Jugendbeteiligung neu denken: Das Jugendforum Bad Münstereifel
Im April 2026 setzt sich die Stadt Bad Münstereifel mit der Zukunft der Jugendbeteiligung auseinander. Mit dem geplanten „Jugendforum Bad Münstereifel“ wird ein neues Modell diskutiert, das auf bürgerschaftliches Engagement, Kooperation mit Schulen und Haushaltsneutralität setzt.
Jugendliche stärker einbinden – das Jugendforum Bad Münstereifel
In Bad Münstereifel hat die Jugendbeteiligung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Doch mit Haushaltssicherungsmaßnahmen und der Aussetzung des gewählten Jugendbeirats standen die Möglichkeiten zur Einbindung junger Menschen auf dem Prüfstand. Im April 2026 setzt sich der Bildungs- und Sozialausschuss mit einem neuen Ansatz auseinander: dem „Jugendforum Bad Münstereifel“. Es soll als kostenneutrales Instrument für die Jugendbeteiligung dienen und den gewählten Jugendbeirat vorübergehend ersetzen.
Konzept und Struktur des Jugendforums
Das Jugendforum wird im Kinder- und Jugendzentrum „ERFTWERK4“ angesiedelt, einer Einrichtung des Kinderschutzbundes. Die Verwaltung hat hierzu die Zustimmung erteilt, da die Räumlichkeiten bereits bestehen und keine zusätzlichen Kosten entstehen. Organisatorisch setzt sich das Forum aus 3 bis 4 ehrenamtlichen Erwachsenen zusammen, die die Jugendlichen moderieren und pädagogisch begleiten. Zudem werden Studierende aus relevanten Studiengängen eingebunden, um das Projekt zu fördern und zu professionalisieren.
Die Teilnahme erfolgt über die Schülervertretungen der Gymnasien und Grundschulen. Die Verwaltung hat bereits schriftlich bestätigt, dass alle SV-Lehrkräfte ihre Unterstützung zusagen. Die Jugendlichen werden nicht gewählt, sondern aktiv in ein strukturiertes Forum eingebunden. Dieses Modell ermöglicht es, Jugendbeteiligung ohne finanzielle Risiken umzusetzen.
Rechte und Aufgaben des Jugendforums
Ein zentraler Aspekt des Jugendforums ist das Einräumen eines festen Rederechts in den Fachausschüssen der Stadt. Jugendliche, die als Sprecher fungieren, können in Ausschüssen wie Bildung und Soziales, Stadtentwicklung oder Bau und Umwelt mitreden, sofern Themen ihre Interessen betreffen – beispielsweise in der Gestaltung von Parks oder Mobilitätsangeboten. Dies fördert die demokratische Teilhabe und stärkt das Bewusstsein für politische Prozesse.
Ein weiteres Pilotprojekt ist die Erarbeitung eines Konzepts für „Legal Walls“ – also offiziell freigegebene Graffiti-Flächen. Ziel ist es, Vandalismus präventiv zu bekämpfen und jugendlichen Kreativität eine legale Bühne zu bieten. Das Projekt unterstreicht die Vernetzung von Prävention und Jugendbeteiligung und zeigt, wie politische Maßnahmen soziale Herausforderungen adressieren können.
Haushaltsneutralität und langfristige Perspektiven
Die Haushaltsneutralität ist ein entscheidender Vorteil des Jugendforums. Durch die Nutzung bestehender Räumlichkeiten, bürgerschaftliches Engagement und die Einbindung von Studierenden entstehen keine zusätzlichen Kosten für Wahlen, Entschädigungen oder neue Stellen. Gleichzeitig bietet das Forum eine langfristige Perspektive für die Jugendbeteiligung in Bad Münstereifel.
Die SPD-Fraktion, die den Antrag gestellt hat, betont, dass Jugendliche oft in politischen Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert sind. Das Jugendforum will diese Lücke schließen und gleichzeitig einen Testlauf für zukünftige Jugendbeteiligungsmodelle darstellen.
Fazit: Jugendbeteiligung neu denken
Mit dem Jugendforum Bad Münstereifel setzt die Stadt ein wichtiges Signal für die Einbindung junger Menschen in die politischen und gesellschaftlichen Prozesse. Es ist ein Modell, das sowohl bürgerschaftliches Engagement als auch politische Verantwortung verbindet. Ob das Forum langfristig anhält oder als Pilotprojekt bleibt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Doch eines ist klar: Die Zukunft der Stadt wird nicht ohne die Stimmen der Jugend geplant.
Quellen
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