Aachen: Mobilitätsstrategie und Verkehrsplanung im Fokus – Februar 2026
Im Februar 2026 standen in Aachen entscheidende Verkehrs- und Mobilitätsmaßnahmen im Mittelpunkt. Der Mobilitätsausschuss legte Prioritäten für den Haushalt 2026–2029 fest, beschäftigte sich mit Baumaßnahmen, Sharing-Angeboten und der Elektrifizierung des Taxi-Gewerbes.
Mobilitätsstrategie und Haushaltsplanung: Aachens Verkehrsplanung im Februar 2026
Die Stadt Aachen hat sich im Februar 2026 mit einer Vielzahl von Themen im Bereich Mobilität und Verkehr beschäftigt. Der Mobilitätsausschuss legte wichtige Entscheidungen fest, die die Zukunft der städtischen Verkehrsplanung prägen werden. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Haushaltsplanung, Bauvorhaben, Sharing-Angeboten, Elektromobilität und der Bekämpfung von Mobilitätsarmut.
Haushaltsplanung und Investitionen 2026–2029
Die Haushaltsplanung für die Jahre 2026 bis 2029 markiert eine entscheidende Phase für die Verkehrs- und Mobilitätspolitik Aachens. Der Mobilitätsausschuss hat die Teilergebnispläne sowie die Investitionspläne für die nächsten vier Jahre gebilligt. Dabei wurden insbesondere die Verpflichtungsermächtigungen für wichtige Projekte wie das Entfernen nicht zugelassener KFZ im öffentlichen Straßenraum (Produkt 020 701) und die Verkehrsrechtlichen Genehmigungen (Produkt 020 703) festgelegt.
Die federführende Dienststelle, das Fachbereich 68 – Mobilität und Verkehr, hat klare Vorgaben für die Umsetzung der Projekte formuliert. Die Investitionspläne umfassen sowohl infrastrukturelle Maßnahmen, wie die Sanierung von Parkhäusern und Straßen, als auch strategische Initiativen zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots und zur Förderung von Sharing-Diensten.
Baumaßnahmen mit großer Auswirkung
Im Februar 2026 wurden mehrere Baumaßnahmen mit erheblichen Auswirkungen auf das Verkehrsnetz bekanntgegeben. So ist der Umbau des Theaterplatzes geplant, der mit einer Vollsperrung und Umleitung des motorisierten Verkehrs sowie des ÖPNV und Radverkehrs verbunden ist. Ebenso ist die Sanierung des Parkhauses Rathaus vorgesehen, das im dritten Quartal 2026 wieder geöffnet werden soll.
Im Rahmen des Fernwärmeausbaus ist eine Abschnittsweise Vollsperrung entlang der Trasse Brander Feld, Altstraße, Lintertstraße, Pontstraße und Schloss Rahe geplant. Auch die Straßenerneuerung in der Bismarckstraße wird mit Vollsperrungen und Umleitungen verbunden sein. Weitere Maßnahmen betreffen die Hochbaumaßnahmen in der Horbacher Straße und der Roermonder Straße sowie den Endausbau in Gewerbepark Brand.
Diese Maßnahmen zeigen, dass Aachen in den nächsten Monaten mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen muss. Die Stadt hat jedoch bereits Vorbereitungen getroffen, um die Auswirkungen auf Pendler und Anwohner möglichst gering zu halten.
Sharing-Angebote und Mobilitätsarmut
Ein weiterer Schwerpunkt der Mobilitätsplanung ist die Bekämpfung von Mobilitätsarmut durch die Ausweitung von ÖPNV- und Sharing-Angeboten. Der Mobilitätsausschuss hat beschlossen, die Sharing-Leitlinie und den Nahverkehrsplan als Grundlage für zukünftige Maßnahmen zu verwenden. Dabei ist das Ziel, eine Erreichbarkeit von 500 Metern zu ÖPNV-Haltestellen, Carsharing- und Bike-Sharing-Stationen sicherzustellen.
Die Stadt hat bereits eine Vielzahl von Sharing-Angeboten etabliert: 66 Carsharing-Stationen mit 232 Fahrzeugen, das Pedelec-Verleihsystem Velocity mit 102 Stationen und das städtische Lastenradverleihsystem, das Ende 2025 bereits 2.876 Nutzer und 10.260 Fahrten verzeichnete. E-Tretroller-Sharing wird in Aachen besonders bei den jüngeren Nutzergruppen angenommen.
Trotz dieser Angebote bleibt die räumliche Versorgung mit Mobilitätsangeboten ungleich. Während 66 % der Erwachsenen in Aachen-Mitte innerhalb von 500 Metern eine Carsharing-Station erreichen können, sind es in den äußeren Stadtteilen nur 23 %. Dies zeigt, dass die Ausweitung der Sharing-Angebote in den Randbezirken Priorität hat.
Elektromobilität und Taxi-Gewerbe
Die Elektromobilitätsstrategie der Stadt Aachen ist ein weiterer zentraler Punkt. Im Jahr 2025 wurde die Strategie Elektromobilität beschlossen, die einen bedarfsorientierten Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur vorsieht. Ein Förderprogramm mit einem jährlichen Volumen von 500.000 Euro unterstützt den Aufbau von Ladeinfrastruktur auf Unternehmensgeländen.
Im Taxi-Gewerbe, das aufgrund seiner hohen Fahrleistung besonders gut für die Elektrifizierung geeignet ist, verläuft die Umstellung jedoch langsam. Im Jahr 2024 gab es in Aachen lediglich zwei vollelektrische Taxis. Die Stadt fördert zwar die Elektrifizierung, doch die Investitionsbereitschaft der Taxifahrer bleibt gering. Exklusive Ladeinfrastruktur für Taxen gilt derzeit als ineffizient, da der Bedarf nicht stabil genug ist. Öffentlich zugängliche Schnelllader können jedoch indirekt auch dem Taxi-Gewerbe zugutekommen.
Ausblick und Herausforderungen
Die Mobilitätsstrategie Aachens für 2026–2029 wird sich deutlich durch die Umsetzung der beschlossenen Projekte und die Ausweitung der Sharing- und ÖPNV-Angebote prägen. Die Herausforderungen liegen vor allem in der Umsetzung der Baumaßnahmen ohne übermäßige Beeinträchtigung des Verkehrs, der finanziellen Nachhaltigkeit der Sharing-Modelle und der Schließung der Lücken in der räumlichen Versorgung.
Doch Aachen bewegt sich in die richtige Richtung: Die Stadt hat klare Ziele definiert, von denen viele bereits in die Tat umgesetzt werden. Die Mobilitätsstrategie 2030 wird in den nächsten Jahren entscheidend sein für die Frage, ob Aachen eine moderne, klimafreundliche und sozial gerechte Verkehrsstruktur etablieren kann.
Quellen
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