Umgestaltung des Apostelgartens: Ein neuer Lebensraum für Münsters Innenstadt
Der Apostelgarten in Münsters Altstadt steht im Fokus einer umfassenden und partizipativen Neugestaltung. Im Februar 2026 wird ein entscheidender Schritt in der Planung vollzogen. Wir analysieren die Hintergründe, die Zielsetzungen und die nächsten Planungsschritte.
Ein neuer Lebensraum für Münsters Innenstadt
Der Apostelgarten, ein bisher eher unbekannter Ort zwischen Bergstraße, Bogenstraße und Apostelkirche in der Altstadt von Münster, ist im Fokus einer umfassenden städtebaulichen Neugestaltung. Der Parkplatz, der bislang überwiegend für Anwohnerparkausweise genutzt wurde, soll in einen multifunktionalen Aufenthaltsort umgewandelt werden. Ziel ist es, den Raum für alle Generationen und Bevölkerungsgruppen zugänglich, barrierefrei und klimagerecht zu gestalten.
Partizipation als Schlüssel zur Planung
Der Planungsprozess für den Apostelgarten war von Anfang an stark partizipativ geprägt. Im Jahr 2024 wurde ein Prozess gestartet, der in enger Zusammenarbeit mit der Evangelischen Apostelkirchengemeinde, dem Kiepenkerl e.V., Anrainern, Fachleuten, Politik und der Bürgergesellschaft stattfand. Im Mai 2025 fand der sogenannte „Apostelgarten-Dialog“ statt – eine fünftägige Beteiligungsaktion mit Beteiligungsmarkt, Expertengesprächen und einem Online-Portal.
Die Ergebnisse dieses Dialogs flossen in einen Entwurf ein, der im November 2025 veröffentlicht wurde. Die Bürger:innen brachten Vorschläge zur Anpassung an inklusive Nutzung, nachhaltige Pflanzung, Sicherheitsmaßnahmen und Alternativen zum Anwohnerparken ein. Nicht alle Vorschläge konnten umgesetzt werden, aber sie trugen maßgeblich zur Ausgestaltung des neuen Konzepts bei.
Konzeptionelle Schwerpunkte der Umgestaltung
Das übergeordnete Ziel der Neugestaltung ist, den Apostelgarten zu einem grünen, multifunktionalen und inklusiven Lebensraum zu machen. Der Entwurf sieht eine Aufteilung in verschiedene Nutzungsbereiche vor, die sich harmonisch zum Gesamtbild ergänzen. So entstehen:
- Gastronomiebereiche, die optisch und funktional in den Apostelgarten integriert werden.
- Polygonale Pflanzinseln, die ökologisch wertvoll, klimagerecht und raumbildend wirken.
- Ein Apostelkirchplatz, der als zentraler Freiraum dient und mit einem modernen Wasserspiel und wassergebundener Wegedecke ausgestattet wird.
- Ein barrierefreier Zugang mit Sitzkanten, Holzauflagen und ergonomischen Rückenlehnen.
- Ein Geschichtsband aus Natursteinblöcken, der über die lokale Geschichte informiert und gleichzeitig als Sitzgelegenheit dienen kann.
Zudem wird der Kirchgarten umgestaltet, um die Verbindung zum Apostelgarten zu stärken und den Westportalbereich der Apostelkirche hervorzuheben. Die Beleuchtung wird so gestaltet, dass sie insektenfreundlich, energiesparend und angstabbauend wirkt. Abfallbehälter, Trinkwasserbrunnen und Fahrradstellplätze ergänzen das Angebot.
Finanzierung und nächste Schritte
Die Umgestaltung des Apostelgartens ist Teil des INSEK Münster-Innenstadt (Integriertes städtebauliche Entwicklungskonzept), das 2023 beschlossen wurde. Ziel des INSEK ist die langfristige, zukunftsgerechte Entwicklung der Innenstadt. Der Apostelgarten wird dabei als Schlüsselraum definiert.
Die Finanzierung erfolgt über Städtebaufördermittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen. Ein Städtebauförderantrag wurde im September 2024 gestellt und im Sommer 2025 bewilligt. Bis Sommer 2027 müssen die Planungen für den Apostelgarten und weitere Innenstadtplätze bis zur Leistungsphase 6 HOAI abgeschlossen sein.
Im Februar 2026 ist die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung in Münster zu einer Sitzung geladen, in der auch der Apostelgarten thematisiert wird. Zudem wird der Rat der Stadt Münster in den nächsten Wochen über die weiteren Planungsschritte informiert.
Ausblick: Ein neuer Innenstadt-Raum für alle
Der Apostelgarten wird nicht nur ein städtebauliches Highlight, sondern auch ein zentraler sozialer und kultureller Treffpunkt in der Altstadt. Mit seiner Neugestaltung wird Münster ein weiteres Signal für nachhaltige, inklusive und partizipative Stadtentwicklung setzen. Der Fokus auf Klimagerechtigkeit, Barrierefreiheit und Grünraumentwicklung macht den Apostelgarten zu einem Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Städten.
Quellen
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