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Wohnberatung und Sozialpolitik im Rhein-Sieg-Kreis: Herausforderungen und Entscheidungen im Februar 2026

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Wohnberatung und Sozialpolitik im Rhein-Sieg-Kreis: Herausforderungen und Entscheidungen im Februar 2026

Im Februar 2026 standen im Rhein-Sieg-Kreis wichtige Entscheidungen im Bereich Sozialpolitik und Wohnungspolitik an. Besonders die kritische finanzielle Lage der AWO-Wohnberatung und die damit verbundene Gefahr der Einstellung der Dienstleistung sorgten für Diskussionen und politische Auseinandersetzungen. Der Ausschuss für Soziales, Integration und Inklusion beriet über Finanzierung, Personalstruktur und die Zukunft der Sozialdienste im Kreis.

Sozialpolitik im Rhein-Sieg-Kreis: Eine Kritische Analyse der Februar-Entscheidungen

Im Februar 2026 standen mehrere zentrale Themen der Sozialpolitik im Rhein-Sieg-Kreis im Fokus. Der Ausschuss für Soziales, Integration und Inklusion tagte am 25.02.2026 und beriet über Themen wie die Finanzierung der Wohnberatung, die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes, die Integration und die Struktur des Sozialamtes. Besonders die Diskussion um die Zukunft der AWO-Wohnberatung sorgte für breite politische Debatten, da die Dienstleistung in der Alten- und Pflegeversorgung eine zentrale Rolle spielt.

Die AWO-Wohnberatung: Eine Dienstleistung im Abseits?

Die AWO-Wohnberatung im Rhein-Sieg-Kreis ist ein zentraler Baustein der Pflegeinfrastruktur. Sie unterstützt ältere und pflegebedürftige Menschen dabei, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu leben. Die Finanzierung erfolgt zu 50 % durch den Rhein-Sieg-Kreis und zu 50 % durch die Pflegekassen. Allerdings hat sich die Finanzlage in den letzten Jahren verschlechtert.

Seit 2021 erhält die AWO jährlich 112.750 € vom Kreis, dazu kamen Defizitausgleiche in Höhe von 15.250 €. Doch die Pflegekassen lehnen eine Erhöhung des Budgets ab. Das Defizit könnte bis Ende 2026 auf rund 54.000 € anwachsen, weshalb die AWO-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg e.V. nun die Einstellung der Wohnberatung zum 31.12.2026 plant, sofern bis Juni 2026 keine verbindliche Finanzierung zugesagt wird.

Die SPD-Kreistagsfraktion forderte in der Sitzung einen Antrag zur Sicherung der Wohnberatungsstelle, während CDU, GRÜNE und FDP sich für eine Fortführung und alternative Finanzierung einsetzten. Die politischen Spannungen zeigen sich deutlich: Während die SPD für eine verstärkte Rolle des Kreises spricht, setzen andere Fraktionen auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Pflegekassen.

Finanzierung der Bildungs- und Teilhabemaßnahmen: Erhöhung der Pauschalen

Ein weiteres wichtiges Thema war die Änderung der Satzung zur Heranziehung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden zur Durchführung der Aufgaben nach § 6b Bundeskindergeldgesetz (BKGG). Der Rhein-Sieg-Kreis ist zuständiger Träger für Leistungen zur Bildung und Teilhabe, die Wahrnehmung wird auf die Kommunen delegiert. Die Kommunen erhalten eine Personalkostenpauschale, die nun von 9 auf 10 Vollzeitäquivalente erhöht wird.

Dies hat finanzielle Konsequenzen: Für das Haushaltsjahr 2026 sind zusätzliche Mittel in Höhe von 55.000 € erforderlich. Die Erhöhung ist notwendig, weil die Zahl der leistungsberechtigten Personen nach der Wohngeldreform 2023 stark gestiegen ist. Die Kommunen fordern eine Anpassung der Pauschale, um die steigenden Kosten abfedern zu können.

Integration und Inklusion: Strukturelle Herausforderungen

Neben der Wohnberatung und der Finanzierung der Bildungsleistungen standen auch Themen wie das Kommunale Integrationszentrum (KI) und das Kommunale Integrationsmanagement (KIM) auf der Tagesordnung. Der Sachstandsbericht zeigte, dass die Strukturen der Integration im Rhein-Sieg-Kreis weiterentwickelt werden müssen, um die wachsende Bevölkerungsdiversität und die damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen.

Zudem wurde der Bericht der Behindertenbeauftragten für das Jahr 2025 vorgestellt. Er unterstreicht die Fortschritte in der Inklusion, aber auch die Notwendigkeit einer besseren Koordination und finanziellen Unterstützung für behinderte Menschen. Die Neukonstituierung des Inklusions-Fachbeirates ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Ausblick: Was kommt nach Februar?

Die Diskussionen im Februar zeigen, dass der Rhein-Sieg-Kreis vor einer Reihe von Herausforderungen steht. Die Zukunft der Wohnberatung ist unklar, die Finanzierung der Bildungs- und Teilhabemaßnahmen muss neu gestaltet werden, und die Strukturen der Integration und Inklusion müssen weiterentwickelt werden. Die politischen Entscheidungen der nächsten Monate werden entscheidend sein, ob der Kreis seine sozialen Verpflichtungen erfüllen kann.

Die SPD-Forderung nach einer Sicherung der Wohnberatung durch den Kreis wird wohl politisch weiter diskutiert werden. Ebenso wird die Frage, wie die Finanzierung der Bildung und Teilhabe in den Kommunen gesteuert wird, eine zentrale Rolle spielen. Die Koordination mit den Pflegekassen bleibt ein zentrales Problem, das nur durch politische Kompromisse gelöst werden kann.

Quellen

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