Hagen setzt auf naturschutzorientierte Klimaschutzmaßnahmen
In Hagen hat der Februar 2026 gezeigt, wie eng Klimaschutz und Naturschutz verknüpft sind. Zahlreiche Entscheidungen und Diskussionen im Naturschutzbeirat verdeutlichen, dass die Stadt auf eine nachhaltige, ökologisch vorsichtige Klimapolitik setzt – mit Fokus auf Bäume, Artenvielfalt und Infrastruktur.
Umwelt- und Klimaschutz im Fokus: Hagen verbindet Klima- mit Naturschutz
Im Februar 2026 standen in Hagen Umwelt- und Klimaschutz ganz oben auf der Tagesordnung – und das nicht nur im Hinblick auf den Klimawandel, sondern auch in Bezug auf den Schutz der lokalen Biodiversität. Die Stadt verfolgt einen integrativen Ansatz, bei dem Klimaschutz nicht isoliert betrachtet wird, sondern in enger Verbindung mit Naturschutz, Forstwirtschaft und nachhaltiger Stadtentwicklung steht.
Naturschutz und Biodiversität: Kompensationsmaßnahmen statt bloßer Eingriffe
Ein zentrales Thema war die Errichtung des zentralen Forstbetriebshofes „Im Deerth 3b“, die massive Kritik hervorrief. Obwohl das Vorhaben gegen Landschaftsplangebote verstößt, wurde eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Um die negativen Auswirkungen zu mildern, wurden kompensatorische Aufforstungen geplant, darunter Eichen-Hainbuchenwälder auf 1.785 m² und 402 m² an ehemaligen Betriebsstandorten.
Zudem wurden örtliche Tierarten wie Igel, Haselmaus, Fledermäuse und Blindschleichen in den Fokus genommen. Die Stadt setzte auf präventive Maßnahmen wie Nistkästen, Vogelschlagvermeidung an Glasfassaden und Lebensraumschutz durch Bauzaun und Stamm- sowie Kronenschutz.
Die Diskussion zeigte, dass Hagen bereit ist, ökologische Verluste durch geplante Eingriffe durch konkrete Schutzmaßnahmen auszugleichen – eine Haltung, die im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verankert ist, aber in der Praxis oft umstritten bleibt.
Baumpflege und Baumschutz: Ein Delicate Balance zwischen Sicherheit und Schutz
Die Baumpflegesatzung und die Baumschutzsatzung standen ebenfalls im Mittelpunkt. Die Stadt Hagen verfügt über etwa 26.000 kartierte Baumscheiben, und die Pflege dieser Flächen ist ein zentraler Bestandteil der Klima- und Umweltstrategie. Gleichzeitig wird der Baumbestand regelmäßig auf Verkehrssicherheit überprüft, was in manchen Fällen zu Fällungen führt.
Ein besonders kontrovers diskutierter Fall betraf die Fällung der Naturdenkmal-Berg-Ulme (N-9), die aufgrund von Verkehrssicherheitsbedenken entfernt werden musste. Laut Satzung war eine Ersatzpflanzung vorgeschrieben, was umstritten blieb: Bei Altbäumen ist eine 1:1-Entsprechung oft nicht möglich, und die ökologische Funktion wird schwer nachvollziehbar.
Zudem wurden Maßnahmen gegen Eschentriebsterben und mykotische Schäden beraten, die zu absterbenden Bäumen führen. Die Stadt sieht hier Handlungsbedarf, um den städtischen Baumbestand langfristig zu erhalten – eine Herausforderung, die auch im Rahmen der Klimafolgenanpassung an Bedeutung gewinnt.
E-Mobilität und Wärmeplanung: Hagen steuert auf Klimaneutralität zu
Neben den traditionellen Umweltthemen wie Bäume und Artenschutz stellte Hagen auch neuere Klimaschutzmaßnahmen in den Vordergrund. Ein zentrales Projekt ist die Kommunale Wärmeplanung (KWP), die bis 2045 eine dekarbonisierte Wärmeversorgung ermöglichen soll.
Die Stadt plant den Ausbau des Fernwärmenetzes und prüft den Einsatz von Wasserstoff. Die bestehende Müllverbrennungsanlage Hagen (MVA) bleibt als zentraler Lieferant von Fernwärme relevant – und wird bis 2045 zukunftsfähig bleiben.
Zudem wird ein Ladeinfrastrukturkonzept für E-Fahrzeuge bis 2035 entwickelt, das auf Förderungen durch das Land NRW baut. Mit einem Ziel von 15 Millionen E-Fahrzeugen in Deutschland bis 2030 setzt Hagen auf eine nachhaltige Mobilitätswende, die auch barrierefrei gestaltet werden soll.
Fazit: Hagen als Modellstadt für integrierte Klimaschutzpolitik
Der Februar 2026 hat gezeigt, dass Hagen nicht nur auf traditionelle Klimaschutzmaßnahmen setzt, sondern auch innovativ und vorausschauend handelt. Die Verbindung von Artenschutz, Baumpflege, Wärmeplanung und E-Mobilität macht Hagen zu einer Modellstadt für integrierte Klimaschutzpolitik.
Zukünftig wird es darauf ankommen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen wie Kompensationsflächen, Ersatzpflanzungen und Klimaanpassungen konsequent umgesetzt werden. Nur so kann Hagen langfristig seine Klimaschutzziele erreichen – und gleichzeitig den Schutz der lokalen Biodiversität gewährleisten.
Quellen
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