Umwelt- und Klimaschutz in Hagen: Fischtreppen, Wildschweine und Entsiegelung
Im April 2026 stand Hagen inmitten einer Vielzahl von Umwelt- und Klimaschutzthemen: von der Sanierung einer Fischtreppe an der Volme über den Umgang mit der wachsenden Wildschweinpopulation bis hin zur Teilnahme am bundesweiten Entsiegelungswettbewerb „Abpflastern“. Der Blog gibt einen tiefen Einblick in die Entscheidungsprozesse, Hintergründe und Auswirkungen dieser Maßnahmen.
Umwelt- und Klimaschutz in Hagen: Fischtreppen, Wildschweine und Entsiegelung
Die Stadt Hagen hat sich im April 2026 intensiv mit Themen aus dem Bereich Umwelt- und Klimaschutz auseinandergesetzt. Von der Renaturierung von Gewässern bis zur Bekämpfung der Wildschweinpopulation und der Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen – die politischen und administrativen Entscheidungen reflektieren einen klaren Fokus auf nachhaltige Stadtentwicklung und ökologische Verantwortung.
Fischtreppen an der Volme: Sanierung und Klimaschutz
Ein zentrales Projekt, das im April 2026 im Fokus stand, war die Sanierung der Fischtreppe an der Volme in der Nähe der Wasserkraftanlage (WKA) Priorei. Nachdem die alte Fischtreppe im Jahr 2021 durch ein Hochwasser stark beschädigt worden war, wurde nun ein Neubau genehmigt, der den Fischen den Wiederaufstieg ermöglichen soll. Ziel ist es, die Durchgängigkeit des Gewässers wiederherzustellen, was im Einklang mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) steht.
Die Maßnahme ist nicht nur ökologisch relevant, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Verbesserung der Durchgängigkeit kann das Ökosystem der Volme gestärkt werden, was langfristig zu einer besseren Klimafolgenanpassung führt. Zudem wird die Fischtreppe mit Sicherheitsmaßnahmen wie Treibgutabweisern ausgestattet, um den Betrieb zu optimieren.
Die Genehmigungsverfahren wurden durch den Naturschutzbeirat begleitet, der die Plangenehmigung nach §68 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) erteilte. Die IGW – Ingenieurgesellschaft für Wasserkraftanlagen mbH – war an der Planung beteiligt und stellte sicher, dass die technischen Vorgaben der DWA-M 509 Normen eingehalten werden.
Die Wildschweinpopulation: Herausforderung in der Stadt
Ein weiteres Thema, das im April diskutiert wurde, war die Entwicklung der Wildschweinpopulation in Hagen. Die Anzahl der Sichtungen und Schäden durch Wildschweine hat deutlich zugenommen, insbesondere in den Stadtteilen Helfe/Boele/Kabel und Haspe-Kipper. Milde Winter, ein gutes Nahrungsangebot und hohe Vermehrungsraten tragen dazu bei, dass die Tiere vermehrt in den urbanen Raum vordringen.
Die Polizei dokumentierte im Zeitraum von Januar 2025 bis März 2026 insgesamt 916 Einsätze, die mit Wildschweinen zusammenhingen. Obwohl die genaue Population nicht genau bekannt ist, wird innerhalb der Jägerschaft davon ausgegangen, dass der Bestand zu hoch ist. Die Stadt hat daher aufgefordert, konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Wildschweinpopulation vorzustellen. Die Jagdbehörde und Jagdausübungsberechtigte sind bereits mit der Bejagung beauftragt, doch langfristige Lösungen sind noch in der Diskussion.
Teilnahme am Entsiegelungswettbewerb „Abpflastern“
Ein weiteres Projekt, das im April 2026 aufgegriffen wurde, ist die Teilnahme Hagens am bundesweiten Entsiegelungswettbewerb „Abpflastern“. Ziel des Wettbewerbs ist es, versiegelte Flächen in städtischen Räumen rückzubauen und naturnah zu gestalten. Durch die Entsiegelung wird die natürliche Versickerung von Regenwasser gefördert, was zur Klimaanpassung beiträgt und städtische Hitzeeffekte reduziert.
Die Stadt Hagen hat beschlossen, aktiv in die Öffentlichkeit zu treten und Bürgerinnen und Bürger über die Teilnahme am Wettbewerb zu informieren. Niedrigschwellige Beratungsangebote und Informationsveranstaltungen sollen dabei helfen, technische und rechtliche Hürden abzubauen. Die Entsorgung entsiegelten Materials erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Zwar wurde die Teilnahme am Wettbewerb in einer Vorlage abgelehnt, doch die Stadt bleibt weiterhin aktiv beteiligt.
Artenschutzgewässer: Investition in die Zukunft
Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Optimierung und Sicherung von Artenschutzgewässern beschlossen. Das Projekt umfasst die Renaturierung von Teichen in den Gebieten „Wasserschloss Werdringen“, „Hexenteich“ und „Ruhraue Syburg“. Finanziert wird das Vorhaben zu 90 % durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zu 10 % durch städtische Ersatzgelder. Ziel ist es, Lebensräume für stehendgewässergebundene Arten zu sichern und zu optimieren. Die Maßnahmen tragen zudem durch die Reduzierung von Sedimenten zur Verbesserung der Wasserqualität bei.
Ausblick: Nachhaltigkeit als zentraler Stadtpolitikpfeiler
Die Entscheidungen und Projekte des April 2026 zeigen, dass Hagen sich aktiv für eine nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung einsetzt. Ob durch die Sanierung von Fischtreppen, die Bekämpfung der Wildschweinpopulation oder die Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen – die Stadt setzt auf eine Vielzahl von Maßnahmen, die sowohl ökologisch als auch sozial verträglich sind.
Die Herausforderungen, mit denen Hagen konfrontiert ist, sind vielschichtig. Dennoch zeigt sich ein klares Bemühen, langfristige Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den heutigen Anforderungen gerecht werden, sondern auch zukünftige Generationen mit einem lebenswerten und nachhaltigen Raum versorgen.
Quellen
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