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Bochum setzt auf Klimaschutz und Naturschutz – Fokus auf Pestizidfreiheit und Baumfällmaßnahmen im Februar 2026

Environment and Climate 📍 Bochum · Nordrhein-Westfalen
Bochum setzt auf Klimaschutz und Naturschutz – Fokus auf Pestizidfreiheit und Baumfällmaßnahmen im Februar 2026

Im Februar 2026 setzt die Stadt Bochum verstärkt auf Klimaschutz und Naturschutz. Besonders hervorzuheben ist die Umsetzung des Vorhabens „Pestizidfreie Kommune“, aber auch die geplanten Baumfällmaßnahmen im öffentlichen Raum rücken in den Fokus. Der Naturschutzbeirat tagt am 10. Februar und beschäftigt sich mit aktuellen Entscheidungen.

Pestizidfreie Kommune: Ein Meilenstein für Umwelt und Gesundheit

Im Februar 2026 hat Bochum einen weiteren Meilenstein in Richtung einer pestizidfreien Kommune gesetzt. In der Sitzung des Naturschutzbeirates wird ein Antrag behandelt, der den kompletten Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf städtischen Flächen vorsieht. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu schützen, die Gesundheit von Menschen und Tieren zu fördern und die Umweltmedien Boden und Wasser vor Schadstoffen zu bewahren.

Die Stadt setzt bereits seit 2018 auf mechanische und thermische Pflegemethoden anstelle von Pestiziden. In den letzten Jahren wurden auch Pachtverträge angepasst, in denen das Verbot von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen verankert ist. In Zukunft ist ein Verbot aller Pflanzenschutzmittel geplant, das sowohl auf öffentlichen Grünflächen als auch auf verpachteten Flächen gelten wird.

Zur Förderung der Biodiversität ist außerdem eine Blühstreifenverpflichtung von mindestens 5 % auf verpachteten Flächen verpflichtend. Das Programm „Bochum blüht und summt“ unterstützt diesen Prozess und fördert die Anlage von Blühflächen in der Stadt. Darüber hinaus bietet die Stadt Beratungs- und Förderangebote, etwa über die Landwirtschaftskammer NRW, um Landwirte beim Übergang zu einer pestizidfreien Bewirtschaftung zu unterstützen.

Baumfällmaßnahmen: Sicherheit und langfristige Planung

Im Rahmen der Pflege der städtischen Grünflächen und des Stadtwaldes sind Baumfällmaßnahmen für das Winterhalbjahr 2025/2026 geplant. Diese Maßnahmen erfolgen aufgrund von Schäden wie Pilzbefall, Fäule, Schiefstand oder Sturmschäden und dienen der Verkehrssicherheit sowie der langfristigen Stabilität des Bestandes.

Insgesamt sind für das Jahr über 650 neue Bäume im Rahmen des Stadtbaumkonzepts geplant. Die Stadt setzt dabei auf eine vielfältige Baumauswahl mit unterschiedlichen Arten wie Esche, Eiche, Ahorn, Robinie und anderen. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsprogramms, das die Rolle von Bäumen als CO₂-Speicher und Schutz vor Hitze betont.

Die Durchforstung des Stadtwaldes ist ein weiteres wichtiges Element der Pflege. Insgesamt sind 55,4 Hektar an Flächen geplant, um die Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes sicherzustellen. Die jährliche Mitteilung zu geplanten Baumfällungen wird an Bezirksvertretungen und Gremien weitergeleitet, um Transparenz und Beteiligung zu gewährleisten.

Naturschutzbeirat: Entscheidungsprozesse und Gremienarbeit

Am 10. Februar 2026 tagt der Naturschutzbeirat der Stadt Bochum. Im öffentlichen Teil der Sitzung stehen neben der Bestellung von Schriftführern und der Wahl des Vorsitzenden auch Berichte zu aktuellen Projekten wie dem „Frühjahrs-Stadtputz“ und den Baumfällmaßnahmen im öffentlichen Raum auf der Tagesordnung.

Die Wahl der Beiratsführung erfolgt nach den Vorgaben der Verordnung zur Durchführung des LNatSchG (DVO–LNatSchG). Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los des ältesten anwesenden Mitglieds. Die Gremienarbeit ist ein zentraler Pfeiler der partizipativen Klimapolitik in Bochum und ermöglicht eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft in Entscheidungsprozesse.

Ausblick: Klimaschutz als zentraler Zukunftsfaktor

Die Maßnahmen der Stadt Bochum im Februar 2026 zeigen, wie stark Klimaschutz und Naturschutz in der kommunalen Politik verankert sind. Die Umsetzung des Pestizidverbots, die Biodiversitätsförderung durch Blühstreifen und die sorgfältige Pflege des Stadtwaldes sind Schritte in Richtung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Gleichzeitig betont die Stadt, dass sie noch Handlungsspielraum hat, um die Umsetzung zu vertiefen und weitere Initiativen zu starten.

Auch die Arbeit des Naturschutzbeirates ist ein Indikator für die Demokratisierung der Umweltpolitik. Durch die Einbindung von Experten und Bürgerinnen und Bürgern wird die Politik transparenter und bürgernäher gestaltet.

Quellen

Sitzung

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