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Jugendpolitik in Herten: Ausbau der Kitas, Beteiligung und Nachhaltigkeit im Fokus

Education and Public Facilities Childcare 📍 Herten · Nordrhein-Westfalen
Jugendpolitik in Herten: Ausbau der Kitas, Beteiligung und Nachhaltigkeit im Fokus

Im Februar 2026 hat der Jugendhilfeausschuss der Stadt Herten wichtige Entscheidungen getroffen, die den Ausbau der Kitas, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie die Finanzierung der Jugendförderung betreffen. Der Blog-Bericht gibt einen tiefgehenden Einblick in die politischen Maßnahmen und Hintergründe.

Ausbau der Kindertagesstätten in Herten: Kita Distelpink als Modellprojekt

Die Stadt Herten setzt in der Kinderbetreuung auf Nachhaltigkeit und zukunftsorientierte Planung. Ein zentrales Projekt ist der Neubau der Kita Distelpink in Herten-Disteln. Mit insgesamt 80 Betreuungsplätzen, verteilt auf drei Gruppen (U3, 2–6 Jahre, 3–6 Jahre), soll die Einrichtung ab 2027 den Bedarf der Region nach qualitativ hochwertiger Betreuung decken. Die eingeschossige Holz-Hybridbauweise unterstreicht den Fokus auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit – mit Wärmepumpe, kontrollierter Lüftung, Photovoltaik, Regenwassernutzung und Brandschutz nach DIN 4109.

Finanziell wird das Projekt aus dem Wirtschaftsplan sowie ggf. Fördermitteln getragen, wobei ein Projektbudget von 3,78 Millionen Euro plus 20 % Risikoaufschlag eingeplant ist. Während des Bauprozesses wird ein Interimsbetrieb in der Wörthstraße stattfinden, bis das Gebäude im Jahr 2027 fertiggestellt wird. Die Entscheidung, die ursprünglich geplante zweigeschossige Bauweise zu einem eingeschossigen Konzept zu ändern, begründet sich mit Kosteneffizienz und besseren baulichen sowie pädagogischen Vorteilen.

Beteiligung stärken: Neue Förderrichtlinie für Jugendprojekte

Der Jugendhilfeausschuss hat im Februar 2026 die neue Richtlinie 5 zur Förderung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen beschlossen. Diese tritt zum 01.04.2026 in Kraft und sieht eine Förderung von Projekten wie Workshops, Festivals und Demokratieförderung bis zu 2.000 Euro (bis 10.000 Euro bei Kooperationen) vor.

Ein zentraler Aspekt ist die Erstellung eines Konzepts mit Kostenaufstellung sowie der Nachweis der Verwendung der Mittel binnen eines Monats nach Projektende. Für die Umsetzung stehen 10.000 Euro aus dem Haushalt bereit. Ziel ist es, die politische und gesellschaftliche Beteiligung junger Menschen zu stärken und sie aktiv in die Gestaltung von Projekten einzubeziehen. Die Richtlinie ist ein Schritt hin zu einer partizipativen Jugendpolitik, die die Interessen junger Hertener stärker berücksichtigt.

Offene Kinder- und Jugendarbeit: Trägerschaft für Herten-Süd vergeben

In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist die Stadt Herten auf Partnersuche angewiesen. In Herten-Süd wurde die Trägerschaft an den Verein Waldritter-NRW e.V. vergeben, der mit 8,75 Punkten in der Bewertung überzeugte. Der Verein wird die Arbeit ab 01.03.2026 fortführen, wofür jährlich 195.000 Euro inklusive Inflationsausgleich bereitstehen.

Zwei Träger hatten sich um die Trägerschaft beworben: Waldritter e.V. und Falkentreff Herten. Die Entscheidung fiel zugunsten von Waldritter, der mit seiner langjährigen Erfahrung und regionalen Verankerung überzeugte. Ziel der OKJA ist es, Kinder und Jugendliche im Freizeitbereich zu unterstützen, soziale Kompetenzen zu stärken und Raum für kreative und sportliche Aktivitäten zu schaffen.

KiBiz-Reform: Herausforderungen für kleine Kitas

Die Reform des KiBiz NRW bringt Veränderungen mit sich, die besonders kleine Kitas belasten. Ab 01.08.2028 wird der Sonderzuschuss für 1-gruppige Kitas gestrichen, und die Finanzierung der Alltagshelfer wird künftig an die Kinderzahl gekoppelt. Dies wirkt sich negativ auf die finanzielle Stabilität kleiner Einrichtungen aus. In Herten ist eine Kita unmittelbar davon betroffen.

Gleichzeitig sieht die Reform höhere Mittel für Bildung und eine Ausbildungsoffensive vor, wodurch die Qualität der Betreuung langfristig verbessert werden soll. Um die Übergänge zwischen Kita, Schule und Offener Ganztagsschule (OGS) zu optimieren, ist zudem ein integrierter Planungsansatz vorgesehen. Tagespflege bleibt ein wichtiger Bestandteil des Betreuungsangebots – aktuell sind 124 von 177 Plätzen belegt.

Ausblick: Zukunftsfähige Jugendpolitik in Herten

Die Entscheidungen des Jugendhilfeausschusses zeigen einen klaren Trend: Herten investiert in die Zukunft seiner Kinder und Jugendlichen. Mit einem Fokus auf Beteiligung, Nachhaltigkeit und qualitativ hochwertige Betreuung wird die Stadt versuchen, den Herausforderungen der demografischen Entwicklung und der Klimakrise gerecht zu werden.

Die Umsetzung der Projekte – von der Kita Distelpink bis zur Reform der KiBiz-Finanzierung – wird in den kommenden Monaten entscheidend sein. Erfolgreich ist nur, wer nicht nur politisch entscheidet, sondern auch die Ressourcen, die Strukturen und die Menschen vor Ort mitnimmt. Herten hat mit der aktuellen Sitzung ein klares Signal gesendet: Die Zukunft gehört den Kindern.

Quellen

Sitzung

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