Aachens Integrationspolitik im März 2026: Umbenennung, neue Projekte und Vielfaltspreis
Im März 2026 hat Aachen wichtige Entscheidungen in der Integrationspolitik getroffen – von der Umbenennung des Integrationsrates bis hin zur Förderung kreativer Projekte und der Neugestaltung des Vielfaltspreises. Ein Überblick.
Umbenennung und Strukturanpassung: Der Weg in die Zukunft
Die Stadt Aachen hat im März 2026 einen entscheidenden Schritt in der Gestaltung ihrer Integrationspolitik vollzogen: Der ehemalige „Integrationsrat“ wurde in den „Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration“ umbenannt. Dieser Name spiegelt das breiter gefasste Ziel der Stadt wider – nicht nur Integration, sondern auch Chancengleichheit für alle Einwohner*innen. Der Umbau war nicht nur symbolisch, sondern auch strukturell relevant. So wurde ein neues Logo entwickelt, das sowohl die Identität der Stadt Aachen als auch die des Landesintegrationsrates NRW vereint. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen neuen Flyer mit diesem Logo zu erstellen, um die neue Struktur auch der Öffentlichkeit klar zu machen.
Kreative Integration: Der Erinnerungskoffer und finanzielle Unterstützung
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Förderung von Projekten, die die Integration durch kreative und pädagogische Arbeit stärken. Der Ausschuss bewilligte 5.000 Euro aus dem PSP-Element „Integrationsmaßnahmen“ für das Projekt „Der Erinnerungskoffer – Die Gesichter meines Zuhauses“ des Aachener Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. Das Projekt zielt auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (10–20 Jahre) mit und ohne Migrationshintergrund ab und bietet Workshops in Fotografie, kreativem Schreiben und Theater an. Ziel ist es, Identität zu stärken, Vorurteile abzubauen und soziale Teilhabe zu fördern.
Die Förderung erfolgt in zwei Stufen: 2.500 Euro werden vor Projektbeginn, weitere 2.500 Euro nach Nachweis der Teilnehmerinnenzahl. Der Verein trägt einen Eigenanteil in Form von ehrenamtlicher Arbeit. Allerdings bestehen Bedenken hinsichtlich der kurzen Zeitschiene, da der Start am 04.05.2026 naht und die Teilnehmerinnenzahl noch nicht gesichert ist. Sollte dies bis dahin nicht erreicht werden, ist ein späterer Start im Jahr 2026 geplant.
Vielfaltspreis 2026: Neue Richtlinien und Zusammensetzung des Kuratoriums
Ein weiteres zentrales Thema war die Neugestaltung des Kuratoriums für den „Vielfaltspreis der Stadt Aachen“. Der Vielfaltspreis wird seit 2013 verliehen und fördert Projekte, die ein inklusives Verständnis von Migration, Vielfalt und Integration stärken. In der Sitzung vom 12.03.2026 wurde die Zusammensetzung des Kuratoriums angepasst. Ein Mitglied der fünften Fraktion wurde hinzugezogen, sodass das Kuratorium nun elf gewählte Mitglieder aus dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration, den Vorsitzenden des Ausschusses und eine Vertretung der Verwaltung umfasst. Die Richtlinien zur Vergabe des Preises wurden aktualisiert und beinhalten auch eine Anpassung an die neue Struktur des Ausschusses.
Ausblick: Veranstaltungen und Herausforderungen
Der Ausschuss plant für das zweite Halbjahr 2026 mehrere bedeutende Veranstaltungen. Dazu gehören das „Festival der Vielfalt“, die „Einbürgerungsfeier“ am 20.06.2026 und die „Lange Tafel der Vielfalt“ am 04.07.2026. Der Vielfaltspreis selbst wird am 04.07.2026 im Rahmen dieser Veranstaltung verliehen, inklusive der Kategorie „Integration durch Sport“. Eine weitere geplante Aktion ist die Besichtigung des Gemeinschaftsgartens HirschGrün am 18.06.2026.
Gleichzeitig wurden auch kritische Themen angesprochen, etwa der Zulassungsstopp für freiwillige Teilnahme an Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz. Der Ausschuss hat beschlossen, diesen Punkt in der Sitzung am 03.06.2026 ausführlich zu diskutieren und eine Vertreterin des Aachener Bildungszentrums (VHS) einzuladen.
Fazit: Ein Schritt in Richtung Inklusion und Chancengleichheit
Der März 2026 markiert einen Meilenstein in Aachens Integrationspolitik. Mit der Umbenennung des Integrationsrates zeigt die Stadt, dass sie nicht nur Integration, sondern auch Chancengerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig setzt sie Impulse durch kreative Projekte und die Neugestaltung etablierter Strukturen wie des Vielfaltspreises. Die Herausforderungen, wie die zeitliche Umsetzung von Projekten und die Anpassung an neue gesetzliche Rahmenbedingungen, bleiben aber bestehen. Dennoch ist Aachen auf einem klaren Kurs – weg von reinen Integrationsmaßnahmen hin zu einer inklusiven, diversitätsstarken Stadtgesellschaft, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.
Quellen
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