Bochum im Fokus – Monatsbericht Februar 2026
Ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen und Entwicklungen in Bochum im Februar 2026 – von Kinderbetreuung über Kultur bis hin zu Mobilität und Finanzen.
Was diesen Monat wichtig war
- Kinderbetreuung wird stärker und flexibler: Bochum setzt auf mehr Flexibilität in der Kita-Betreuung und sichert Mietkostenpauschalen ab, um Betriebsstabilität zu gewährleisten.
- Kultur schafft Verbindungen: Die Stadt Bochum erweitert ihre Kunstsammlung mit 68 Werken des Künstlers Bruno Heller.
- Mobilität für alle: Ein neuer zweispuriger Radweg auf der Wittener Straße wird realisiert, um Radfahrer*innen zu entlasten.
- Finanzen und Gremien: Es gab Entscheidungen zur Abschaffung der Hundesteuer, zur Gremienumbesetzung und zur Finanzierung der Pflegeplanung.
- Klimaneutralität bleibt Thema: Obwohl der Ausbau der Radinfrastruktur klimaneutral ist, bleibt die Stadt bei anderen Projekten sensibel für ökologische Auswirkungen.
- Gesundheit und Pflege: Die Pflegeplanung wurde aktualisiert, und die Stadt beteiligt sich an NRW-weiten Projekten zur Bekämpfung von Sozialbetrug.
Kinder, Jugend und Familie: Mehr Flexibilität in der Betreuung
Der Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie (JHA) hat entscheidende Schritte zur Stabilisierung und Flexibilisierung der Kindertagesbetreuung getroffen. Zwei Modelle zur Anpassung des Personalschlüssels wurden festgelegt, um die Betreuungsqualität auch bei schwankenden Gruppenstärken zu gewährleisten. Zudem wurde sichergestellt, dass bei Gruppenabsenkungen über 25 % keine Mietkostenpauschalen gekürzt werden. Dies ist ein wichtiges Signal für Kitaleiter*innen, die sich auf stabile Finanzen verlassen können.
Für das Kindergartenjahr 2026/2027 wurden 1.850 Betreuungsplätze in der Kindertagespflege genehmigt, wofür bis zu 550 Tagespflegepersonen Zuschüsse nach § 22 KiBiz erhalten können. Die Stadt plant außerdem, Spielplätze in die offizielle Bochum App zu integrieren, um Eltern einfacher zu informieren und zu orientieren.
Kultur und Tourismus: Neue Kunstwerke für Bochum
Der Ausschuss für Kultur und Tourismus nahm die Schenkung von 68 Kunstwerken des Künstlers Bruno Heller an. Die Werke, hauptsächlich auf Papier, werden in das Kunstmuseum Bochum übernommen und dort in die Sammlung integriert. Die Schenkung hat einen Gesamtwert von ca. 138.600 € und wird durch Barbara Heller Weber aus Männedorf (CH) im Namen der Erben übergeben. Urs Heller aus Port Jefferson (USA) hat seine Einwilligung hierzu gegeben.
Die Schenkung erfolgt unter § 71 GO NRW und § 9 Abs. 2 der Geschäftsordnung der Stadt Bochum. Es entstehen keine zusätzlichen finanziellen Verpflichtungen, außer für die übliche museale Lagerung und konservatorische Betreuung. Die Werkdokumentation wird betreut von der Kunsthistorikerin Johanna Wirth Calvo und ist online unter www.brunoheller.ch einsehbar.
Mobilität: Radwegeentwicklung auf der Wittener Straße
Der Ausschuss für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur beschloss den Bau eines neuen zweispurigen Radwegs auf der Wittener Straße zwischen Alte Wittener Straße und Ümminger Straße. Das Projekt umfasst 1.360 Meter Radwegfläche (3.220 m²) und kostet insgesamt 3.690.804,65 €. Bis zu 75 % der Kosten werden durch Fördermittel gedeckt, was die Realisierung finanziell attraktiv macht.
Die Klimaauswirkungen des Projekts wurden als neutral eingestuft. Es wird begründet, dass das Vorhaben kaum Klimarelevanz hat, da es keine nennenswerten Ressourcen verbraucht und das Stadtklima nicht beeinflusst. Die Flächenversiegelung wird weitgehend vermieden, und die Verkehrsinfrastruktur ist an sich ändernde Temperaturen und Niederschläge angepasst.
Finanzen und Gremien: Neue Strukturen und Entscheidungen
Im Rat der Stadt Bochum wurden mehrere wichtige Gremienumbesetzungen beschlossen. So wurde der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration neu besetzt, und auch der Beirat der JVA Bochum wurde umgestellt. Eine der größten Entscheidungen war die Abschaffung der Hundesteuer in Bochum, was auf ein klares Signal für mehr Bürgerfreundlichkeit hindeutet.
Im Bereich der Finanzen wurde die Entlastung der Betriebsleitung des Sondervermögens Grundstücksentwicklung Bochum für die Wirtschaftsjahre 2023 und 2024 erteilt. Der geprüfte Jahresabschluss 2023 schließt mit einem Jahresfehlbetrag von -177.532,60 EUR ab, der voraussichtlich mit der allgemeinen Rücklage verrechnet wird.
Gesundheit und Pflege: Planung für die Zukunft
Der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales beschloss die unverbindliche kommunale Pflegeplanung der Stadt Bochum. Demnach leben aktuell 26.850 Pflegebedürftige in Bochum, eine Zahl, die bis 2049 um 13 % auf 30.300 steigen wird. Die Stadt plant, die ambulante Pflegeversorgung auszubauen und Servicewohnungen sowie ambulant betreute Wohngemeinschaften in allen Stadtteilen zu etablieren. Zudem wird die Stadt am Projekt „Missimo“ des Landes NRW teilnehmen, um Sozialbetrug zu bekämpfen.
Überblick und Ausblick
Der Februar 2026 war geprägt von konkreten Entscheidungen in den Bereichen Kinderbetreuung, Kultur, Mobilität und Finanzen. Die Stadt Bochum setzt dabei auf Flexibilität und langfristige Planung – sei es bei der Ausweitung der Betreuungsplätze oder bei der Entwicklung einer klimafreundlichen Radinfrastruktur. Gleichzeitig bleibt Bochum sensibel für soziale und finanzielle Herausforderungen, wie etwa die Abschaffung der Hundesteuer oder die Teilnahme an Projekten zur Bekämpfung von Sozialbetrug.
Im März 2026 werden weitere Themen wie die Umsetzung des „Stadtbaumkonzepts“ oder der Ausbau der Photovoltaikanlagen in den Vordergrund rücken. Zudem ist mit weiteren Entscheidungen zur Pflegeplanung und zur Integration zu rechnen.
Schlussfazit mit Ausblick
Der Februar 2026 zeigt, dass Bochum sich auf mehrere Ebenen verändernd und handelnd bewegt – von der Stärkung der Kindertagesbetreuung bis hin zu kulturellen Erweiterungen und Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur. Die Stadt bleibt dabei bürgernah und transparent, auch wenn nicht jede Entscheidung von allen geteilt wird. Im März wird es spannend, wie sich die geplanten Projekte und Initiativen konkret umsetzen lassen – und welche neuen Themen die Stadtgesellschaft beschäftigen werden.
Quellen
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