Monatsbericht: Bad Münstereifel setzt auf Nachhaltigkeit, Erinnerungskultur und Infrastruktur
Im März 2026 setzte die Stadt Bad Münstereifel wichtige Impulse in den Bereichen Erinnerungskultur, Sport- und Freizeitinfrastruktur sowie Verkehr und Umwelt. Der Fokus lag auf nachhaltiger Stadtentwicklung und bürgernaher Planung.
Erinnerungskultur und Sportinfrastruktur im Fokus
Was diesen Monat wichtig war
Stolpersteine für alle Opfer des NS-Regimes: Der Bildungs- und Sozialausschuss beschloss einstimmig, Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus inklusive Überlebender zu verlegen. Ab 2027 ist ein Haushaltsansatz von jährlich 250 Euro eingeplant.
Kunstrasenplatz ersetzt überflutetes Areal: Nach der Überflutung beschloss der Ausschuss einstimmig (mit einer Gegenstimme), den Sportplatz in Bad Münstereifel neu als Kunstrasenfläche zu errichten. Die Kosten liegen bei ca. 450.000 Euro.
Verkehrssicherheit in der Kernstadt: Der Ausschuss für Umwelt, Tourismus und Mobilität stimmte einem Verkehrs- und Sicherheitskonzept für die Kernstadt zu. Eine Arbeitsgruppe wird eingerichtet, um Maßnahmen gemeinsam zu planen.
E-Bike-Verleih bleibt vorerst ein Thema der Zukunft: Aufgrund finanzieller Engpässe und bestehender privater Angebote wurde ein E-Bike-Verleihsystem nicht beschlossen. Stattdessen sollen Gespräche mit Fahrradhändlern geführt werden.
Neubau der Grundschule in Holzbauweise: Der Neubau der Grundschule in der Kernstadt wird an den alternativen Standort Schleidtalstraße verlegt und in Holzbauweise geplant, wobei 64 % der Kosten durch Fördermittel gedeckt werden.
Jahresabschluss des Forstbetriebes bestätigt Stabilität: Der Forstbetrieb erwirtschaftete 2024 einen Bilanzgewinn von über 3,4 Millionen Euro. Der neue Bürgermeister übernimmt zum 1. November 2025.
Erinnerungskultur und Stolpersteine: Ein Schritt in die Zukunft
Die Entscheidung, Stolpersteine für alle Opfer des NS-Regimes zu verlegen, ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer inklusiven Erinnerungskultur. Der Ausschuss hat sich dafür entschieden, zunächst Spendenfinanzierung zu nutzen, um Pilotprojekte umzusetzen. Ab 2027 wird die Stadtverwaltung die Verlegung finanziell unterstützen. Dies zeigt, dass Bad Münstereifel nicht nur historisch sensibel handelt, sondern auch bürgernah plant.
Sport- und Freizeitinfrastruktur: Aufbau nach der Naturkatastrophe
Der Sportplatz in Bad Münstereifel wurde nach der Überflutung beschlossen, neu als Kunstrasenplatz zu errichten. Die Kosten für den Wiederaufbau betragen ca. 400.000 Euro, hinzu kommen ca. 50.000 Euro an Planungskosten. Dieser Beschluss unterstreicht die Priorisierung von Sport- und Freizeitangeboten, insbesondere angesichts der Auswirkungen von Extremwetterereignissen.
Zudem wurde ein Antrag zur Überprüfung der Hallennutzungsentgelte aufgenommen, um gemeinnützigen Vereinen finanzielle Entlastungen zu ermöglichen. Dies zeigt, dass die Stadt auch soziale und finanzielle Aspekte in der Freizeitpolitik berücksichtigt.
Verkehr und Mobilität: Sicherheit und Planung
Der Ausschuss für Umwelt, Tourismus und Mobilität beschloss ein Verkehrs- und Sicherheitskonzept für die Kernstadt. Eine Arbeitsgruppe wird eingerichtet, um Maßnahmen gemeinsam mit Politik, Anwohnern und Gewerbetreibenden zu planen. Dieser Ansatz unterstreicht die Bedeutung bürgernaher Planung in der Stadtentwicklung.
Ein E-Bike-Verleihsystem wurde aufgrund finanzieller Engpässe und bestehender privater Angebote nicht beschlossen. Stattdessen sollen Gespräche mit Fahrradhändlern geführt werden, um Rabatte für Kurkarteninhaber zu prüfen. Dies zeigt, dass die Stadt auch pragmatische Lösungen favorisiert, wenn politische Visionen finanziell nicht umsetzbar sind.
Stadtentwicklung: Von der Schule bis zum Bauhof
Der Neubau der Grundschule in der Kernstadt wird an den alternativen Standort Schleidtalstraße verlegt und in Holzbauweise geplant. 64 % der Kosten werden durch Fördermittel gedeckt, was zeigt, dass die Stadt auch bei groben Investitionen bürgernahe und ökologische Lösungen verfolgt.
Zudem wurde ein integriertes Stadtentwicklungs- und Handlungskonzept (ISEK) fortgeführt, das Projekte wie die Erneuerung des Wehrgangs und die Nutzbarmachung des Werther Tors umfasst. Auch die Planung und Ausführung des Feuerwehr-Gerätehauses sowie die Ausarbeitung eines Konzeptes für den städtischen Bauhof wurden als zentrale Themen behandelt.
Finanzen und Wirtschaft: Stabilität und zukunftsorientierte Planung
Der Forstbetrieb erwirtschaftete 2024 einen Bilanzgewinn von über 3,4 Millionen Euro. Das Eigenkapital lag bei 26,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote bei 88,9 %. Diese Zahlen zeigen, dass die Finanzlage stabil bleibt und die Stadt in der Lage ist, langfristig zu planen.
Zudem wurde der Wirtschaftsplan 2026 für den Betriebszweig Wasser und Abwasser genehmigt. Hier lag der Gesamtertrag bei 9,1 Millionen Euro. Die Stadtwerke planten zudem die Ersatzneubeschaffung der Phosphatfällung an den Kläranlagen Houverath und Buchholzbach.
Cross-Topic: Nachhaltigkeit und bürgernahe Politik
Ein übergeordnetes Thema des Monats war die Stärkung der Nachhaltigkeit. Dies betraf nicht nur die Erinnerungskultur und den Klimaschutz, sondern auch die Planung von Sport- und Freizeitinfrastruktur sowie die Finanzplanung. Die Entscheidungen zeigen, dass Bad Münstereifel eine zukunftsorientierte, bürgennahe Politik verfolgt, die sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigt.
Fazit und Ausblick
Der März 2026 war geprägt von Entscheidungen, die die Zukunft der Stadt Bad Münstereifel nachhaltig beeinflussen. Von der Erinnerungskultur über die Sport- und Freizeitinfrastruktur bis hin zur Verkehrssicherheit und Finanzplanung – die Stadt setzt Impulse, die sowohl bürgernah als auch nachhaltig sind.
Im April wird sich die Stadt auf den Abschluss des Hochwasserschutzkonzepts konzentrieren, das in der Ratssitzung am 19. Mai 2026 beschlossen werden soll. Zudem werden Gespräche zum möglichen Neubau der Grundschule fortgeführt, und die Stadtwerke planen Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
Quellen
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