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Klimaschutz in Rosengarten: Nahwärme aus Geothermie und Energieberichte im Fokus

Environment and Climate Finance and Budget 📍 Rosengarten · Niedersachsen
Klimaschutz in Rosengarten: Nahwärme aus Geothermie und Energieberichte im Fokus

Im Februar 2026 standen in der Gemeinde Rosengarten Klimaschutzmaßnahmen, Geothermieprojekte und der Energiebericht 2024 im Mittelpunkt. Ein kaltes Nahwärmenetz im Baugebiet „Am Luhedeich“ und Fortschritte in der Energieeffizienz der kommunalen Liegenschaften zeigen, wie Rosengarten aktiv auf die Klimaziele zusteuert.

Klimaschutz in Rosengarten: Nahwärme aus Geothermie und Energieberichte im Fokus

Die Gemeinde Rosengarten hat sich in den letzten Jahren klar als Vorreiter im Klimaschutz positioniert. Im Februar 2026 stellte sie zwei zentrale Projekte vor: ein kaltes Nahwärmenetz mit oberflächennaher Geothermie und den Energiebericht 2024. Beide Initiativen zeigen, wie die Kommune nachhaltige Energieversorgung und Klimaschutz in die Praxis umsetzt – und welche Herausforderungen dabei noch bestehen.

Kaltes Nahwärmenetz: Geothermie als CO2-freie Alternative

Im Baugebiet „Am Luhedeich“ in Winsen (Luhe) wird ein kaltes Nahwärmenetz realisiert, das auf oberflächennahe Geothermie setzt. Dieses Projekt, das von den Stadtwerken Winsen (Luhe) GmbH getragen wird, wird als Modell für klimafreundliche Wärmeversorgung in Altbaugebieten und Wasserschutzgebieten diskutiert. Das System besteht aus einem Flächenkollektor mit 2.200 m² Kollektorfläche und 300 Absorbersträngen. Die Wärme wird über ein Sole-Wasser-Gemisch (Temperaturbereich -2 bis 14 °C) transportiert und in dezentralen Wärmepumpen in den Häusern genutzt.

Ein entscheidender Vorteil der Technologie ist die CO2-freie Wärmeversorgung, vorausgesetzt der Strommix ist klimafreundlich. Zudem bietet die Geothermie einen geringeren Primärenergiefaktor und eine bessere Energieausbeute als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Allerdings hängt die Wirtschaftlichkeit stark von Faktoren wie Anschluss- und Benutzungszwang, Flächenverfügbarkeit und BAFA-Förderung ab. Ohne externe Unterstützung ist das Projekt nicht finanzierbar.

Energiebericht 2024: Fortschritte und Herausforderungen

Der Energiebericht 2024 der Gemeinde Rosengarten gibt einen detaillierten Überblick über den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der 30 kommunalen Liegenschaften sowie der Straßenbeleuchtung. Die Daten zeigen, dass der Wärmeverbrauch im Jahr 2024 um 22,92 % gegenüber 2023 sank, wobei 2023 ein überdurchschnittlich hohes Verbrauchsjahr war. Im Stromverbrauch gab es einen Rückgang um 8,89 %.

Ein besonderes Projekt zur Verbesserung der Datengrundlage ist das kommunale Energiemanagement mit der Software INM-Management. Damit werden Energieverbräuche, Kosten und CO2-Emissionen in Echtzeit erfasst. Ziel ist es, quartalsweise Verbrauchsdaten zu sammeln, um Stellschrauben für Energieeinsparungen schneller zu erkennen. Die Gemeinde hat begonnen, die Datengrundlage zu verbessern, insbesondere hinsichtlich der Gebäudegrößen (m² NGF).

Klimaschutzmanagement und Finanzierung: Zukunftsperspektiven

Im Haushalt 2026/2027 ist die Fortführung des Klimaschutzmanagements geplant. Eine Personalstelle ist eingeplant, abhängig von der Förderzusage durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Zudem wird die Förderung von Balkonkraftwerken und Solarthermie weitergeführt. Die Gemeinde plant auch, an der Lärmaktionsplanung 2027 teilzunehmen und Mittel für die Ladeinfrastruktur im Landkreis Harburg bereitzustellen.

Ein weiteres Projekt, das diskutiert wird, ist ein Blockheizkraftwerk. Hier ist ein Emissionsgutachten gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz geplant, das in das Bauleitplanverfahren einfließen wird. Die Gemeinde verfolgt damit einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Umweltbelange, Klimaschutz und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden.

Fazit: Rosengarten als Modell für kommunalen Klimaschutz

Rosengarten demonstriert mit Projekten wie dem kalten Nahwärmenetz und dem Energiebericht 2024, wie eine Kommune aktiv auf die Klimaziele zusteuern kann. Die Kombination aus technologischem Fortschritt, datenbasierter Energieeffizienz und politischer Unterstützung macht Rosengarten zu einem Vorbild im ländlichen Raum. Doch auch hier zeigt sich, dass Klimaschutz nicht nur von technischen Lösungen abhängt, sondern auch von finanzieller Unterstützung, politischer Willensbildung und der Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger.

In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, die Fortschritte zu konsolidieren und neue Projekte wie das Waldbad Sieversen als Naturbad weiterzuentwickeln. Rosengarten hat gezeigt: Klimaschutz ist machbar – und es lohnt sich.

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