Bildungspolitik in Herten: Was sich im Februar 2026 bewegt hat
Im Februar 2026 setzte die Stadt Herten in der Bildungspolitik mehrere wichtige Akzente. In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport wurden Entscheidungen zur Neubauplanung der Rosa-Parks-Schule, zum Ausbau der Offenen Ganztagsschulen und zur Alphabetisierung von Neuzugewanderten getroffen. Der Blog analysiert, welche Strukturen sich verändern und welche Auswirkungen diese Entscheidungen auf Schulen, Schüler*innen und die Stadtgesellschaft haben.
Bildung in Herten: Februar 2026 – Ausbau, Inklusion und Infrastruktur
Die Bildungspolitik in Herten hat sich im Februar 2026 deutlich in Bewegung gesetzt. In der 27. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport wurden mehrere wegweisende Beschlüsse gefasst, die sowohl die Infrastruktur als auch den pädagogischen Alltag in den Hertener Schulen nachhaltig beeinflussen. Besonders hervorzuheben sind der Neubau der Rosa-Parks-Schule, der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen und das Modellprojekt zur Inklusion. Diese Entscheidungen spiegeln die Herausforderungen wider, die durch demografische Veränderungen, Migration und steigende Ansprüche an die Bildungslandschaft entstehen.
Rosa-Parks-Schule: Ein zukunftsorientierter Neubau
Der wohl eindrucksvollste Beschluss der Sitzung war die Genehmigung des Programmbeschlusses für den Neubau der Rosa-Parks-Schule. Mit einer Gesamtkosten von etwa 100 Millionen Euro (brutto) wird die Schule ab 2026 bis 2032 neu gebaut. Der Campus umfasst nicht nur moderne Unterrichtsräume, sondern auch eine 4-Feld-Sporthalle, die bis zu 1.000 Zuschauer fasst und nach ProA-Standard ausgestattet ist.
Die Schule wird als Ganztagsschule konzipiert, mit integrierten Freizeit- und Lernbereichen. Besonders hervorzuheben ist das pädagogische Konzept, das Kooperationen mit außerschulischen Partnern und flexible Lernformate vorsieht. Ein „FLEX-Raum“ pro Cluster ermöglicht individuelle Förderung und Differenzierung. Zudem ist die Schule als zentraler Veranstaltungsort für den Stadtteil Herten geplant – von der Mensa bis zum Forum, alles ist durchdacht und zukunftsfähig.
Die Sporthalle wird nicht nur für den schulischen Sport genutzt, sondern auch für Vereine wie die Hertener Löwen, was die Vernetzung zwischen Schule und Gemeinschaft stärkt. Die Finanzierung erfolgt größtenteils aus dem Haushalt der Stadt, ergänzt durch mögliche Fördermittel.
Offene Ganztagsschulen: Ausbau für mehr Betreuungssicherheit
Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen (OGS). Die Stadt Herten hat sich verpflichtet, den Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung nach dem nordrhein-westfälischen Bildungsgesetz zu erfüllen. Aktuell nehmen 1.501 Kinder an einer OGS teil, was einer Quote von 58 % entspricht. Ziel ist es, bis 2029/30 auf 80 % zu kommen.
Dafür sind mehrere Schulen in den Fokus gerückt: Die Barbaraschule, die Goetheschule und die Comeniusschule schaffen zusätzliche Räume und Modulanlagen, um bis zu 75 neue OGS-Plätze zu schaffen. Die Inbetriebnahme dieser Erweiterungen ist für August 2026 geplant. Die Waldschule hingegen plant einen Umbau nach dem Clusterprinzip und eine zentrale Mensa, die für bis zu 100 Kinder genutzt werden kann.
Die Finanzierung der OGS ist stark abhängig von Landesmitteln. Für jedes Kind ohne sonderpädagogischen Förderbedarf erhält die Stadt 2.728 Euro pro Jahr, wobei 46 % kommunale Finanzierung darin enthalten sind. Bei Kindern mit Förderbedarf sind es 3.943 Euro, wobei 32 % kommunal getragen werden. Die Stadt investiert also gezielt in die Betreuungsinfrastruktur, um die wachsende Nachfrage nach ganztägiger Betreuung zu decken.
Inklusion stärken: Das Modellprojekt „Inklusionsassistenzen“
Ein weiteres spannendes Projekt, das in der Sitzung besprochen wurde, ist das Modellprojekt „Inklusionsassistenzen“ des Kreises Recklinghausen. An vier Grundschulen, darunter die Süder Grundschule in Herten, wird getestet, wie Inklusion durch zusätzliche pädagogische Unterstützung gestärkt werden kann. Die Assistenzen sind für alle Kinder in der Klasse zugänglich, um eine flexible und stigmatisierungsfreie Unterstützung zu ermöglichen.
Finanziert wird das Projekt mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von bis zu 1,1 Millionen Euro. Langfristig soll das Modell auf weitere Schulen ausgeweitet werden, um ein inklusiveres Bildungssystem zu schaffen. Dies ist ein Schritt in Richtung einer gerechteren Bildungslandschaft, in der alle Kinder – unabhängig von ihrem Förderbedarf – gleiche Chancen haben.
Alphabetisierung: AlphaStarter für Neuzugewanderte
Ein weiteres Projekt, das in der Sitzung vorgestellt wurde, ist „AlphaStarter“, ein Alphabetisierungsprogramm für Neuzugewanderte in der Sekundarstufe I. In Kooperation mit der Volkshochschule Herten und der Ruhr-Universität Bochum werden 17 Schüler*innen aus vier Schulen ab September 2025 in der CreativWerkstatt unterrichtet.
Die Zielsetzung ist klar: Die Teilnehmer*innen sollen im Regelunterricht integrierter werden und gleichzeitig Chancen für die Erwerbswelt eröffnet bekommen. Das Projekt wird durch ESF-Mittel und die Stiftung „Die Zukunftswerker“ gefördert. Zudem wird ein Katalog zur Erfassung von Sprach- und Lernfähigkeiten entwickelt, der eine bessere Schuleinschreibung und Vorbereitung ermöglichen soll.
Ausblick: Bildung als Schlüssel für Hertens Zukunft
Die Entscheidungen, die im Februar 2026 getroffen wurden, zeigen, dass die Stadt Herten sich aktiv auf die Herausforderungen der Zukunft einstellt. Der Neubau der Rosa-Parks-Schule ist ein Zeichen für eine moderne, inklusive und zukunftsfähige Bildungsinfrastruktur. Der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen unterstreicht den Rechtsanspruch auf Betreuung und zeigt die Bereitschaft, Ressourcen für die Betreuung der jungen Generation bereitzustellen.
Zugleich wird in Herten an der Inklusion gearbeitet – nicht nur durch strukturelle Maßnahmen, sondern auch durch innovative Projekte wie „Inklusionsassistenzen“. Die Alphabetisierungsinitiative „AlphaStarter“ zeigt zudem, wie Herten auf die Herausforderungen der Migration reagiert und Chancen für alle schafft.
Insgesamt ist zu erkennen, dass Bildung in Herten nicht nur ein pädagogisches Thema ist, sondern auch ein sozialer und wirtschaftlicher Hebel. Die Stadt investiert in die Zukunft ihrer Bürger*innen – und das ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Quellen
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