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Breitbandausbau und digitale Infrastruktur in Münster – Wo stehen wir im April 2026?

Energy and Utilities 📍 Munster · Nordrhein-Westfalen
Breitbandausbau und digitale Infrastruktur in Münster – Wo stehen wir im April 2026?

Münster setzt im Jahr 2026 verstärkt auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Der Fokus liegt auf Glasfaseranschlüssen in unterversorgten Gebieten sowie auf der Koordination der Mobilfunkversorgung. In diesem Monatbericht beleuchten wir die Fortschritte, die Herausforderungen und die finanziellen Rahmenbedingungen.

Breitbandausbau und digitale Infrastruktur: Fokus auf Glasfaser und Mobilfunk

Im Jahr 2026 ist Münster weiterhin auf Kurs, seine digitale Infrastruktur zu stärken. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 eine nahezu flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Glasfaseranschluss (FTTH) sicherzustellen. Im April 2026 konnten bereits Erfolge in der Umsetzung verzeichnet werden, aber auch neue Herausforderungen zeigen sich.

Fortschritte im Glasfaserausbau

Die Stadt Münster hat in den letzten Jahren bedeutende Schritte unternommen, um die Breitbandlücke zu schließen. Im April 2026 wurde bekannt, dass das Projekt zur Erschließung von „weißen Flecken“ bis 2025 abgeschlossen wurde. Insgesamt wurden 2.200 Adressen, vorwiegend in Außenbereichen, mit Glasfaserinfrastruktur erschlossen.

85 % dieser Adressen erhielten einen direkten Glasfaser-Hausanschluss (FTTH), während 15 % lediglich bis zur Grundstücksgrenze (homes passed) erschlossen wurden. Die Finanzierung erfolgte dabei zu 50 % durch den Bund, 40 % durch das Land Nordrhein-Westfalen und 10 % durch die Stadt selbst. Die Investitionskosten beliefen sich auf etwa 50 Millionen Euro.

Ein neues Projekt für sogenannte „graue Flecken“ ist in Planung. Hierbei wurden bereits 1.300 Adressen identifiziert, für die der Zuschlag an die Firma epcan GmbH erteilt wurde. Das Projekt, das im Frühjahr 2026 startete, soll bis Anfang 2028 abgeschlossen sein. Die Stadt Münster trägt hier 20 % der Kosten, was etwa 12,2 Millionen Euro entspricht.

Koordination und Partnerschaften

Der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur wird nicht nur durch staatliche Förderung ermöglicht, sondern auch durch enge Zusammenarbeit mit privaten Partnern. Die Stadtwerke Münster und die Deutsche Telekom haben seit Ende 2021 ein eigenwirtschaftliches Glasfasernetz aufgebaut. Ziel ist es, bis 2030 rund 160.000 Wohneinheiten mit Glasfaser zu erschließen. Das Netz wird nach dem Open-Access-Modell betrieben, sodass auch andere Anbieter Zugang haben.

Zusätzlich plant die OXG Glasfaser GmbH, über 41.800 Haushalte in Münster eigenwirtschaftlich mit Glasfaser zu erschließen. Das Projekt ist ebenfalls nach dem Open-Access-Modell konzipiert und für Grundstückseigentümer und Bewohner kostenlos.

Mobilfunkkoordination und Herausforderungen

Neben der Breitbandversorgung ist auch die Mobilfunkkoordination ein zentrales Thema. Die Stadt Münster hat mit der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, die die Nutzung städtischen Eigentums für Mobilfunkstandorte regelt. Ziel ist es, die Versorgung mit leistungsfähigem Mobilfunk sicherzustellen und den Ausbau zu beschleunigen.

Die aktuelle Mobilfunkversorgung in Münster ist weitgehend gut. Laut den Daten von 2025 lag die Flächenversorgung im 2G-Bereich bei 100 %, im 4G-Bereich bei 99,77 % und im 5G-Bereich (non-standalone und standalone) jeweils bei 99,98 %. Allerdings bestehen noch Herausforderungen, insbesondere in denkmalgeschützten Altstadtgebieten und bei Nutzungskonflikten mit Photovoltaikpflichten auf städtischen Gebäuden.

Finanzierung und IT-Kostenentwicklung

Die finanzielle Lage der Stadt Münster und ihrer Tochtergesellschaft citeq ist in der aktuellen Wirtschaftsplanung 2026 thematisiert. Die citeq, die für die IT-Dienstleistungen der Stadt zuständig ist, plant einen geplanten Fehlbetrag von -1.675.220 €. Die Kosten für IT-Leistungen steigen aufgrund von Preiserhöhungen bei Hard- und Software, Personalkostensteigerungen und erhöhtem IT-Sicherheitsaufwand.

Trotz steigender Kosten liegt Münster im interkommunalen Vergleich unter dem Durchschnitt. Die citeq plant Maßnahmen zur Kostenoptimierung, wie z. B. das Lizenzmanagement und die Einrichtung von prozessunterstützenden IT-Funktionen. Zudem ist eine Migration auf moderne IT-Systeme wie SAP S/4HANA und Microsoft 365 in Planung.

Ausblick

Münster hat im Jahr 2026 wichtige Meilensteine in der Digitalisierung erreicht. Die Stadt ist auf dem Weg, ihre Ziele im Bereich Breitband- und Mobilfunkversorgung bis 2030 zu erreichen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Finanzierung und Koordination weiterhin Herausforderungen mit sich bringen. In den kommenden Monaten wird es besonders wichtig sein, die Zusammenarbeit mit Partnern zu intensivieren und die Kostenentwicklung genau zu überwachen.

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