Monatlich 3 Min. Lesezeit

Soziale Gerechtigkeit und Integration in Aachen: Was sich in Januar 2026 verändert hat

Education and Public Facilities 📍 Aachen · Nordrhein-Westfalen
Soziale Gerechtigkeit und Integration in Aachen: Was sich in Januar 2026 verändert hat

Im Januar 2026 setzte sich die Stadt Aachen intensiv mit Themen der Chancengerechtigkeit, Integration und Wohnungspolitik auseinander. Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration nahm wichtige Entscheidungen zu Strukturen, Projekten und Finanzierung vor. Hier ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und ihre Auswirkungen.

Umbenennung und Neustrukturierung: Der neue Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration

Im November 2025 trat ein grundlegender organisatorischer Wechsel in Aachen in Kraft: Der bislang bestehende Integrationsrat wurde in den Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration umbenannt. Diese Änderung erfolgte aufgrund des Gesetzes zur Änderung kommunalrechtlicher Vorschriften vom 10. Juli 2025 und spiegelt eine breitere thematische Ausrichtung wider. Der Ausschuss ist nun stärker auf die Förderung von Chancengleichheit ausgerichtet, nicht nur bei der Integration, sondern auch bei der Bekämpfung von strukturellen Benachteiligungen.

Zudem wurde innerhalb des Ausschusses ein neues Führungsteam installiert. Frau Michelle Schmidt wurde zur Schriftführerin ernannt, unterstützt von Sandra Daemen und Karsten Rahn-Bergner als stellvertretenden Schriftführern. Die Bestellungen erfolgten im Einvernehmen mit der Oberbürgermeisterin und markieren einen neuen Start für die Arbeit des Gremiums.

Finanzierung und Projekte: Wie Aachen 2026 in Integration investiert

Im Januar 2026 standen nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Entscheidungen im Mittelpunkt. Die Stadt Aachen plant für das Jahr 2026 insgesamt 145.000 Euro für integrative Maßnahmen auszugeben. Die Mittel sind dabei klar auf verschiedene Bereiche verteilt:

  • 53.000 Euro für laufende Projekte, Veranstaltungen und Netzwerkarbeit
  • 39.000 Euro für alltagsorientierte Sprachkurse
  • 25.000 Euro für Projekte zur Integration
  • 15.000 Euro für den Ausschuss selbst
  • 8.000 Euro für Veranstaltungen von Migrant*innenorganisationen
  • 5.000 Euro für das Multikultifest

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Anpassung der Begriffe und Struktur der Mittelvergabe. So wurde etwa der „Integrationspreis“ in „Vielfaltspreis“ umbenannt, um die Vielfalt stärker in den Fokus zu rücken. Auch der „Laiensprachmittlungs-Pool“ wurde in „Sonderbedarf Laiensprachmittlungs-Pool“ umbenannt, um flexibler eingesetzt werden zu können.

Ein konkretes Projekt, das im Januar vorgestellt wurde, ist das Projekt „WIR KINDER zeigen unsere Vielfalt im Gemeinschaftsgarten HirschGrün“. Dieses Projekt der KGS Beeckstraße fördert die Integration von Schüler*innen mit Migrationshintergrund durch kreative Workshops, Ausflüge und Elternbeteiligung. Es ist ein Paradebeispiel für die Art von Maßnahmen, die in Aachen gefördert werden sollen.

Statistiken und Realitäten: Wohnungslose und Geflüchtete in Aachen

Im Januar 2026 wurden auch aktuelle statistische Berichte über die Situation geflüchteter und wohnungsloser Menschen in Aachen vorgestellt. Diese Daten wurden im Rahmen des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration sowie im Ausschuss für Soziales und Demographie diskutiert. Die Statistiken umfassen u.a.:

  • Nationenstatistiken zu den Herkunftsländern der Geflüchteten
  • Altersverteilungen
  • Daten zu Übergangswohneinrichtungen

Diese Erhebungen sind entscheidend, um die konkreten Bedarfe zu erkennen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln. Die zuständige Dienststelle, FB 56 – Wohnen, Soziales und Integration, spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie koordiniert nicht nur die Mittelvergabe, sondern auch die Umsetzung der Projekte und Berichte.

Ausblick: Was Aachen 2026 noch vorhat

Im Januar 2026 wurde bereits einiges in Bewegung gesetzt. Die Umbenennung des Integrationsrates markiert einen Schritt zur thematischen Erweiterung. Die klare finanzielle Planung zeigt, dass Aachen bereit ist, aktiv in Integration und Chancengleichheit zu investieren. Zudem sind weitere Projekte in der Pipeline, wie das kreative Projekt „Der Erinnerungskoffer – Die Gesichter meines Zuhauses“, das im April 2026 starten wird und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen soll.

Der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration wird in den nächsten Monaten auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen – sowohl in der lokalen Politik als auch in der Umsetzung konkreter Integrationsprojekte. Die Stadt Aachen zeigt mit diesen Schritten, dass sie die Herausforderungen der Migration und sozialen Ungleichheit ernst nimmt und aktiv Lösungen sucht.

Quellen

Sitzung

Weitere Beiträge aus Aachen

Bildungspolitik in Aachen: Schwerpunkte und Entwicklungen im März 2026
Education and Public Facilities 📍 Aachen

Bildungspolitik in Aachen: Schwerpunkte und Entwicklungen im März 2026

Im März 2026 standen in Aachen zahlreiche bildungspolitische Entscheidungen und Initiativen im Fokus. Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung legte unter anderem die kommunale Klassenrichtzahl für das Schuljahr 2026/2027 fest, beriet über die Namensgebung von Montessori-Schulen und diskutierte die Einführung einer PRIMUS Schule. Zudem wurde ein Schenkungsprojekt zur Schaffung einer Kletterpyramide an der GGS Am Höfling angenommen.

Weiterlesen

Früher wissen. Früher handeln.

Erhalten Sie automatisch Alerts zu relevanten kommunalen Projekten – bevor Ihre Mitbewerber davon erfahren.

Jetzt kostenlos testen