Soziale Angelegenheiten in Hamm: Klimawandel, Integration und Wohnraumpolitik im Fokus
Im März 2026 standen in Hamm soziale Angelegenheiten, Klimaanpassung und Wohnraumpolitik im Mittelpunkt. Der Blog-Bericht beleuchtet die wichtigsten Entscheidungen, Hintergründe und Auswirkungen.
Soziale Angelegenheiten in Hamm: Klimawandel, Integration und Wohnraumpolitik im Fokus
Die Stadt Hamm hat sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Herausforderungen sozialer Gerechtigkeit, Klimawandel und Wohnraumversorgung eingelassen. Im März 2026 wurden entscheidende Maßnahmen und Finanzierungspläne für die kommenden Jahre besprochen und festgelegt. Der Fokus lag dabei auf der Anpassung an den Klimawandel, der Integration von Migranten und Flüchtlingen sowie der Sicherung von bezahlbarem Wohnraum.
Hitzeaktionsplan (HAP): Klimaanpassung in der Praxis
Der Hitzeaktionsplan (HAP) ist ein zentraler Bestandteil der Klimaanpassungsstrategie der Stadt Hamm. Ziel ist es, vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Ältere, Schwangere, Obdachlose und Outdoor-Beschäftigte vor den Gesundheitsrisiken von Hitzewellen zu schützen.
Der Plan integriert Maßnahmen aus bestehenden Konzepten wie dem Klimaanpassungskonzept (2021) und dem Klimaaktionsplan (2019–2025). Ein zentraler Punkt ist die Entwicklung einer interaktiven Karte kühler Orte, die bei Hitze als Orientierung dienen soll. Auch die Erweiterung des Trinkbrunnennetzes und die Schaffung von „grünen Wohnzimmern“ in Quartieren sind Teil des Plans.
Die Stadt Hamm setzt dabei auf eine partizipative Herangehensweise, bei der Bürger:innen, Vereine und Initiativen aktiv einbezogen werden. Insgesamt wurden rund 250 Bürger:innen, 385 Befragte und 200 Schüler:innen in die Planung einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass 87 % der Befragten sich durch zunehmende Hitze belastet fühlen, und 93 % erwarten häufigere Hitzewellen in Zukunft.
Integration und Chancengerechtigkeit: Förderung der Vielfalt
Die Stadt Hamm setzt auch auf die Förderung von gemeinnützigen Migrantenselbstorganisationen (MSO), die jährlich pauschal mit 500 Euro unterstützt werden. Zudem ist die Stadt Partner der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die 2026 vom 1. bis 31. März stattfinden werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die digitale Bearbeitung von Verpflichtungserklärungen nach § 68 AufenthG. Diese ermöglichen eine vorherige Prüfung, Online-Gebührenzahlung und Upload-Verfahren, wodurch die Transparenz und Effizienz in der Verwaltung gesteigert werden sollen.
Die Integration ist auch in der Bildung ein zentraler Punkt. So fördert die Stadt das Interkulturelle Bildungs- und Begegnungszentrum (IBBZ) des IFF Hamm e.V. mit 15.090 Euro für das Jahr 2026. Das IBBZ bietet Alphabetisierungskurse, Sprachförderung und internationale Frauenfrühstücke an und erreicht bis zu 1.000 Personen jährlich mit bis zu 50 Nationalitäten.
Wohnraum und Baupolitik: Sicherung von bezahlbarem Wohnraum
Die Wohnraumversorgung ist ein weiteres zentrales Thema. Hamm hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 35 % der Baugenehmigungen im Neubau auf geförderten Mietwohnungen zu verlagern. 2024 wurde dieses Ziel bereits mit 159 geförderten Wohneinheiten übertroffen.
Die Stadt fördert auch den sozialen Mietwohnungsneubau mit einem Fördervolumen von 7 Millionen Euro im Zeitraum 2026–2027. Zudem ist das 25%-Modell im Bereich Liegenschaftsmanagement verankert, das mindestens 25 % preisgünstigen Wohnraum bereitstellen soll.
Ein weiteres zentrales Projekt ist die Sanierung der Theodor-Heuss-Schule mit Investitionen von 2,51 Millionen Euro für die Sanierung und 1,53 Millionen Euro für den Neubau einer Offenen Ganztagsstätte (OGS). Auch die Jahnstadion-Sanierung mit 264.000 Euro und die Investitionen in das Jugendzentrum Kubus mit 2,5 Millionen Euro zeigen, wie stark Hamm in die Zukunft investiert.
Finanzierung und Haushaltslage: Herausforderungen und Chancen
Die Finanzierung der Sozialpolitik und Wohnungspolitik in Hamm ist nicht ohne Herausforderungen. Der Haushalt 2026/2027 weist ein Defizit von 0,1 Mrd. Euro aus. Bis 2030 wird das Fehlbedarfsvolumen auf -142,1 Mio. Euro steigen. Dennoch ist Hamm optimistisch, dass eine Ausgleichung bis 2036 möglich sein wird.
Die Stadt nutzt für die Finanzsicherung auch Landesprogramme wie das Entschuldungsprogramm NRW, das bis zu 23 Millionen Euro bereitstellen könnte. Zudem sind Investitionen in den Bereichen Bildung, Soziales und Klimaschutz geplant, die über den Zeitraum 2026–2030 insgesamt 333,5 Mio. Euro umfassen.
Fazit: Hamm als Modellstadt für soziale und klimafreundliche Politik
Die Stadt Hamm zeigt sich in der sozialen und klimafreundlichen Politik als Vorreiter. Mit dem Hitzeaktionsplan, der Förderung der Integration und der Investition in bezahlbaren Wohnraum hat Hamm ein klares Profil entwickelt. Die Herausforderungen in der Finanzplanung sind groß, aber die Stadt setzt auf eine langfristige Strategie, die auch die Nachhaltigkeitsziele der SDGs berücksichtigt.
In den kommenden Jahren wird es besonders wichtig sein, die Erfolge der bisherigen Maßnahmen zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen. Hamm hat mit seiner partizipativen Herangehensweise und der Integration in bestehende Konzepte bereits einen starken Grundstein gelegt. Die Zukunft wird zeigen, ob Hamm seine Ziele auch in der Praxis erreichen kann – und ob die Stadt als Modell für andere Kommunen dienen wird.
Quellen
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