt setzt dabei auf strukturelle Maßnahmen wie Spracherwerb, Bildung, Arbeit, Gesundheit und Rechtskunde.

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Der April 2026 hat gezeigt, dass Solingen sich aktiv – und vielfältig – mit sozialen Herausforderungen auseinandersetzt. Ob bei der Bekämpfung der Wohnungsnot, der Förderung barrierefreier Lebensbedingungen oder der Unterstützung geflüchteter Menschen: Die Stadt zeigt, dass sie die soziale Verantwortung wahrnimmt. Doch die Herausforderungen bleiben groß. Die steigende Wohnungslosigkeit, die digitale Exklusion und die wachsende psychische Belastung in der Bevölkerung erfordern nachhaltige Lösungen. Solingen hat gute Ansätze – nun gilt es, diese in die Praxis umzusetzen und langfristig zu verankern.

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