Solingen im Februar 2026: Kultur, Tourismus und Gemeinschaft im Fokus
Im Februar 2026 setzte Solingen Impulse im Bereich Kultur und Community. Der Fokus lag auf der Entwicklung eines Wanderabzeichensystems, der Zukunftsgestaltung von Schloss Burg, dem Stadtmarketing und der Städtischen Musikschule.
Kultur als Bindeglied in Solingen
Im Februar 2026 stand Solingen im Zeichen der kulturellen und touristischen Entwicklung. Die Stadt setzte auf eine Vielzahl von Initiativen, die nicht nur kulturelle Identität stärken, sondern auch touristische Attraktivität und soziale Teilhabe fördern. Besonders hervorzuheben sind die Entwicklungen rund um das Wanderabzeichensystem, Schloss Burg und das Stadtmarketing.
Wanderabzeichen als Teil eines regionalen Tourismuskonzepts
Die Stadt Solingen plant ein Wanderabzeichensystem, das in Kooperation mit den Städten Remscheid und Wuppertal sowie dem Bergischen Land Tourismus Marketing e.V. (BLTM) entstehen soll. Ziel ist es, Wanderer:innen anzulocken und gleichzeitig den regionalen Tourismus zu stärken. Dabei wird sowohl auf digitale Lösungen wie SummitLynx als auch auf analoge Elemente wie einen Stempelpass und physische Abzeichen zurückgegriffen.
Die Kooperation mit gastronomischen Betrieben an den Wanderwegen ist ein weiterer Schwerpunkt. Es wird geprüft, ob das Projekt über Landes- und Bundesprogramme (z. B. „Starke Heimat NRW“, „EFRE“, „Erlebnis.NRW“) gefördert werden kann. Der Ausschuss für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus soll bis spätestens Q4 2026 eine Ergebnisvorlage zur weiteren Beschlussfassung vorlegen. Der „Klingenpfad“ in Solingen und ähnliche Rundwege in benachbarten Städten bieten hier ein starkes Potenzial.
Schloss Burg: Von Verein zu gemeinnütziger GmbH
Ein weiteres Highlight war die Diskussion um die Zukunft von Schloss Burg. Der Schlossbauverein, der das Schloss seit über 140 Jahren ehrenamtlich betreibt, plant nun mit den Städten Wuppertal, Remscheid und Solingen sowie dem Verein die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Ziel ist es, den Betrieb zukunftssicher zu organisieren und langfristig die Finanzierung und den Erhalt des Schlosses zu gewährleisten.
Die geplante öffentlich-rechtliche Vereinbarung (ÖRV) soll die bislang veralteten Verträge ersetzen und eine moderne Struktur schaffen. Der Museumsbetrieb und Veranstaltungen sollen künftig stärker genutzt werden, um die wirtschaftliche Stabilität zu verbessern. Insbesondere in der Weihnachtszeit und nach Sanierungsarbeiten sollen themenbezogene Veranstaltungen angeboten werden.
Stadtmarketing: Identität stärken, Gäste gewinnen
Im Bereich Stadtmarketing setzte Solingen auf ein breites Spektrum an Maßnahmen, um die kulturelle Identität zu stärken und gleichzeitig touristische Angebote zu verbessern. Das Veranstaltungskalenderprojekt „Erlebe Solingen“ und die Willkommenstaschen für Neu-Solinger:innen sind Beispiele für die Arbeit im urbanen Marketing.
Im Februar 2026 wurden auch erste Planungen für die Microsite „entdecke.solingen.de“ vorgestellt, die touristische Informationen noch besser präsentieren soll. Zudem ist eine Medienkampagne für Schloss Burg mit Autorenreise im Q2 2026 geplant. Die Entdecker-Touren in Kooperation mit dem O-Bus-Museum, Gastronomie und Hotels sowie einheitliche touristische Prospektständer im Q3 2026 sollen Cross-Selling-Strategien stärken.
Gleichzeitig wird an einer Koordinierungsstruktur für Stadtteilmarketing gearbeitet, um die multizentrische Stadtstruktur zu nutzen und den Nachwuchsmangel im Ehrenamt zu kompensieren. Die Herausforderung der Zuständigkeitsfragen in der Verwaltung wird durch eine interdisziplinäre „Stadtmarketing-Runde“ adressiert.
Musikschule: Bildung, Kooperation und finanzielle Herausforderungen
Die Städtische Musikschule Solingen GmbH war in der Sitzung des Ausschusses thematisch stark vertreten. Im Geschäftsjahr 2024/2025 schloss die Musikschule mit einem Fehlbetrag von 456.474,69 Euro ab. Die Umsatzerlöse sanken auf 788.000 Euro (Vorjahr: 826.000 Euro), was auf die Umstellung der Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen ist. Eine Spende der Stadt-Sparkasse Solingen in Höhe von 1.000 Euro trug wesentlich zur Verbesserung des Jahresabschlusses bei.
Die Musikschule fördert nicht nur die musikalische Bildung, sondern auch kulturelle und soziale Teilhabe durch Kooperationen mit Schulen, Vereinen und anderen Bildungs- und Kulturanbietern. Es gibt spezielle Angebote für Erwachsene und Senioren, wie Rock-Bands Ü 60 oder die Erwachsenen Big Band. Die Musikschule ist Teil der Gemeinschaftsstruktur der Stadt und finanziell stark von Zuschüssen und Fördergeldern abhängig.
Ausblick: Kulturpolitik als Gestaltungsaufgabe
Der Ausschuss für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus wird auch in den nächsten Monaten eine zentrale Rolle spielen. Im April 2026 ist ein Fachtag „Kommunale Kulturpolitik“ geplant, der unter anderem Themen wie Diversität, Inklusion und strategische Kulturplanung behandelt. Zudem läuft die Webtalk-Reihe „Kulturpolitik verstehen. Kommune gestalten.“, die ehrenamtliche Kulturpolitiker:innen in der Region unterstützt.
Solingen beweist, dass Kulturpolitik nicht nur eine Frage von Veranstaltungen ist, sondern ein zentraler Baustein für Stadtentwicklung, Identität und soziale Integration. Mit den aktuellen Initiativen setzt die Stadt Impulse, die über den Februar hinaus wirken werden.
Quellen
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