Bochum setzt im Februar 2026 auf mehr Flexibilität und Inklusion in der Kindertagesbetreuung
Im Februar 2026 hat Bochum entscheidende Maßnahmen in der Kindertagesbetreuung beschlossen. Der Fokus lag auf der Ausweitung der Flex-Kitas, der Inklusion und der Optimierung der Versorgungsquoten.
Ausbau der Flex-Kitas: Neue Modelle für flexible Betreuung
Bochum hat sich im Februar 2026 entschieden, den Ausbau der Flex-Kitas weiter voranzutreiben. Diese Kitas bieten flexible Betreuungszeiten – montags bis freitags von 6:30 bis 19 Uhr und samstags von 7:30 bis 13 Uhr – und richten sich an Familien, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit eine flexible, kurzfristige Betreuung benötigen. Jede Flex-Kita bietet maximal 10 Plätze. Bis 2026/2027 sollen insgesamt zehn Flex-Kitas in Bochum in Betrieb sein.
Derzeit sind sieben Flex-Kitas in Betrieb, darunter das AWO Familienzentrum Hermannstraße, das Katholische Familienzentrum Liebfrauen und das AWO Familienzentrum Wasserstraße. Weitere Standorte befinden sich in der Planung, darunter die Flex-Kita in der Dannenbaumstraße, die von der PME betrieben wird. Die Stadt kooperiert dabei eng mit freien Trägern und hat auch mit der Ruhr-Universität Bochum Partnerschaften geschlossen, um die Qualität der Betreuung zu sichern.
Inklusive Betreuung: Personalschlüssel und Gruppengrößen optimieren
Ein weiteres zentrales Thema war die Inklusion in der Kindertagesbetreuung. Der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie (JHA) hat entschieden, den Landesrahmenvertrag anzupassen, um inklusive Betreuung zu fördern. Dazu gehören unter anderem bessere Personalschlüssel, flexible Gruppensettings und zusätzliche Fachkraftstunden.
Besonders hervorzuheben ist die Entscheidung, keine gekürzten Zahlungen vorzunehmen, wenn Gruppenstärken um mehr als 25 % abgesenkt werden. Dies soll Trägern ermöglichen, die Betreuungsqualität bei Bedarf anzupassen, ohne finanziell benachteiligt zu werden. In der Kita Vierzehnheiligen, die sich auf Kinder mit Inklusionsbedarf konzentriert, wird die Gruppenstärke abgesenkt, ohne zusätzliche Fachkräfte zu veranschlagen – ein Zeichen für mehr Flexibilität im System.
Betreuungsversorgung: U3-Quote steigt, aber Unterschiede bleiben
Bochum hat auch die aktuelle Betreuungsversorgung für Kinder unter drei Jahren (U3) und drei bis sechs Jahren (Ü3) überprüft. Für das Kindergartenjahr 2026/2027 plant die Stadt 2.374 Plätze in Kindertageseinrichtungen und 1.850 Plätze in der Tagespflege für unter Dreijährige. Die U3-Versorgungsquote beträgt aktuell 52,9 % und wird im nächsten Jahr auf 53,7 % steigen. Ziel ist es, bis 2030 eine Quote von 60 % zu erreichen.
Für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ist eine Vollversorgung angestrebt, mit einer Versorgungsquote von 99 %. Die Stadt hat aber auch herausgearbeitet, dass es in einigen Stadtteilen wie Grumme, Gleisdreieck oder Hofstede weiterhin Unterversorgung gibt, während in anderen Stadtteilen wie Hamme oder Laer eine Überversorgung vorliegt. Die Stadt wird diese Unterschiede weiter analysieren und gegebenenfalls gezielt ausgleichen.
Finanzierung: Herausforderungen durch Landesverordnungen
Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung stellte sich als weiteres wichtiges Thema heraus. Die Landesregierung hat klargestellt, dass KiBiz-Mittel nicht mehr als Eigenmittel für anteilsfinanzierte Förderprogramme eingesetzt werden dürfen. Dies wirkt sich besonders auf freie und gemeinnützige Träger aus, die keine eigenen Kapitalrücklagen bilden können.
Bochum plant nun, die Auswirkungen auf die Kita-Qualität, Sanierungen und Ausbauten zu bewerten. Die Verwaltung wird zudem auf eine praxisgerechte Lösung oder alternative Förderinstrumente hinwirken, um Finanzierungslücken zu minimieren.
Fazit: Bochum auf Kurs zur qualitativ hochwertigen Betreuung
Mit den Entscheidungen des JHA im Februar 2026 hat Bochum deutliche Schritte in Richtung einer flexibleren, inklusiveren und qualitativ hochwertigeren Kindertagesbetreuung gemacht. Die Ausweitung der Flex-Kitas, die Optimierung der Inklusionsangebote und die Überprüfung der Versorgungsquoten zeigen, dass die Stadt auf die Bedarfe der Familien reagiert. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung ein kritisches Thema, das in den kommenden Monaten intensiv begleitet werden muss.
Quellen
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