Wohnen und Soziales in Gevelsberg: Fokus auf Flüchtlingspolitik und Haushaltsplanung im Februar 2026
Im Februar 2026 standen in Gevelsberg Entscheidungen im Bereich Sozial- und Wohnraumpolitik im Vordergrund. Der Ausschuss für Senioren, Gesundheit und Soziales diskutierte unter anderem den Haushaltsplanentwurf, die aktuelle Flüchtlingsaufnahme und Integrationsmaßnahmen.
Flüchtlingspolitik und Sozialplanung: Gevelsbergs Herausforderungen im Februar 2026
Im Februar 2026 war der Ausschuss für Senioren, Gesundheit und Soziales in Gevelsberg äußerst aktiv. Die Diskussionen drehten sich vor allem um die aktuelle Flüchtlingspolitik, die Finanzierung sozialer Leistungen sowie die personelle Struktur des Ausschusses. Die Stadt Gevelsberg hat sich in den letzten Jahren als Modell für integrative Sozialpolitik etabliert, und der Februar 2026 brachte wichtige Entscheidungen, die den weiteren Kurs beeinflussen.
Haushaltsplanentwurf und finanzielle Rahmenbedingungen
Ein zentraler Punkt der Sitzung am 25. Februar 2026 war der Entwurf der Haushaltssatzung 2026. Der Ausschuss diskutierte die Finanzierung des Produktbereichs 31 sowie weiterer Produktgruppen, die in der Zuständigkeit des Fachbereichs Bildung, Jugend und Soziales liegen. Der Entwurf wurde nach Beratung mit Zustimmung verabschiedet und an den Hauptausschuss sowie den Stadtrat weitergeleitet.
Die finanzielle Ausrichtung hat direkte Auswirkungen auf die Sozialleistungen und die Integration von Geflüchteten. Insbesondere für die Unterstützung von Asylbewerbern und Ukrainer:innen, die in Gevelsberg leben, ist der Haushalt ein entscheidender Baustein. Die Stadt muss ihre Verpflichtungen nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz NRW und dem Integrationsschlüssel finanziell abdecken.
Flüchtlingsaufnahme und Unterkünfte: Aktuelle Zahlen und Herausforderungen
Stand 6. Februar 2026 unterhält Gevelsberg eine Erfüllungsquote von 88,87 % für die Flüchtlingsaufnahmeverpflichtung nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz NRW. Die Stadt ist verpflichtet, insgesamt 521 Personen aufzunehmen, wobei noch 58 Personen fehlen. Zudem ist Gevelsberg nach dem Integrationsschlüssel verpflichtet, 247 Personen aufzunehmen; aktuell fehlen noch sechs dieser Plätze.
Die Stadt unterhält mehrere Unterkünfte, darunter die Alte Feuerwache (voll belegt mit 29 Personen) und das Rupprecht-Haus (21 Personen). Zudem gibt es städtische und angemietete Wohnungen, in denen 295 Geflüchtete nach dem AsylbLG unterstützt werden. Die Räumlichkeiten der Firma Licatec wurden aufgrund von Leerstand bereits zurückgegeben.
Die Flüchtlingspolitik wird zukünftig nochmals verändert: Ukrainer:innen, die ab April 2025 eingereist sind, erhalten künftig Leistungen nach dem AsylbLG, während diejenigen, die vor diesem Datum kamen, weiterhin nach dem SGB II geführt werden. Dieser Wechsel bringt neue Herausforderungen in der Finanzplanung mit sich, da die AsylbLG-Leistungen deutlich niedriger sind als die nach dem SGB II.
Integrationsmaßnahmen und soziale Arbeit
Gevelsberg hat sich auch in der Integrationsarbeit einen Namen gemacht. In der „Woche der Vielfalt“ im September 2025 fand eine Mitmach-Tanz-Veranstaltung mit Geflüchteten statt, und ein WenDo-Selbstverteidigungskurs für Frauen wurde im Oktober angeboten. Zudem gab es vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Erstorientierungskurse (EOK) und Deutschkurse für Kinder, wie das „FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch“.
Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration wurde neu benannt und konstituiert, was auf ein wachsendes Bewusstsein für integrative Strukturen hindeutet. Zudem finden regelmäßig Workshops für Menschen aus dem persischen Sprachraum statt, um Sprachbarrieren abzubauen und soziale Teilhabe zu fördern.
Ausblick: Herausforderungen und Chancen
Die politischen Entscheidungen des Februars 2026 zeigen, dass Gevelsberg sich aktiv mit den Herausforderungen der Flüchtlingspolitik und der sozialen Arbeit auseinandersetzt. Die Stadt hat sich in der Region als Vorreiter für integrative Sozialpolitik etabliert, aber auch finanzielle und personelle Grenzen sind spürbar.
Die nächste Herausforderung wird sein, die Finanzierung der Haushaltssatzung 2026 sicherzustellen, die Verpflichtungen nach Flüchtlingsaufnahmegesetz und Integrationsschlüssel zu erfüllen und gleichzeitig die soziale Arbeit zu stärken. Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen, dass eine klare und transparente Kommunikation mit der Bevölkerung sowie ein starkes Engagement in der Integrationsarbeit entscheidend für den weiteren Erfolg sind.
Quellen
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